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Thursday, March 24, 2016

Merkel & die EU zwischen AfD und AKP

Die Türkei als gut bezahlter rassistischer Wachhund der EU
Karikatur von Thomas Wizany (via Twitter @dilkocer 30 Nov 2015)

Solange Bundeskanzlerin Angela Merkel während der Einreise von Hunderttausenden vor Krieg, Armut, Unterdrückung und Terror fliehenden Schutzsuchenden die Fahne des "Wir schaffen das" hochgehalten hat, hatte sie bekanntlich ausnahmsweise meine Zustimmung, obwohl ich noch nie im Traum darauf gekommen bin, sie oder gar ihre Partei, die CDU, zu wählen (gleiches gilt übrigens für die in den meisten Themenfeldern ohnehin inhaltlich identische SPD). Immerhin hatte sie meinen Respekt, und unsere bis dahin eingereisten neuen Mitbürger*innen, die sich unter extremen Anstrengungen und Gefahren von den Fluchtländern über die 'Balkanroute' bis zu uns durchgeschlagen hatten, werden es ihr gedankt haben.

Doch dann hat sie sich auf europäischer Ebene von dem Druck anderer EU-Staaten (darunter restlos unverschämter Regierungen wie denen von Österreich oder Ungarn) und auf nationaler Ebene von dem immer lauter werdenden Geschrei eines rassistischen Mobs, den sich häufenden Wahlerfolgen der 'AfD', der zunehmenden medialen Hetze gegen Einwanderung (siehe zu diesem Themenfeld meinen Vorgängerpost "Alle faschistischen Deutschen (AfD)..."), dem Dauerfeuer der CSU und vielleicht auch dem Gestöne einiger Kommunen davon abbringen lassen – beschämenderweise, ohne das auch zuzugeben. Eigentlich hätte sie daraufhin zurücktreten sollen, und zwar mit den Worten: "Wir hätten das schaffen können, aber zu viele in diesem Land und auch in der EU wollen es garnicht schaffen. Ich möchte diese Mitbürger*innen und diese EU nicht länger vertreten". Dann hätte sie wirklich Rückgrat bewiesen.

Stattdessen versprach sie EU und empathielosen 'Wutbürgern', die Flüchtlingszahlen zu senken, wofür es nur zwei Möglichkeiten gibt: entweder die Fluchtgründe durch Hilfe zu reduzieren (stattdessen kürzten die EU und Deutschland die Hilfsgelder, vor allem für das Welternährungsprogramm in Syrien!), oder, das ist die jetzt gewählte Variante, Menschen mehr oder weniger gewaltsam an einer Flucht zu hindern. Und ihr fiel nichts armseligeres ein, letzteres ausgerechnet mit der Türkei 'zu schaffen'. Damit hat sie jeglichen Respekt bei mir (und nicht nur bei mir) verloren. Sie hat sich erst AfD & Co. gebeugt, und – davon ausgehend – darauf der türkischen AKP-Diktatur von Präsident Erdoğan und Ministerpräsident Davutoğlu. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem die politische Entwicklung in der Türkei offen in Richtung Faschismus driftet. "Erbarmungswürdig", wie Finanzminister Schäuble einmal einen rechtspopulistischen Vorschlag von SPD-Chef Gabriel genannt hat.

Wie eine Bettlerin zu Besuch beim Sultan:
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan (AKP) in seinem Palast in Istanbul bei Vorbesprechungen des nun beschlossenen EU-Türkei-Deals (Oktober 2015).
Das Photo ist selbst schon wie eine Karikatur, ein böser 'Reality Cartoon'.
Photo pa-AA (via welt.de)

Am 18. März 2016 hat Merkel beim EU-Gipfel in Brüssel nun 'geschafft', was sie monatelang 'versprochen' hatte: die CDU/CSU/SPD-Regierung von Bundeskanzlerin Merkel hat die EU dazu gebracht, einem hahnebüchenden und in seinen Konsequenzen schlicht abscheulichen 'Flüchtlingsdeal' mit der staatsterroristischen AKP-Regierung der Türkei zuzustimmen, einem Land, dem Merkel bis vor kurzem noch zu Recht mehr als distanziert gegenüber stand. Mit diesem Bündnis ist die angeblich so menschenrechtliche Position Deutschlands Makulatur und Merkel macht ihrem Ruf als "Heuchlerin des Jahres 2015" (siehe unsere 'Preisverleihungen 2015') alle Ehre.

Manche Dinge lassen sich am besten mit Hilfe von politischen Karikaturen und Montagen auf den Punkt bringen. Die Eröffnungskarikatur zeigt schon, worum es im Grunde geht: die EU stellt ausgerechnet die menschenrechtsverletzende Türkei als rassistischen Wachhund an ihren Außengrenzen an und bezahlt und belohnt sie dafür mit Milliardenbeträgen. Doch der hässliche 'Flüchtlingsdeal' hat viele Facetten:


Abschottung Europas mit Hilfe der Türkei

Merkel (CDU): "Präsident Erdoğan, wir würden uns wirklich freuen, wenn sie den Druck hierauf ein bißchen für uns erhöhen könnten."
Erdoğan (AKP): "Ich denke, ich schaffe das... ich hab' schon geübt"
Karikatur von Kal (via Twitter @kurduene 12 März 2016)

Wie oben dargestellt verlagert die EU den 'Schutz' ihrer Außengrenzen in Richtung Türkei. An der türkisch-syrischen Grenze baut die Türkei bereits eine Mauer (!, siehe Photo weiter unten) und über das Meer Flüchtende sollen nun sofort wieder zurück in die Türkei geschoben werden. Leidtragende dieses Deals sind zunächst also vor allem die Flüchtlinge, die so verzweifelt sind, dass sie sich auf den lebensgefährlichen Seeweg in Richtung Griechenland begeben. Sie sollen direkt wieder abgeschoben werden und keinen Asylantrag in der EU mehr stellen dürfen. Diese widerliche Regelung wird offiziell als 'Kampf gegen kriminelle Schlepper' verkauft und als "Rückführungsabkommen" bezeichnet. Merkel und die EU überlassen die Flüchtlinge einer türkischen Staatsführung, die schon lange keine Menschenrechte mehr kennt.

Problematisch an der Karikatur, die den Fokus durchaus zu Recht auf die Unterdrückung von Meinungsfreiheit und Opposition in der Türkei legt, ist, dass der falsche Eindruck einer Europa überrennenden 'Flüchtlingsflut' entstehen könnte. Schauen wir uns die Realität an.
Die Aufnahmezahlen von Flüchtlingen der EU und Libanons im Vergleich:

Die gesamte EU hat in etwa so viele Flüchtlinge aufgenommen wie der kleine Libanon,
dabei hat sie etwa die 100-fache Einwohner*innenzahl!
(die Zahlen sind nicht mehr ganz aktuell, aber das Verhältnis ist immer noch ähnlich).
Es gibt eine Reihe von EU-Staaten, die überhaupt keine oder fast keine Flüchtlinge aufgenommen haben.
Originaltitel: "#RefugeeCrisis- this one really says it all....."
(via Twitter @arabthomness 16 Feb 2016)

Die neue Mauer entlang der türkisch-syrischen Grenze:
"So sieht sie aus- die neue Einmauerung eines Kriegsgebietes (Syrien) auf Geheiß der Europäischen Union."
Photo & Zitat: Zentrum für politische Schönheit via Twitter @politicalbeauty 3 Feb 16


Umsiedlung & Selektion


A great gif about the 'refugee deal' (via Twitter Gilgo@agirecudi)

Besonders perfide an dem Deal ist, dass es neben der verstärkten Abschottung ganz besonders um eine Selektion der Flüchtlinge geht, wie die obige Gif-Animation wunderbar verdeutlicht. Für jeden von der EU abgewiesenen Flüchtling (das betrifft vor allem das türkische Nachbarland Griechenland, das üblicherweise als erstes EU-Land betreten wird), der in die Türkei zurück-, d. h. abgeschoben wird, nimmt die EU einen in der Türkei befindlichen Flüchtling aus Syrien 'ab'. Vordergründig führt das also nicht zu einer Reduzierung, sondern zu einem Austausch von Flüchtlingen nach dem Prinzip 1:1. Das ist schon widerlich genug, da es Flüchtlinge aus Syrien gegen die aus anderen Fluchtländern (etwa dem Irak oder aus Afghanistan) ausspielt. Aber es trifft noch nicht die Realität.

