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Wednesday, December 12, 2018

Seenotrettung

"Those we've rescued at sea have names, faces, families, friends, dreams, strengths & flaws.
They're more than numbers & simply don't deserve to drown."
Médecins Sans Frontières (MSF) on Twitter @MSF, 8. Dez. 2018

Da mir mit dem durchaus recht aufwändigen Projekt meines niedlichen MERRY XMAS CHARITY PIN-UP CALENDER ein bisschen die Zeit davon läuft, fasse ich mich zur zweiten Spende heute eher kurz. Es handelt sich trotz des süßen Titelphotos, für das ich mich entschieden habe, um ein sehr ernstes Thema.
Ich finde allerdings auch, dass es nicht allzu viel zu diskutieren gibt, wenn Tausende von Menschen in ihrer offenkundigen Verzweiflung beim Versuch, sich nach Europa zu retten im Mittelmeer ertrinken und es wunderbare Menschen gibt, die keinen Aufwand und Mühen scheuen, möglichst viele von ihnen zu retten. Trotzdem sind auch in diesem Jahr wieder mehr als 2119 flüchtende Menschen an den europäischen Außengrenzen im Mittelmeer gestorben!
Und da auch ich lieber eine Frau der Tat bin, als meine wertvolle Zeit mit Diskussionen über sowieso unverbesserliche Rassist*innen zu verschwenden, versuche ich mit meinen beschränkten und doch auch vielfältigen Mitteln (Öffentlichkeits- und Kulturarbeit hier und fast täglich auf Twitter, Demonstrieren, Spenden...) lieber zu helfen und die zu unterstützen, die Leben retten, anstatt nutzlose Debatten über oder gar mit Menschenfeinden zu führen. Ohnehin ist – und das war die vielleicht erfreulichste Botschaft zahlloser und oft riesiger antirassistischer Mobilisierungen von Griechenland bis Barcelona, von München bis Hamburg und Berlin (#ausgehetzt #Seebrücke #unteilbar etc.) in diesem sogar in Deutschland politisch turbulenten Jahr – die Zeit der gelähmten Schockstarre nach dem rassistisch-rechtsextremen Höhenflug nun wirklich vorbei, denn es bleibt dabei: #wirsindmehr!

Es gibt verschiedene Organisationen der im Mittelmeer und vor der libyschen Küste aktiven zivilgesellschaftlichen Seenotrettung. Zunächst wollte ich mich für eine entscheiden, aber nachdem ich mich auf Twitter nach Unterschieden oder Präferenzen erkundigt habe und von den drei zur Wahl stehenden Initiativen supernette und solidarische Antworten mit dem Tenor "Die Spenden sind bei allen genannten Organisationen gut aufgehoben" (Antwort von Sea-Eye) erhalten habe, habe ich nun beschlossen, den geplanten Gesamtbetrag von 48 € salomonisch zu je 16 € unter diesen drei Initiativen aufzuteilen: Sea-Watch, Mission Lifeline & Sea-Eye.
Das Gute daran ist auch, dass die Formulardaten für künftige Spenden damit gespeichert sind (von verschiedenen Formen des 'Online-Banking' halte ich mich aus politischen Gründen eher fern), da ich Nummern- & Zahlentippereien ziemlich lästig finde und das manchmal die größte Hürde für eine spontane kleine Spende ist.

Da mein Gesamtbudget für mein Charity-Kalender-Projekt leider begrenzt ist, wird dies dennoch die größte Spende pro Kalenderblatt sein. Und wie mir Gorden Isler, der Sprecher von "Sea-Eye", auf meine Andeutung hin, dass meinerseits kein allzu großer 'Geldregen' zu erwarten sei, richtig schrieb: "Jeder Betrag hilft". Auch auf der Webseite von "Mission Lifeline" heißt es:
"Schon ein kleiner Betrag von 5 Euro ist ein wichtiger Beitrag".

Für 5 € kann z. B. Sea-Watch eine Person mit Essen und Trinken versorgen, für 6 € kann eine Rettungsweste gekauft werden (Mission Lifeline), für 15 € Rettungsschwimmwesten, für 35 € ein Rettungsring und für nur 1 € (!) eine Rettungsdecke als erste Hilfe gegen Unterkühlung an Bord (Sea-Watch), so dass ich mit meinen 48 € rechnerisch entweder einen Rettungsring plus eine Rettungsschwimmweste finanzieren, 10 Menschen mit erstem Essen & Trinken versorgen oder 48 Menschen in Form von Rettungsdecken Wärme schenken kann...
[Ich erwähne all diese Summen in meinem Kalender übrigens absichtlich so genau, um auch andere Menschen mit geringem Einkommen oder in eher prekären Lebensverhältnissen zu Kleinspenden für unterstützenswerte Projekte zu ermuntern.]

Ihr, liebe Leser*innen, seid also herzlich eingeladen, meine Spenden noch ein wenig aufzustocken. Laut "Sea-Eye" waren sie übrigens statistisch gesehen in den Jahren 2016 & 2017 in der Lage, mit einem durchschnittlichen Betrag von nur 48 € (also meiner Gesamtsumme) ein Menschenleben zu retten. Wenn das keine Motivation ist!
(auch wenn mir bei diesem 'Betrag' für das (Über-)Leben eines Menschen, der*die nicht das Glück hatte, in Europa geboren worden zu sein, ganz schummrig wird, da er auch zeigt, wie krass diese rassistisch-kapitalistische Weltordnung ist und wie wenig unseren herrschenden Klassen nicht-europäische Menschen wert sind!)

#Europe 2018 in einer Karikatur zusammengefasst.
Die westlichen Industrieländer beuten und plündern seit Jahrzehnten Afrika aus, heizen mit ihren Rüstungsgeschäften und Kriegen nicht nur im Nahen Osten Konflikte an, unterhalten extrem unfaire Handelsbeziehungen, zerstören das Klima – aber den betroffenen Menschen wird das Recht auf Bewegungsfreiheit genommen, die Einreise verweigert und Tausende von Menschen ertrinken jährlich auf der Flucht im Mittelmeer.
Text von mir, Karikatur via Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler @gorden_isler, Twitter 29. Sept. 2018

Seenotrettung

Hier sind die Webseiten, Twitter-Accounts und Überweisungsdaten
der Seenotrettungs-Organisationen:

Sea-Watch
Berlin


"Wir retten Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken."

SPENDENKONTO:
IBAN: DE77 1002 0500 0002 0222 88
BIC: BFSWDE33BER
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft Berlin
Kontoinhaber: Sea-Watch e.V.

Weitere Infos & Online spenden:
Twitter: @seawatchcrew (22,7 Tsd. Follower*innen)

Nach Eigenangaben hat Sea-Watch bereits 35.000 Menschen das Leben gerettet!


Mission Lifeline
Dresden

"Private Seenotrettungshilfe aus Dresden zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer.
Gegen Abschottung, für legale Einreisewege. Jeder Cent hilft Leben zu retten!"

MISSION LIFELINE e.V.
IBAN: DE85 8509 0000 2852 2610 08
BIC: GENODEF1DRS
Volksbank Dresden e.G.

Weitere Infos & Online spenden:
Twitter: @SEENOTRETTUNG (18,1 Tsd. Follower*innen)

Bei Mission Lifeline habe ich auf die Schnelle keine Zahlen zu den Geretteten gefunden, anderseits gab und gibt es gerade zu dieser Organisation und ihrem bekannt gewordenen Kapitän Claus-Peter Reisch eine breitgefächerte Presseberichterstattung. Wir sollten bei diesem Stichwort allerdings nicht vergessen, dass in allen drei hier vorgestellten Organisationen eine Vielzahl von Frauen* und Männern* größtenteils ehrenamtlich tätig sind, denn es braucht nicht nur Kapitän*innen, sondern auch Ärzt*innen, Sanitäter*innen & Rettungsassistent*innen, Köch*innen & Übersetzer*innen in den Crews auf dem Meer, aber auch Projektmanager*innen, (Graphik- & Web-)Designer*innen und schließlich nicht zuletzt Fundraiser*innen & Spendensammler*innen an Land. Da helfe ich doch gern!