Das im 1:1-Verfahren vereinbarte Kontingent von 72.000 syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen, die Aufnahme in die EU finden sollen, dürfte schnell erschöpft sein. Nach der Abriegelung der 'Balkanroute' befinden sich bereits jetzt ca. 50.000 Flüchtlinge in Griechenland, viele von ihnen aus Syrien. Danach dürfte es schwer werden, in die EU zu kommen: die Türkei hat sich eingemauert, der Seeweg in die EU wurde für illegal erklärt und mehr und mehr Staaten werden als 'sichere Herkunftsländer' deklariert. Perspektivisch wird versucht, über die im Deal vereinbarten Mittel die Zahl der in die EU Flüchtenden gegen Null zu bringen. Für flüchtende Menschen brechen harte Zeiten an.

Mehr als zehntausend Menschen leben seit Wochen unter katastrophalen Bedingungen im Flüchtlingslager in der Nähe des griechischen Dorfes Idomeni an der geschlossenen Grenze zu Mazedonien. Diese Flüchtlinge haben die Geduld verloren und versuchten (leider vergeblich) die mazedonische Grenze zu überwinden.
#MarchOfHope
Photo: AFP (via tagesschau)

Konsequenzen für Flüchtlinge, Deutschland und die EU:

* Die EU-Außengrenze ist wieder 'dicht' (dabei wurde von der Bundesregierung immer behauptet, schutzsuchende Menschen nicht abweisen zu wollen). Der gemeinsame 'Schengen-Raum' für die privilegierten EU-Bürger*innen kann perspektivisch wieder errichtet werden, die Schlagbäume befinden sich an den EU-Außengrenzen und im Mittelmeer.

* EU-Staat Griechenland und die Türkei als 'Außenposten' spielen gemeinsam die Grenzwächter für Süd-, Mittel-, West-, Ost- und Nordeuropa.

* Damit liegt der 'Schutz' der EU-Außengrenze nicht mehr allein in den Händen der EU, sondern auch - mit allen menschenrechtsverletzenden Implikationen - in den Händen eines Nicht-EU-Staates, der Türkei. Das ist auch eine Abschiebung von Verantwortung.

* Flüchtende aus Staaten, die zu 'sicheren Herkunftsländern' erklärt wurden (etwa die Magreb-Staaten Marokko, Tunesien und Algerien, aber auch die unter schwersten Menschenrechtsverletzungen leidende Türkei (!)), können schon an der EU-Außengrenze zurück in die Türkei abgeschoben werden.

* Alle Flüchtlinge, die es auf anderen verschlungenen Wegen in die EU geschafft haben, können mit Verweis auf die Nicht-Einhaltung des offiziellen Griechenland/Türkei-Prozederes wieder zurückgeschoben werden.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu (AKP) kann sich nach dem EU-Türkei-Gipfel ins Fäustchen lachen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD, im Bild ganz links) wird das Lachen noch vergehen.
Photo via tagesschau 7 März 2016

Was hat die Türkei davon:

* Sie bekommt allerlei Belohnungen, von mindestens 6 Milliarden Euro Finanzhilfe (3 Mrd. jetzt, 3 Mrd. als "Anschlussfinanzierung 2018"; offiziell für die Versorgung der Flüchtlinge, aber wir kennen den korruptionsgeplagten Staat der AKP), Visaerleichterungen für türkische Bürger*innen bei der Einreise in die EU (konkret: Aufhebung des Visazwangs bis Ende Juni; eine sehr populäre Maßnahme, die der angeschlagenen AKP-Diktatur in der Türkei neue Zustimmung verschaffen wird) sowie die Aussicht auf einen Beitritt zur EU (weitere, beschleunigte Beitrittsverhandlungen; auch das eine neue Akzeptanzbeschaffungsmaßnahme für die AKP).

* Die Türkei kann sich nach und nach eines (zumindest kleineren) Teils der etwa 2,7 Millionen in ihrem Land befindlichen syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge 'entledigen'. Die EU überlegt, über das im 1:1-Verfahren 'abgenommene' kleine Kontingent hinaus ein weiteres Kontingent abzunehmen.

* Kein Hahn wird nach dem Schicksal der von der Türkei im Ausgleich aufgenommenen, von der EU abgewiesenen Flüchtlinge krähen. Sprich: die von der Türkei 'zurückgenommenen' Schutzsuchenden aus dem Magreb, aus Afghanistan oder dem Irak werden vermutlich nach und nach bei erstbester Gelegenheit des Landes verwiesen - niemand wird sich dafür interessieren.
[Hinweis vom 2. April 2016: Meine These wird leider schon kurz nach dem Niederschreiben bestätigt, denn bereits jetzt, wenige Tage vor dem offiziellen Inkrafttreten des 'Flüchtlingsdeals', mehren sich Berichte, dass die Türkei widerrechtlich Flüchtlinge nach Afghanistan und sogar nach Syrien abschiebt.]

* Das heißt zusammengefasst, dass die Türkei mit diesem Deal die Option erhält, selbst die Zahl der von ihr aufgenommenen Flüchtlinge signifikant zu reduzieren und sich das auch noch kräftig belohnen lässt.

Buchstäblich auf dem Rücken der Flüchtlinge wird der Türkei der Weg in die EU geebnet...
Karikatur von Neuigkeiten.aus.Kurdistan. (Facebook)
via Twitter @XesoKurd Febr 2016


Gewinner:
AfD & AKP

Verordnete Maulsperre bei Menschenrechtsverletzungen der Türkei
Montage via Twitter @CiwanenAzadBoh

Dieser abscheuliche 'Deal' geht einher mit einem Stillschweigen über die täglichen Menschenrechtsverletzungen, Verhaftungen und Ermordungen von Oppositionellen, gewählten Politiker*innen, Journalist*innen, Akademiker*innen und anderen Zivilist*innen (darunter viele Kinder, Frauen und Alte) in der Türkei. Mittlerweile verschweigt etwa die CDU auch garnicht mehr, dass sie die Frage der Menschenrechte dem Pakt mit der Türkei unterordnet und als nachrangig betrachtet, wie wiederholt deutlich gemacht wurde, etwa als Reaktion auf Bemühungen des Grünen-Politikers Cem Özdemir, der versucht hatte, diese Fragen zu thematisieren. Damit ist den deutschen (und europäischen) Rechten und den Interessen der türkischen AKP-Regierung gleichermaßen gedient – ein wahrhaft teuflischer Pakt zugunsten faschistischer Tendenzen.