Sea-Eye
Regensburg

"Zivile Seenotrettung im zentralen Mittelmeer. Civil Sea Rescue."

Sea-Eye e. V.
Bankverbindung: Volksbank Regensburg,
IBAN: DE60 7509 0000 0000 0798 98
BIC: GENODEF1R01

Weitere Infos & Online spenden:
Twitter: @seaeyeorg (5,9 Tsd. Follower*innen)

Sea-Eye hat nach Eigenangaben bereits über 14.000 Menschen das Leben gerettet!


Spenden

⛴️ ⛴️ ⛴️

Die Spenden sind bei allen drei gemeinnützigen Organisationen steuerlich absetzbar. Für die Zusendung der Spendenquittung Anschrift im Verwendungszweck angeben, bei Spenden von über 200 € an Sea-Eye die Email-Adresse (mit „-at-“ anstelle von „@“) für eine Eingangsbestätigung und eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt.
Genereller Vorteil einer klassischen Überweisung: es entstehen weder den Spender*innen noch den Organisationen Gebühren, während zum Beispiel PayPal eine Gebühr von 1,5 % + 0,35 € verlangt und betterplace 2,5% Transaktionskosten einbehält. Und wie gesagt: einmal angelegt, habt Ihr die Tipperei für immer hinter Euch und könnt die Überweisungsformularvorlage immer wieder benutzen und braucht nur den Betrag zu ändern.
Über Daueraufträge freuen sich die Organisationen natürlich auch – alles dazu auf den verlinkten Webseiten.
Und wer schließlich so wirklich gar keinen Cent über hat, kann den Organisationen zumindest kostenlos auf Twitter (Facebook, YouTube, Instagram & Co.) folgen und damit ihre Reichweite und ihren politischen Einfluss weiter erhöhen (das gilt auch für alle anderen unterstützten Projekte meines Kalenders). Oder einfach selbst Spenden sammeln, Infos verbreiten oder anderweitig aktiv werden. Ein paar weitere konkrete Vorschläge von Mission Lifeline gibt es zum Beispiel hier.


Keine Nummern, keine Zahlen

"Europa lässt im Mittelmeer keine Nummern und Zahlen ertrinken, sondern Menschen. Sie haben Freunde und Familie, Ängste und Träume. Sie sind Menschen wie du und ich. Sie sind auch #unseretoten."
~~~~~~~~~
"It's not numbers and figures that Europe is letting drown in the Mediterranean, it's people. They have friends and family, fears and dreams. They are people like you and me. They are #ourdead too."

Sea-Watch @seawatchcrew
#HumanRightsDay
Twitter 11 Dec 2018







...
Learn more here: http://www.our-dead.eu


Seebrücke & Offene Grenzen

Aber Spenden ist natürlich nicht alles. Es geht auch und letztlich sogar vor allem darum, den politischen Druck für sichere Fluchtwege zu erhöhen, denn natürlich ist das alles kein Zustand, der so bleiben kann. Die in vielen Städten dieses Jahr in ganz Europa stattgefundenen, teilweise riesigen Demonstrationen für eine Seebrücke, sichere Fluchtwege, offene Häfen und solidarische 'Refugee-Cities' waren hierfür ein toller Anfang! Und deshalb möchte ich zum Abschluss auch noch auf die Webseiten der internationalen Seebrücke-Bewegung hinweisen, wo Ihr die bundesweiten Termine für die nächsten Aktionen und Demonstrationen erfahren könnt:

SEEBRÜCKE


"Wir bauen eine Brücke zu sicheren Häfen"
 Twitter: @_Seebruecke_
(es gibt in fast allen größeren Städten Seebrücke-Ortsgruppen, meist auch mit eigenen Twitter-Accounts, einfach nachschauen)

SEEBRÜCKE Berlin


"Berliner Ortsgruppe der Bewegung für sichere Häfen und solidarische Städte.
Build Bridges, Not Walls!"
Twitter: @SeebrueckeB

"Die SEEBRÜCKE ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und erwarten von der deutschen und europäischen Politik sofort sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind – kurz: Weg von Abschiebung und Abschottung und hin zu Bewegungsfreiheit für alle Menschen."

LOVE safe passage HATE borders
Unser Schlachtruf heißt retten
#BuildBridgesNotWalls
Kein Mensch ist illegal, Bleiberecht überall!
via Seebrücke Berlin @SeebrueckeB, Twitter 18. Okt. 2018



Magenta ist #unteilbar

Auch das war in diesem politisch bewegten Jahr: die unendlich große #unteilbar-Demo am 13. Oktober 2018 mit sagenhaften über 250.000 Menschen in Berlin!
Da ich es mag, die vielen verschiedenen Kämpfe für ein besseres Leben zu verbinden, hatte ich mal wieder meine syrisch-kurdische YPJ-Fahne spazieren geführt, was immer wieder Leute zum Lächeln, Jubeln, Winken & Strahlen gebracht hat. Leider gibt es keine Outfit-Photos von mir (ein anderes Mal!) – Eure *scherz* 'Lieblings-Modebloggerin' Magenta hatte sich für ein verspieltes rosa-farbenes Mini-Röckchen und magenta-pinke Glitzer-Pumps (Mary Janes mit Riemchen) mit schwarzen Strumpfhosen & schwarzem Top und meiner auf kurdischen Demos schon obligatorisch gewordenen rosa 'Kirschblüte' im kupferroten Haar entschieden und auch dafür habe ich mehrere Komplimente von zuvor unbekannten lesbischen und queeren Frauen bekommen (was mich als Femme-Lesbe natürlich besonders gefreut hat). Aber irgendwie waren ob des bombastischen Erfolges ohnehin alle happy!
Die kommunikative Demo war auch ein Ort der Begegnung und es wurde dann nach einem in jeder Hinsicht endlosen Tag entsprechend auch noch ein ziemlich langer schöner Abend – und hinein in die Berliner Nacht. So waren dann mehrere mir wichtige Anliegen vereint. So soll es sein!

Hier ein paar Impressionen aus den absolut enthusiastischen, gleichzeitig wundervoll fröhlichen und super kämpferischen letzten Stunden der größten politischen Demo auf der ich jemals war (und ich war schon auf einigen...).
Es sind alles Screenshots vom offiziellen #unteilbar-Video, der an Ort und Stelle auf Großbildleinwänden übertragen wurde, sprich, ich konnte mich zu jeder Zeit live mit meiner – viele soziale, antirassistische & antifaschistische, säkulare, feministische, queere und ökologische Themen der Demo vereinenden – YPJ-Fahne 'ins Bild rücken'. Aber sie war auch nicht zu übersehen! (^.^)