Europa kniet vor dem Faschisten Erdoğan.
Umso wichtiger wird jetzt ein breiter Tourismus- und Warenboykott gegen die Türkei.
"Europe must stop funding terrorist Erdogan & #BoycottTurkey"
Photo & original text via Twitter @cahitstorm 9 Feb 2016


Verlierer:
Die Flüchtlinge, die Kurd*innen und die Opposition in der Türkei

Pure Verzweiflung: Zwei Flüchtlinge helfen einer erschöpften Frau bei der Durchquerung eines Flusses in der Nähe des griechischen Dorfes Idomeni in Richtung der geschlossenen EU-Grenze zu Mazedonien. Dort angekommen, werden Flüchtlinge wieder zurückgeschickt! So sieht sie aus, die Menschenrechtslage in der EU.
#MarchOfHope
Photo: AP (via tagesschau)

Merkel: "If you keep away further refugees, then I will oversee that you are trailing a dead Kurd."
Erdoğan: "Which dead Kurd?"
Merkel: "Exactly, which dead Kurd?"
Montage: KayaCahit (Facebook) via Twitter @xortekurmanj

Über die brutalen Menschenrechtsverletzungen in der staatsterroristischen, faschistischen Türkei wird nicht nur hinweggesehen, die AKP-Diktatur wird sogar 'weißgewaschen' und politisch aufgewertet.
Karikatur von Kaya Mar, via Twitter @Tari69Roni


Was tun? Was tun!

Flüchtlinge und Unterstützer*innen bei der Flussdurchquerung an der gesperrten griechisch-mazedonischen Grenze.
#MarchOfHope
Photo: AFP (via tagesschau)

Der Flüchtlingsdeal mit der Türkei, der nun als Erfolg verkauft werden soll, bedeutet in der Realität also, dass die Bundesregierung und die EU sich endgültig von der Einhaltung grundlegender Menschenrechte verabschiedet und sich politisch irgendwo zwischen rassistischer AfD und islamofaschistischer AKP positioniert haben. Alle, denen Menschenrechte, Demokratie und Selbstbestimmung irgendetwas bedeuten, sind wie gewohnt auf die eigenen Initiativen zurückgeworfen. Flüchtlingsunterstützer*innen, Human Rights Aktivist*innen, Antira- und Antifa-Gruppen, die kurdische Bewegung und ihre Unterstützer*innen - sie alle haben gemeinsam einen abscheulichen Knoten zu zerschlagen: das Ineinandergreifen von innereuropäischem Rassismus, Abschottung der 'EU-Festung Europa' und AKP-Diktatur in der Türkei.

Rücktritt der Bundesregierung Merkel (CDU/CSU & SPD)!

Flüchtlinge unterstützen gegen die Festung Europa! Refugees Welcome!

Boykottiert Waren aus der Türkei! Kein Urlaub in der Türkei! Nieder mit der AKP!



Dies ist der Nachfolgeartikel zum Post "Alle faschistischen Deutschen (AfD)...", der vor allem die Situation in Deutschland thematisiert.

Weitere Posts zum Themenfeld:
Pop & Elend (Okt 2015)
#TurkeysWarOnKurds (Jan 2016)

Sunday, March 20, 2016

Alle faschistischen Deutschen (AfD)…

"So sieht sie aus- die neue Einmauerung eines Kriegsgebietes (Syrien) auf Geheiß der Europäischen Union."
AfD-Wähler*innen wollen mehr davon.
Photo & Zitat: Zentrum für politische Schönheit via Twitter @politicalbeauty 3 Feb 16


Alle faschistischen Deutschen...

... haben bei den Landtagswahlen am letzten Sonntag – gänzlich ungehindert von "Lügenpresse" und "Volksverrätern", von Polizei oder Wahlbetrug – in aller Ruhe ‚ihre Partei’, die AfD, wählen können. Jetzt kennen wir also das rechte, rassistische, restlos empathielose, hemmunglos inhumane, menschenverachtende, erzkonservative, neoliberal-großkapitalistische, Arbeiter*innen- & Arbeitslosen-feindliche, Frauen- & LGBTQ-feindliche, völkisch-faschistische Potential in Deutschland.

Vermutlich verstecken sich immer noch überdurchschnittlich viele in den Reihen der Nichtwähler*innen, so dass wir nach den Wahlen in diesen drei exemplarischen Bundesländern sicherheitshalber von bis zu 15 % im Westen und bis zu 30 % im Osten ausgehen sollten (wobei ich in einigen Bundesländern, etwa den Stadtstaaten oder Bayern, von etwas niedrigeren, in anderen, etwa Nordrhein-Westfalen oder Sachsen, von potentiell höheren Ergebnissen als in den westlichen bzw. östlichen Referenzländern dieser Wahlen ausgehe). Das wäre etwa jede/r Sechste im Westen bzw. jede/r Dritte in Ostdeutschland (wobei der Frauenanteil erfahrungsgemäß weit unter dem Anteil der männlichen Wähler liegt)! Das ist eine Menge.

Ich überlasse es Politikwissenschaftler*innen, ob sie die AfD nun als „wirtschaftsliberal“, „antifeministisch“, „ultrakonservativ-christlich“, „rechtspopulistisch“, „nationalkonservativ“, „nationalistisch“, „völkisch“ oder „rechtsextrem“ einordnen und welcher Person und / oder Parteiströmung sie jeweils welche Ideologie zuordnen. Aber letztlich spielt die Partei selbst gar nicht die entscheidende Rolle (was tatsächlich einen wesentlichen Unterschied zu allen anderen Parteien darstellt). Denn vermutlich haben ohnehin die wenigsten ihrer Wähler*innen ihr ziemlich ‚diffuses’ (in meinen Augen: hanebüchendes) Parteiprogramm gelesen – ganz abgesehen davon, dass sich die AfD-Repräsentant*innen permanent von den diesbezüglichen Aussagen, denen ihrer Kolleg*innen, ja selbst von ihren eigenen Aussagen distanzieren, oder eben aus Versehen auf der „Computermaus abgerutscht“ (Beatrix von Storch, Parteivize und AfD-Landesvorsitzende Berlin) sind.

Es spielt alles keine Rolle, denn niemand hat sie wegen oder trotz all dem gewählt:
Alle faschistischen Deutschen haben sie auf Grundlage ihrer tiefliegenden Ressentiments gegen alles ‚Fremde’ und ‚Andersartige’ gewählt und aus Angst, dass ihnen ein aus Not und Elend Geflüchteter etwas vom meist gut geschmierten Butterbrot nehmen, ein Schwuler Lehrer ihrer Tochter werden oder eine Kurdin ihre neue Chefin statt ihre Niedriglohn-Putzfrau werden könnte. Punkt. Aus. Ohne Komma. Niemand kann mir etwas anderes erzählen.

Das sind keine „Protestwähler“, das sind – und zwar alle – mindestens Rassisten und Rassistinnen. Ausnahmslos, und „Protestwähler“ ist ein Unwort, war es immer schon und ist hiermit von mir zum Unwort des jungen Jahres 2016 gekürt. Es gibt keine Protestwähler, nur volljährige, nicht-entmündigte Wähler*innen, die Entscheidungen treffen und (glücklicherweise) unbeeinflusst von jeglicher Repression zu einer freien, friedlichen und demokratischen Wahl in Deutschland gehen. Währenddessen werden Brandsätze auf Flüchtlingsheime geworfen oder Kinder von Migrant*innen von Rassisten in der Berliner S-Bahn angepinkelt. Und alle wissen das, alle haben das in der Zeitung gelesen und jede/r Dritte bis Sechste wählt danach die AfD. Trotzdem oder deswegen. Und anschließend dürfen sie ohne jegliche Repression ‚friedlich und demokratisch’ in die Parlamente einziehen und bekommen jetzt Millionen vom Staat als Belohnung.
Das ist die Realität, alles andere ist ‚Lügenprogaganda’ von faschistisch-tickenden Deutschen.