Am Ende der nicht enden wollenden Riesendemo #unteilbar am 13. Okt. 2018 gelang es mir bei den Abschluss-Konzerten an der Siegessäule, meine Fahne der nordsyrischen Frauenverteidigungseinheiten YPJ in die erste Reihe und direkt in die Übertragungskameras zu bugsieren.
:-)

Viva Rojava bei #unteilbar!
Auch von den nur wenige Meter entfernten 'VIP's' auf der Bühne gab es positive Reaktionen!
:-)




Schaut in diese Gesichter - schaut auf diese Gesten!
Wie der Aufschrei der "schweigenden Mehrheit", auf den wir alle so lange gewartet haben...
die Stimmung war am Ende fast am Explodieren!

Selbst von weiter weg super zu erkennen – und dazu in fast jeder Einstellung auf den Großbildleinwänden links und rechts!
Frauen* aller Länder, wir erobern uns die Nacht zurück!

If anyone wondered who managed to bring a Kurdish women freedom fighters #YPJ flag right into the very 1st row & the super big screens of the enthusiastic end of >250,000's #unteilbar – with smiling faces of a lot of the wonderful VIP's on stage:
It was just me, Magenta. Ooops.

 🇬🇫


Refugees Welcome

Schließen möchte ich mit einem herzlichen Dank an alle, die sich auch 2019 weiterhin für eine offene Gesellschaft einsetzen werden, mit einem entschlossenen "Refugees Welcome" und meinem Lieblingszitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (!): "Wir schaffen das!".
Na klar schaffen 'wir' das, wir sind schließlich nicht nur "mehr",
wir sind auch – wie wir erst vor wenigen Wochen mit über 250.000 Menschen auf den Straßen von Berlin gemeinsam bewiesen haben – #unteilbar!

Nieder mit der "Festung Europa"!
#keinMenschistillegal

Refugees Welcome!

Kuss Kuss
xxx
Eure "Bloggerin für Flüchtlinge" Magenta


Dies war quasi die Rückseite des zweiten Kalenderblattes meines wundervollen, säkular-atheistischen Merry Xmas Charity Pin-up Calendar. Hier geht's zur hübschen Vorderseite von Teil II/V mit Pin-ups, Nikoläus*innen, Keksen & Musik!

💖💖💖


Blog-Artikel zu Rassismus, Nationalismus, EU & Refugees (Auswahl):

Grenzenlos. Feministisch. Solidarisch ★ Kampf der AfD! #Blockupy IV (Sept 2016)
Merkel & die EU zwischen AfD und AKP (März 2016) (zum EU-Türkei-Deal)
Alle faschistischen Deutschen (AfD)… (März 2016)
Herbst im Moor (Nov 2015) (Kapitel "Moos ohne Grenzen" ff. über Rassismus in der Provinz)
Pop & Elend (Okt 2015) (Über Refugees & Musik)
Keine Feiertage: 3. Oktober, 9. November (Okt 2015)
Wie Toyah Diebel in 3 Minuten Pegida abschminkte (Febr 2015)

Blog-Artikel zu Rojava (endlos viele, exemplarisch):

Nieder mit der AKP ★ Solidarität mit Rojava ★ Blockupy III (Sept 2016)
Der kürzeste Weg nach Tall Abyad (Juni 2015)
Die Rückkehr des zivilen Lebens in Kobanê (Mai 2015)
Mit Pferdeschwänzen gegen Terroristen (März 2015)

Lesbische Blog-Artikel (exemplarisch):

Lesbians at the Prom ♥ Frauen gehen mit Frauen zum Ball (Mai 2016)
Girls loving Girls (April 2015)

Wednesday, March 8, 2017

8. März in Berlin - International Women*s Day 2017

"Unity. Protection. Power. Progress. WOMEN RISE UP! Getting ready to march with my sisters!
@womensmarch #WomensMarch"
(Katy Perry @katyperry 21 Jan 2017)

Auch dieses Jahr wird wieder weltweit am Internationalen Frauen*kampftag am 8. März demonstriert, diskutiert und gefeiert (eine ausführliche Auflistung von Demonstrationen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Parties in Deutschland, der Schweiz und Österreich findet sich im "Mädchenmannschaft"-Blog). Ich reiche hier mal die Möglichkeiten für Berlin durch, wo ab 16.30 h alle Wege zum Oranienplatz in Kreuzberg führen, bevor es dann zu verschiedenen Parties gehen kann. Hier die drei besten Wege zum Oranienplatz:

8. März 2017 * Berlin * 8th of March 2017

16.30 h Warschauer / Revaler Straße
International Women*s Struggle Demo