"Denk ich an Deutschland in der Nacht...

"Eine Gemeinde in #Bayern. Deutsche Vernichtungsfantasien als Gag beim #Karneval. Es ist unfassbar,
was hier abgeht"
Photo & Text via Twitter @robert_fietzke 7 Feb 2016


Eiertänze

Entsetzt? Nicht jetzt, nicht nach dem unglaublichen medialen und publizistischen Erfolg des Rassen- und Selektionswahns von Immer-noch-SPD-Mitglied Thilo Sarrazin, nicht nach meinen Erlebnissen in einem herbstlichen baden-württembergischen Moor, nicht nach Nazi-Aufmärschen selbst in meinem Berliner Kiez, nicht nach all den zahllosen widerlichen rassistischen Ausbrüchen und Gewaltexzessen der letzten Jahre. Es ist schlicht keine Überraschung. Nicht nur, dass die Wahlprognosen mittlerweile den Wahlergebnissen so nahe kommen, dass diese ohnehin nur noch selten wirkliche Überraschungen bieten. Das rechte Potential dieses Volkes wurde ja auch in zahlreichen Studien untersucht – mit ähnlichen Ergebnissen.

Wenn mich etwas geschockt hat, waren es die Eiertänze, die die ‚bürgerliche Gesellschaft’ und die meisten ihrer Politiker*innen und medialen Vertreter*innen in den letzten Monaten aufgeführt haben, wenn es darum ging, allen rassistischen und / oder faschistischen Deutschen von AfD, ‚Pegida’ & Konsorten klar und deutlich entgegen zu treten. Nun ja, SPD-Parteichef Sigmar Gabriel wollte ja schon früh gerne mit ihnen diskutieren, die CSU hat sich längst als ‚Alternative für Deutschland’ zurechtgemacht, im tiefbraunen Sachsen sieht man traditionell kein rechtes Problem und weder Volksverhetzung noch Brandstiftung und Mordversuche werden in adäquater Weise von Polizei, Justiz und Politik geahndet oder gar von staatlich beauftragten / finanzierten Kräften durchgeführt und / oder vertuscht (wir kennen das schon vom ‚NSU-Komplex’, siehe hierzu einen lesenswerten Artikel in der auch sonst empfehlenswerten Zeitschrift wildcat).

Selbst die sonst so regierungsfreundlichen staatsnahen Medien (etwa die ARD und die tagesschau) wie auch Teile der angeblich kritischen, linksliberalen oder 'alternativen' Presse hacken seit Monaten auf Kanzlerin Merkel und ihrem vollkommen richtigen "Wir schaffen das" herum (wenn sie das mal beim Thema ihrer skandalösen Türkei-Deals und ihrem beredten Schweigen über die brutalen Menschenrechtsverletzungen dort machen würden, wäre ich zufrieden!) und scheinen mit ihrem 'Dauerbeschuss' regelrecht bemüht, einen ‚Kurswechsel’ im Sinne der AfD heraufzubeschwören oder herbeizuschreiben – als wollten sie das "Lügenpresse"-Geschrei der Faschisten durch Appeasement zum Verstummen bringen.

Während uns diese Medien anscheinend daran gewöhnen wollen, Faschisten als Dauergäste in ihre Talkshows einzuladen, zeigt sich, dass sie selbst keinesfalls auf eine sich bürgerlich gebende ‚Neue Rechte’ eingestellt sind und mit rechtsextremem Gedankengut nicht umzugehen wissen, wenn es nicht das Klischee des ‚Nazis mit der Baseballkeule’ bedient, sondern in biedermeier-förmiger 'Verpackung' dargereicht wird.

Insofern bin ich nicht im Geringsten überrascht.

"... bin ich um den Schlaf gebracht"
(Heinrich Heine)

"Rosenmontag in Altenberg-Erzgebirge - Dunkeldeutschland"
Photo & Text via Twitter @AntikSammlerin 8 Feb 16


Wie bunt, wie braun wird Deutschland?

Im Westen ist der angerichtete Schaden noch relativ gering. Die AfD-Erfolge führen entweder zu neuen Ampelbündnissen oder es entstehen weitere große Koalitionen (wobei in Ba-Wü die Grünen mit über 30 % als Wahlsieger zur neuen ‚Volkspartei’ aufgestiegen sind). Die bisherigen grün-roten bzw. rot-grünen Bündnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben zwar ihre Mehrheiten verloren, aber ihre stärkeren Parts (Grüne in Baden-Württemberg, SPD in Rheinland-Pfalz) werden als Wahlsieger wohl weiter regieren, so dass sich an der Landespolitik vergleichsweise wenig ändern könnte – was in diesen Zeiten fast schon ein Gewinn wäre...

Nachdem die auf schwachem Niveau allerorten leicht erstarkte FDP einer 'Ampelkoalition' (Grüne + SPD + FDP; Angaben jeweils nach abnehmender Fraktionsgröße geordnet) in Baden-Württemberg eine Absage erteilt hat, muss sich der (angesichts der Situation für meinen Geschmack etwas zuviel) strahlende grüne Ministerpräsident Kretschmann von seinem bisherigen Koalitionspartner, der stark gerupften SPD, trennen. Er wird die Chance ergreifen, die extrem degradierte CDU (- 12 %!) als Juniorpartner einer ersten grün-schwarzen Regierung anzuführen und sie damit in gewisser Weise noch einmal zu degradieren – und damit eine Koalitionsoption (üblicherweise freilich andersherum als schwarz-grüne Koalition) umsetzen, mit der einige Grüne ohnehin schon länger kokettieren. Andernfalls gibt es vielleicht Neuwahlen.

In einem Bundesland, das seit kurz nach seiner Gründung (1952) von 1953 bis 2011 durchgehend unter (meist Allein-)Herrschaft der CDU stand und davon allein 20 Jahre von NS-Verbrechern als Ministerpräsidenten regiert worden ist [1958-1966 von NSDAP-/SA-Mitglied und NS-Blockwart Kurt Georg Kiesinger, der danach auch noch Bundeskanzler wurde; von 1966-1978 von SA-Mitglied und NS-Marinerichter Hans Filbinger (verantwortlich u. a. für Todesurteile, Rücktritt im Rahmen der Filbinger-Affäre)], ist das zwar nicht erfreulich, aber es gab auch schon Schlimmeres.

Baden-Württemberg nach der Wahl:
abgesehen von den zwei braunen AfD-Flecken (Mannheim im Nordwesten, der andere ist Pforzheim)
eine interessante, immer grüner werdende Perspektive auf das ehemalige "CDU-Ländle"
(alle Graphiken via tagesschau, rechtschaffende AfD-Umfärbung von mir)

Unappetitliche Kuchen und Ähnliches...

Wahlergebnisse LTW 2016 Baden-Württemberg

Wahlergebnisse LTW 2016 Rheinland-Pfalz

Sollte es in Rheinland-Pfalz zu einer Ampelkoalition kommen (SPD + FDP + Grüne) würde sie damit das in beiden Ländern extrem starke konservative und rechtsnationale Lager (CDU & AfD) in die Opposition verbannen, in Rheinland-Pfalz auch noch mit der 'flüchtlingskritischen' Julia Klöckner als Oppositionsführerin. Als Strafe für die Rechtswähler*innen eigentlich nicht uncharmant.

[In diesem Modell wird interessant, wie sich die FDP, die einst mal als ‚Menschenrechtspartei’ galt, aber auch bekannt dafür ist, gerne kräftig nach rechts zu schielen, in der praktischen Flüchtlingspolitik dann positionieren wird. Auch das Verhältnis der CDU zur AfD auf den Oppositionsbänken bleibt kritisch zu beobachten.]

Oder aber Wahlsiegerin und SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer trennt sich von ihrem stark geschwächten grünen Juniorpartner und holt stattdessen ebenfalls die CDU von den Oppositionsbänken zurück in die Landesregierung, womit sie letztlich indirekt Merkel stärken würde. Malu Dreyer und ihre Widersacherin im Wahlkampf, Julia Klöckner von der CDU, schienen sich am Wahlabend irreführenderweise für ein rot-schwarzes Frauenduo entschieden zu haben, oder war es doch ein modischer Zufall? Aber warum nicht, eine 'Doppelfrauenspitze' wäre meines Wissens zumindest ein Novum in Deutschland, wo es noch garnicht sooo lange her ist (1993), dass schon eine Ministerpräsidentin ein Novum war, und eine ironische 'Spitze' gegen die AfD, in diesem Fall bezüglich ihres reaktionären Frauenbildes. Zwar stehen auch bei der AfD derzeit einige Frauen im Vordergrund, aber das ändert rein garnichts an ihrem Parteiprogramm und den gerade von ihren Sprecherinnen verfochtenen 'Heim und Herd'-Parolen.

Not amused...

Partnerinnenlook?:
Wahlsiegerin Malu Dreyer (SPD) & Verliererin Julia Klöckner (CDU) am Wahlabend LTW Rheinland-Pfalz 2016
Schick schick, aber Momentchen: diese Farben gehören dem Anarchosyndikalismus!
Hierfür müssten beide noch üben... (^.^)
Photo: © Uwe Anspach/dpa (via Zeit.de)


Dunkeldeutschland:
Schlimmer geht's immer!

Sachsen-Anhalt nach der Wahl:
die Landeshauptstadt Magdeburg (Mitte oben) und fast der gesamte Süden des Bundeslandes
wurden zur 'nationalen No-Go-Area'
(die Magenta-farbene 'Oase' hat die Linkspartei gewonnen).

Im Osten sind bisher unbekannte Modelle nötig, um die AfD in Schach zu halten. Oder gab es schon einmal eine schwarz-rot-grüne Koalition? Die latente Schwäche der Linkspartei wirkt dort vor dem Hintergrund der rechten Wahlerfolge besonders verheerend, da Optionen für eine Regierungsübernahme des sog. ‚linken’ Lagers (rot-rot-grün) inzwischen selbst im Osten verbaut sind (erinnert sei daran, dass dieses ‚Lager’ theoretisch immernoch die Mehrheit im Bundestag hätte und jederzeit die Regierung stellen könnte!). Dafür steht CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff vor der leichtesten Entscheidung, er hat nämlich im Grunde keine. Eine CDU / Die Linke - Koalition wäre zwar fast schon witzig gewesen, ist aber ausgeschlossen. Und so wird er als relativ unbeschädigt aus der Wahl hervorgegangener ‚Gewinner’ die schwachen Grünen noch mit ins Boot seiner Schwarz-Roten-Koalition holen, dafür ist sein Koalitionspartner deutlich ‚gerupft’ und auch er steht dann einer zahlenmäßig starken, aber zutiefst gegensätzlichen, d. h. gespaltenen, Opposition aus AfD und Die Linke gegenüber, die er bei der Gelegenheit auch noch als ‚Demokratiefeinde von links und rechts’ labeln und sich damit bequem ‚in der Mitte’ positionieren kann. Auch um die ‚Koalitionsdisziplin’ muss er sich in diesem Modell wohl recht wenig Sorgen machen...

Es bleibt erneut die schauderliche Erkenntnis, dass ausgerechnet in Ostdeutschland das Potential derer, die sich gegen die Aufnahme von Schutzsuchenden und für neue Mauern aussprechen, am Größten ist. Die, die am lautesten geschrien haben, Teil des westdeutschen Systems und der EU werden zu wollen, ausgerechnet die, die in den letzten 25 Jahren mit Milliardenbeträgen, Solidarbeiträgen und Hochwasserhilfen unterstützt wurden, kennen kein Erbarmen mit Menschen in Not. Erbärmlich, einfach erbärmlich.

Wahlergebnisse LTW 2016 Sachsen-Anhalt


#Saxit #STxit ...

"Diese Politik der Ressentiments gegen andere Menschen wird (...) unser Land spalten. Sie wird ein Land zurücklassen, in dem sich die Menschen hassen, weil sie unterschiedliche politische Vorstellungen haben"

US-Präsidentschaftskandidat Marco Rubio (Republikaner) nach seiner Niederlage gegen den rassistischen Immobilien-Milliardär Donald Trump
(Republikaner)

Ich habe schon damals geahnt, dass die sog. 'Wiedervereinigung' keine gute Idee war. Schade, dass es keinen Volksentscheid darüber gibt, Länder wie Sachsen und Sachsen-Anhalt aus dem föderalen System Deutschlands und der EU auszuschließen (sollten sich die Berliner*innen bei der Wahl im September nicht als würdevoller erweisen, erweitere ich meine Forderung auch auf die Hauptstadt). Aber das nächste Hochwasser kommt bestimmt... vielleicht ist dann das Rettungsboot schon voll...?


Heimliche Wahlsiegerin Merkel?

So oder so, aus dem rechtsnational ambitionierten Ruf "Merkel muss weg!" ist ironischerweise eher das Gegenteil geworden: in Sachsen-Anhalt bleibt die CDU an der Regierung, in ein bis zwei westdeutschen Bundesländern kehrt sie sogar aus der Opposition zurück. Und die neuen alten grün-roten Regierungschefs Kretschmann und Dreyer haben Merkels vergleichsweise 'offene' Flüchtlingspolitik unterstützt und sind damit Wahlsieger geworden. War wohl nix! (^.^)

Das Problem an der Merkel-Regierung ist sicherlich nicht, dass sie Flüchtlingen Schutz in Deutschland gewährt (hat). Das Problem ist, dass sie sich von den rassistischen Schreihälsen ohne Not in die Arme der staatsterroristischen und faschistischen AKP-Regierung der Türkei treiben lassen hat (das gilt selbstverständlich auch für die SPD). Und so ist der einzige Grund für einen Rücktritt der gesamten Bundesregierung (inklusive SPD) – wie ich noch einmal betonen möchte – deren skandalöse, ursächlich von den "Das Boot ist voll"- Parolen der Flüchtlingsfeinde von 'AfD', 'Pegida' & Co. angetriebene Türkei-Politik in dem schäbigen Bestreben, Schutzsuchende künftig an den Grenzen der EU abzuweisen (sprich: dem Terrorstaat Türkei zu überlassen) und als Belohnung vollkommenes Stillschweigen über die täglichen, übelsten Menschenrechtsverletzungen in der wieder aufgewerteten Türkei zu wahren, ja, sie sogar auf den Weg in die EU zu führen, also in eine Staatengemeinschaft, in die sie nach all den menschenverachtenden Kapriolen der EU-Staaten mittlerweile auch gehört.
Alle faschistischen Europäer*innen wollten es ja so.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch einmal daran erinnern, dass sich z. B. 'Pegida' im Protest gegen eine Kurdistan-Solidaritätsdemonstration gegründet hat, also von Anfang an genau gegen die Menschen vorgegangen ist, die in den Hauptfluchtländern Syrien und Irak gegen einen der Hauptfluchtgründe, den dschihadistischen Terror des 'IS' (Daesh) kämpfen.
Ironie der Geschichte: AfD und 'Pegida' stehen objektiv auf Seiten des 'IS' und der Türkei.


Antirassismus bleibt Handarbeit

Die bürgerliche Demokratie in Deutschland wird die neuen Koalitionsoptionen überstehen, und die Werte für die AfD – da bin ich mir sicher – werden mittelfristig auch wieder sinken. Im September wird noch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt, da wird die AfD sicher noch einmal zulegen, aber der Zenit dürfte mit dem Ergebnis in Sachsen-Anhalt erreicht sein (im braunen Sachsen wurde ja glücklicherweise schon gewählt). Angesichts der Zugespitztheit dieser Wahlen sollten wir uns daran erinnern, dass ca. 75 % der Wähler*innen sich trotz aller kursierenden Hetze gegen eine rabiate Abschottung von Fluchtsuchenden ausgesprochen haben. Und daran, wieviele Menschen hier und in vielen anderen (nicht nur europäischen) Ländern sich engagiert für Refugees einsetzen.

Für die ca. 75 % demokratisch und antirassistisch eingestellten Menschen in Deutschland stellt sich nur die Frage, wie viel Schaden das rassistische Lager in den nächsten Monaten und Jahren anrichten kann (und was ggf. dagegen unternommen werden muss). Wird es eine Verlagerung der aggressiven Anti-Flüchtlingsproteste von der Straße in die (Landes-)Parlamente geben? Für die Betroffenen des Rassismus könnte das sogar eine Verbesserung darstellen, zumindest, wenn die 'demokratischen Parteien' den rechten Schreihälsen aus der Opposition konsequent stand halten. Oder werden sich Biedermeier, Mob und Brandstifter wie bisher gegenseitig antreiben und weiter gegenseitig verstärken? Vielleicht, aber der Gegenwind auch von bürgerlicher Seite könnte größer werden, denn nun geht es für die anderen Parteien auch um ihr eigenes Überleben. Zumindest ist im Moment noch ein weitgehender (vor allem bei FDP und CSU allerdings fragwürdiger) Konsens erkennbar, sich von der AfD abgrenzen zu wollen und keine parlamentarischen Koalitionen einzugehen. Fragt sich nur, wie lange dieser hält.

Die Hauptgefahr lauert nicht bei der AfD, sondern bei den bürgerlichen Parteien:
so sehr sie rhetorisch an Humanität, ‚Aufnahmebereitschaft’ und ‚Menschenrechten’ festhalten, werden sie letztlich samt und sonders dennoch alles tun, um die Aufnahmezahlen zu senken (und gleichzeitig die Zahl der Abschiebungen erhöhen), sprich: der AfD entgegen kommen. Das ganze irreführende Gerede von einer 'europäischen Lösung' und einer diesbezüglichen Kooperation mit der staatsterroristischen Türkei fußt ja letztlich auf dem von CDU/CSU, SPD und Grünen getragenen Konsens, die Flüchtlingszahlen entschieden zu reduzieren (also genau das, was die AfD will). Eine nennenswerte parlamentarische Kraft, die sich wirklich für offene Grenzen ausspricht, sehe ich schon länger nicht (mehr). Doch glücklicherweise liegt bei weitem nicht alles in den Händen der parlamentarischen Politik...

Flüchtlinge, Helfer*innen und Journalist*innen beim Versuch, gemeinsam von Griechenland aus über einen Fluss nach Mazedonien zu kommen (14 März 2016)

Für Antirassist*innen bleibt die Hoffnung, dass es noch möglichst viele Menschen nach Deutschland schaffen, bevor die Abschottung weiter verstärkt wird (und das wird sie, da brauchen wir uns keinen Illusionen hingeben, ganz ungeachtet der Frage, auf welchem Wege). Doch wo Not ist, werden sich Menschen auch weiter auf die Flucht machen und Wege finden. Unsere Aufgabe ist, sie dabei zu unterstützen und weiterhin deutlich zu machen, dass sie uns auch willkommen sind. Den Rest schaffen wir schon.

Refugees Welcome!


Nachfolgeartikel dieser zweiteiligen Miniserie:
"Merkel & die EU zwischen AfD und AKP"

Weiteres zum Thema (Auswahl):

Photo des Jahres 2015 ...und andere Auszeichnungen (Jan 2016)

#TurkeysWarOnKurds (Jan 2016)

K(l)eine Lehren aus Paris (Nov 2015)

Herbst im Moor (Nov 2015)

Pop & Elend (Okt 2015)

Keine Feiertage: 3. Oktober, 9. November (Okt 2015)

Der kürzeste Weg nach Tall Abyad (Juni 2015)

Die Rückkehr des zivilen Lebens in Kobanê (Mai 2015)

Wie Toyah Diebel in 3 Minuten Pegida abschminkte (Febr 2015)

Monday, June 29, 2015

Das Letzte Massaker der Dschihadisten

~ dedicated to all the victims and their mourning surviving dependants ~

In endloser Trauer um die Ermordeten. RIP ihr alle.

Opfer des Daesh (IS) - Massakers in Kobanê / Rojava am 25. Juni 2015
Victims of the Daesh (ISIL) massacre in Kobanê / Rojava on 25th of June 2015

Ich war eigentlich mit weitaus erfreulicheren und positiveren Gedanken (und auch Posts) beschäftigt, als ich überglücklich von der schönsten Hochzeit meines bisherigen Lebens und einer endlosen und endlos schönen Berliner Dauer-Party zurückkam und von diesen Nachrichten erfuhr:

Am 25. Juni 2015 sind die islamistischen Daesh-Terroristen (IS) nach einer monatelangen Serie von Niederlagen gegen die tapferen kurdischen Selbstverteidigungskräfte in Rojava (Nord-Syrien) in einem barbarischen Rachefeldzug noch einmal mit schweren Waffen und explodierenden Selbstmord-Fahrzeugen in die schon seit Januar befreite Stadt Kobanê eingedrungen, stürmten ein Krankenhaus und ermordeten durch die Straßen und Häuser marodierend in ihrem Massaker wahllos über 230 Menschen! Die Dschihadisten drangen von verschiedenen Seiten in die Stadt, unter anderem auch ausnahmsweise rasiert und in Uniformen der kurdischen YPG und der rebellisch-syrischen FSA getarnt (!) zu Fuß sowie mit insgesamt mindestens zwei Selbstmord-Bombenfahrzeugen über die anliegende türkische Grenze, die für humanitäre Hilfslieferungen in die kurdische Stadt meist geschlossen ist, für die islamistischen Terroristen aber dauerhaft in beide Richtungen weit offen steht. Hinter dem Angriff steht also nicht nur der IS (Daesh), sondern auch der mit den Dschihadisten sympathisierende NATO-Partner Türkei und ihr widerlicher Präsident Erdogan. Ebenfalls an der Grenze stationiert ist übrigens die deutsche 'Bundeswehr', die ob ihres offiziellen Auftrages (Schutz der Türkei vor Angriffen aus Syrien) bestimmt gelangweilt, ansonsten aber ihrem türkischen NATO-Freund stets zu Diensten ist, während Obamas USA vorbildlicherweise den Kurd*innen zur Seite steht.

Am gleichen Tag wurden bekanntlich auch in Tunesien (am Strand von Sousse wurden mindestens 39 westliche Urlauber*innen erschossen!), Kuwait (in Kuwait-Stadt wurden mindestens 25 Gläubige während des traditionellen Freitagsgebetes in einer schiitischen Moschee getötet!) und Frankreich (in Lyon wurde der 54jährige Hervé C. von einem IS-Dschihadisten enthauptet!) weit über 60 muslimische und nicht-muslimische Zivilist*innen von Daesh ermordet, worüber die internationalen Medien breit berichteten, während das größte Massaker, das in Kobanê, weitgehend unter den Teppich gekehrt wurde. Ich bin sprachlos und möchte es heute auch bleiben. Alles notwendige Wissen zu diesen Themen habe ich Euch seit November in diesem Blog ja bereit gestellt. Die ekelerregende Ja-aber-Politik der EU und Deutschlands allerdings muss jetzt endlich ein Ende haben, das gilt in Berlin insbesondere für die unglaubliche SPD und ihre Freund*innen von der CDU, die ihre 'Bundeswehr' immernoch in der Türkei stationiert halten, während von genau dieser Türkei aus immer wieder solche bestialischen Dschihadisten-Angriffe auf die selbstverwaltete kurdische Region Rojava in Nord-Syrien gestartet werden. Genug!

#ISIS bastards deliberately targeted civilians in #Kobane - staggering death toll.
Tweet by Magnus Kellerdal @MKellerdal 26 Jun 2015


The Last Massacre of the Jihadists

Actually, I have been concerned with far more pleasant and positive thoughts (and also posts) when I came back overwhelmed with joy from the most beautiful wedding of my life that far and an endless and endlessly beautiful Berlin non-stop party and heard about these news:

On the 25th of June 2015, after a months-long series of defeats against the brave Kurdish self defense units in Rojava (Northern-Syria), in a barbaric vendetta the islamistic Daesh terrorists (ISIL) again invaded the town of Kobanî (already liberated since January) with heavy weapons and exploding suicide vehicles, stormed a hospital and marauding through the streets and houses in their massacre randomly murdered more than 230 people! The jihadists invaded from different sides into the town, among others also –  exceptionally shaved and disguised (!) in uniforms of the Kurdish YPG and the Syrian rebels FSA by foot as well as with in total at least two suicide bomb vehicles over the adjacent Turkish border, which mostly is closed for humanitarian aid supplies into the Kurdish town, but constantly wide open in both directions for the islamistic terrorists. So behind the attack stands not only Daesh (ISIL), but also NATO partner Turkey and its disgusting president Erdogan sympathizing with the jihihadists. Incidentally also deployed at the border is the German 'Bundeswehr' which surely is bored with their official task (protection of Turkey against attacks from Syria), but beside this is always at service for its Turkish NATO friend while Obama's USA commendably helps the Kurds.

As is well known, on the same day also in Tunisia (at least 39 Western vacationers have been shot at the beach of Sousse!), Kuwait (in Kuwait City during the traditional Friday prayers at least 25 believers in a Shiite mosque have been killed!) and France (in Lyon the 54-year-old Hervé C. has been beheaded by an IS jihadist!) far more than 60 Muslim and non-Muslim civilians have been murdered by Daesh, which has been widely reported in the international media, while the biggest massacre, the one in Kobanî, largely has been swept under the carpet. I'm speechless and want to keep it that way today. Since November I have provided all required knowledge about these topics for you in this blog. However, the disgusting Yes-but-politics of the EU and Germany now finally has to come to an end, this goes in Berlin especially for the unbelievable Social Democrats of the SPD and its friends from the Conservative Party CDU who both still keep their German army 'Bundeswehr' deployed in Turkey, while out from exactly this Turkey again and again such brutish jihadist attacks at the self-governed Kurdish region Rojava in Northern-Syria are started. Enough!

Paris, Januar(y) 2015

Photo by Özgür Gündem

Kurdische Frauen haben es schon Anfang des Jahres beim #CharlieHebdo Trauermarsch in Paris gesagt:
Kurdish women already said it in the beginning of this year at the #CharlieHebdo funeral march in Paris:

Die Barbarei, die in Paris gemordet hat, mordet auch in Kobanê.
The barbarity that killed in Paris also kills in Kobanî.

Wie wir alle wissen, ist es nie gut, nicht auf (unsere) Mütter zu hören... :-(
Like we all know, it's never good to not listen to (our) mothers... :-(


... nur ein paar wenige Erinnerungen...
... just a few memories...

Schaut einfach in die Gesichter dieser liebenswerten Menschen von Kobanê, die für eine verfehlte Politik der EU, Deutschlands, der Türkei und Russlands sterben mussten:

Just take a look into the faces of these lovely people of Kobanî who had to die for the misguided politics of the EU, Germany, Turkey and Russia:

Zeichnung des 60jährigen Karker, der Kobanê mit den Selbstverteidigungseinheiten YPG verteidigt hatte
"60 years old #YPG fighter Karker #Kobane from Sinop was
massacred during the #ISIS attack #TerroristErdogan"
Tweet by Gizing Bayani @valakurd 27 Jun 2015

Rifat Horoz (Kampfname Karker Kobanê ("Arbeiter von Kobanê")) aus Albanien / Balkan überließ seine Wohnung Flüchtlingen aus Rojava, kam selber an die Grenze und beteiligte sich dann monatelang an den zivilen Wachen, die ein Eindringen von IS-Faschisten über die Türkei verhindern sollten. Seine YPG-Einheit war für die Räumung von IS-Minen und nicht explodierten Bomben in Kobanê zuständig und beseitigte mehr als 800 Sprengkörper, 200 Granaten und vier Tonnen Landminen. Die europäische Politik hat einen Dreck getan, ihm dabei zu helfen.
Rifat überlebte alles, nur nicht dieses Massaker.

Lasst uns seine Blumen in unseren Herzen tragen.


Rifat Horoz (fighter name Karker Kobanê ("Worker of Kobanî")) from Albania / Balkans left his flat for refugees from Rojava, came himself to the border and then took part for months with the civilian guards, trying to prevent attacks by IS fascists from Turkey. His YPG unit had been concerned with the clearance of mines and not exploded bombs in Kobanî and removed more than 800 explosive devices, 200 grenades and four tons of landmines. EU politics didn't even give a toss about his efforts. Rifat survived everything, only not this massacre.

Let's keep his flowers in our hearts.

"This brave old Kurd fighter fell aswell... Sehid namirin"
(Sehin namirin bedeutet in etwa "unschuldig gestorben" / means about "died innocently")
Tweet by Cahit Storm @cahitstorm 26 Jun 2015

  
"3 sisters martyred in the #Kobane massacres
#TwitterKurds #TerroristErdogan #TerroristTurkey"
Tweet by Gizing Bayani @valakurd

"This young woman and her child were among civilians killed
in today's attacks by Daesh (#ISIS) terrorists on #Kobane"
Tweet by official YPG @DefenseUnits

"#Kobane teacher Perwin (22) killed by ISIS yesterday.
She was a teacher dedicated her life to children @AWelatparez"
Tweet by Mutlu Civiroglu @mutludc 26 Jun 2015

Auch mein Freund Jack Shahine, Journalist und Photograph aus Kobanê (der uns liebenswerterweise immer wieder mit Bildern und Informationen unterstützt), hat Verwandte in diesem terroristischen Dschihadisten-Massaker verloren:

My friend Jack Shahine, journalist and photographer from Kobanê (who lovelywise again and again supports us with pictures and informations), lost relatives in this jihadi terrorist massacre, too:

"Relatives! Old man Sheiko Khello & his wife Khalisa brutally slaughtered INSIDE their house, early morning 25.6.2015"
Tweet & photo by my Rojavan friend Jack Shahine, Twitter@jackshahine 27 Jun 2015

.
I'm so sorry for you, Jack!
Actually I'm still speechless.
I only can hope
that
through all of the pain finally a light shines through!*

* Lux lucet in tenebris in Christian termsI always loved that saying even being a baptized atheist.
Interesting that it's also referred to great left-wing German dramatist Bertolt Brecht
who had to flee the Nazis to the USA.

I hope Jack you always can stay where you wish to be
&
I'm super sure that your loved ones and this lovely couple
will have the very best paradise anyone can imagine!

RIP Sheiko & Khalisha!
.



... über 500 Verletzte...
... more than 500 injured...

"Es gibt nur einen einzigen wirklichen Wettbewerb im Leben. Und dieser ist, etwas für die Menschlichkeit zu tun.
Bei diesem Wettbewerb sagen wir: die Erde ist unser Land,
die Menschen sind unsere Schwestern & Brüder, die Güte und Unterstützung sind unser Glaube."
(Kurdischer Roter Halbmond 'Heyva Sor')


"There is only one true competition in life, and that is the competition for humanity.
Racing in this competition, we say that the world is our country, humans are our kin, goodness and aid are our faith."
(Kurdish Red Crescent 'Heyva Sor')

Es ist offenkundig, worauf die Daesh-Barbaren zielen: auf das mühsam wiederhergestellte zivile Leben in Kobanê und die ohnehin schon schwierigen Bemühungen des Wiederaufbaus der von ihnen selbst (Daesh) während ihrer monatelangen Belagerung im Winter maßlos zerstörten Stadt. Nun brauchen die Menschen von Kobanê zu allem anderen auch dringend medizinische Hilfe für die über 500 (!) verletzten Überlebenden.

It is obvious what the Daesh barbarians are targeting at: at the great efforts to restore a civilian life in Kobanî and the anyway difficult reconstruction endeavours of the town, totally destroyed by themselves (Daesh) in the winter during their months-long siege. Now, the people of Kobanî beside many other things also urgently need medical aid for the more than 500 (!) injured survivors.

Spenden könnt Ihr entweder online oder an das kurdische 'Rote Kreuz' (Roter Halbmond):
You can either donate online or to the Kurdish 'Red Cross' (Red Crescent):

Heyva Sor a Kurdistanê e. V.
Konto / Account No: 40 10 481
BLZ: 370 502 99 (Kreissparkasse Köln)
IBAN: DE 49 370 502 99 000 40 10 481
BIC/SWIFT: COKSDE33XXX
Stichwort / Subject: Kobanê


... und nichts als Tränen, Schmerz und Leid...
... and nothing but tears, pain and sorrow...

"Tears & sorrow of #Kobane #TerroristTurkey #TwitterKurds"
Tweet by Gizing Bayani @valakurd 27 Jun 2015

In endless mourning about the murdered. RIP you all.


Even just a part of the victims of the Daesh massacre in Kobanê
Pic via Gizing Bayani @valakurd 27 Jun 2015

 
"Tears & sorrow of #Kobane #TerroristTurkey #TwitterKurds"
Tweet by Gizing Bayani @valakurd 27 Jun 2015


Daesh muss sterben, damit der Nahe Osten leben kann!

Politische Anerkennung der YPG/YPJ & der PYD (Kurdische Partei in Rojava) durch die EU!
Weg mit dem Verbot der PKK, einer der engagiertesten Kräfte gegen den 'Islamischen Staat' (Daesh)!
Schluss mit der EU-Kumpanei mit der türkischen Aggressionspolitik!
Unterstützung für den eher Kurdistan-freundlichen Kurs von Obamas USA!
Bundeswehr raus aus der Türkei!

Der 25. Juni 2015 war der 11. September für Rojava / Kurdistan.
Genug ist genug - #GameOverDaesh! 


 
#TwitterKurds new profile pics


Daesh got to die, so that the Middle East can live!

Political recognition of the YPG/YPJ & the PYD (Kurdish party in Rojava) by the EU!
Lift the ban of the PKK, one of the most dedicated forces against Daesh ('Islamic State')!
End of the chumminess of the EU with the aggressive Turkish politics!
Support for the more Kurdish-friendly policy of Obama's USA!
German armed forces 'Bundeswehr' out of Turkey!

25th of June 2015 was 9/11 to Rojava / Kurdistan.
Enough is enough - #GameOverDaesh!



"YPJ fighters [Rojava Women's Defense Units] sleeping next to little Hebun, who's laughing
not knowing that his mother was murdered by ISIS rapists"
Tweet by elif @ninmena 26 Jun 2015

 
The crying of this Kobanê baby who lost his mother will be remembered and
the laugh of this baby will shatter the floors of the mighty ones!
Words by Kersten / Style! It! Takes! Berlin,
Photos via elif @ninmena 26 Jun 2015


Zum ersten und hoffentlich letzten Mal beende ich einen Post nicht mit Herzchen,
sondern mit einer

Kriegserklärung:

Als kosmopolitisches, friedliebendes und lebensfreudiges Projekt waren wir von Anfang an gegen Euch,
aber ab sofort befindet sich dieser Blog und das Projekt "Style! It! Takes!"

offiziell im Krieg mit Daesh!

Das ist noch nicht einmal lustig. Wir können sehr grausam sein.

Kämpferinnen von den kurdischen Frauen-Selbstverteidigungseinheiten YPJ,
im Kampf gegen Daesh in Rojava / Nord-Syrien
Female fighters of the Kurdish Women's Defense Units YPJ, in war with Daesh in Rojava / Northern Syria
"Photo by @maryam_ashrafi from the frontline in #Kobane"
via Cahida Dêrsim @dilkocer 18 Jun 2015


For a first and hopefully last time I'll end a post not with a little heart but instead with a

Declaration of War:

As cosmopolitan, peace-loving project full of zest for life we had been against you from the beginning, but from now on this blog and the project "Style! It! Takes!" is

officially in war with Daesh!

That's not even funny. We can be very cruel.

Eine kurdische Peschmerga-Kämpferin, im Kampf gegen Daesh im Irak
A female Kurdish Peshmerga fighter, in war with Daesh in Iraq



Termin für Berlin:
Internationales Solidaritätsfest für Kobanê
Sa., 11. Juli 2015
Ab 14 h auf dem Oranienplatz (U Kottbusser Tor)
Mit Musik, Tanz, Essen, Filmen, Soli-Konzert usw.
16.15 h Kundgebung für einen humanitären Korridor nach Kobanê
Programm


Special thanx, love & greetings to #TwitterKurds:
Cahida Dêrsim @dilkocer
elif @ninmena
Gizing Bayani @valakurd
Cahit Storm @cahitstorm
Mutlu Civiroglu @mutludc
YPG @DefenseUnits
and - like always -
Jack Shahine @jackshahine
for the pictures I used and for being all there in general and so amazing in specific.
Greetings as well to my Kurdish sister Joan who is currently trying to help in Iraq right now.

Unsere Freundin Joan ist im Moment in der Autonomen Region Kurdistan im Irak und hilft von Daesh (IS) vertriebenen Opfern.
Our friend Joan currently stays in Iraqi Kurdistan and helps displaced victims of Daesh (ISIL).

Mit diesen Referenzen kann ich diesen Post doch noch beenden wie alle - mit Herzchen:
With these references I'm able to end this post like I always do - with hearts:
Love, Freedom & Peace!
♥♥♥

Auswahl verwandter Artikel in diesem Blog:

The Politics of the Future (deutsche Version) (Jan. 2015)
Hintergrundartikel zum kurdischen Kampf um Befreiung
Mit Pferdeschwänzen gegen Terroristen (März 2015)
Über die unvollständige Befreiung der kurdischen Kantone Kobanê, Cizîrê und Efrîn (Nord-Syrien)

Selection of related articles in this blog:

The Politics of the Future (English Version) (Jan 2015)
Background article about the Kurdish liberation struggle in Syria, Iraq & Turkey
About the incomplete liberation of the Kurdish Cantons of Kobanê, Cizîrê and Efrîn (Northern Syria)