16:30 Warschauer Str. / Revaler Str. (Friedrichshain) - via Skalitzerstraße -
18:00 Oranienplatz (Kreuzberg) - Kundgebung & Concert
Diese Demo ist nur für FLTI* (Frauen-Lesben-Trans*-Inter*)! Oranienplatz dann offen für alle.
This Demo is for WLTI* (Women-Lesbians-Trans*-Inter*) only! Oranienplatz open for all then.

Outtakes from the
CALL FOR THE INTERNATIONAL WOMEN*S STRUGGLE DEMO

(...) We organize against every form of oppression of the patriarchal system, that inflicts exploitation, poverty, war, flight, and violence.
We join hands in solidarity and we struggle together.

Capitalism relies on the economic dependence of women* and their unpaid, unfree and unrecognized labor. No matter how wretched work opportunities - legal or illegalized - are, women* always get the worse conditions. There is no liberation for women* in this system. White supremacy enriches itself through racism and class privilege. Our feminism is about justice on gender, race and class!

(...) Women* in war, on the run and on escape routes, are exposed to additional attacks as women*. In the camps, prisons, authorities and courts, women must cope with sexual violence from police and state powers. Rape is used as a weapon of war and as a means of torture. Women* fight everywhere, they fight in the smallest political unit of the family, they fight in the organized resistance.

We organize against sexist violence, whether it is exercised by an exploitative capitalist society or by dictatorial regimes.

A woman*’s body is abducted, enslaved, sold, exploited, and colonized. We are urgently calling for the end of femicides and hate crimes against Trans*women.

Worldwide women* resist. Our rage and our collective resistance, our dreams and our hopes strengthen our international women*'s struggle.

ORGANIZERS OF THE DEMO:
Ezidischer FrauenRat Berlin
Frauenrat Dest Dan
International Women Space Berlin
Frauen aus Rojhilat
IniRromnja
Sozialistischer Frauenbund Berlin - SKB
JXK - Studierende Frauen aus Kurdistan 
FrauenRat der PYD Berlin (Rojava-Frauen)
RomaniPhen
Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg
FrauenRat der HDK Berlin-Brandenburg
Women in Exile & Friends 
GENERATION ADEFRA : Black Women in Germany
Ni una menos Berlin
Czarny Protest
SUSI Interkulturelles Frauenzentrum
DaMigra
Lara e.V.
Bündnis gegen Rassismus
Adnb des Tbb
Stop Deportation Group Madalena-Berlin


Quote by Audre Lorde,
drawing by New York City based artist & writer Molly Crabapple from her series #writersresist
(via @mollycrabapple 15 Jan 2017)

Call for the INTERNATIONAL WOMEN*S STRUGGLE DEMO & Facebook-Event
in English, Kurmancî, Deutsch, فارسی, français, عربی, Srpskohrvratski, עברית, Español, Türkçe,
中文(简体), Русский, 한국어, Italiano, Português, Polski:
Wie immer in Solidarität, mit Spannung und Sorge geht der Blick dieses Jahr besonders in die #Türkei, wo das faschistische Regime Erdogan's alle Frauendemonstrationen am 8. März verboten hat...
Like always in solidarity, with excitement and worry, this year especially will be watched what happens in #Turkey where the fascist regime of Erdogan banned all women*s demonstrations on 8th of March...
Photo:
"Women to meet for ‘March 8 Feminist Night March’ https://gazetesujin.com/en/2017/02/women-to-meet-for-march" (via Twitter @SujinGazette 1 Febr 2017)

17.00 h Hermannplatz
Demo zum Internationalen Frauen*kampftag


17:00 Hermannplatz (Neukölln) 18:00 Demo zum Oranienplatz (Kreuzberg)

Feminismus heißt ein gutes Leben für alle!

Wir wollen eine Gesellschaft, die Vielfalt als Bereicherung empfindet und in der jede*r glücklich werden kann. Wir wollen eine gewaltfreie Gesellschaft, in der niemand erniedrigt und verachtet wird und in der jede*r Platz hat und niemand fragt, woher er*sie kommt. Das bedeutet für uns, dass wir die kapitalistischen und patriarchalen Verhältnisse radikal ändern müssen, damit wir selbstbestimmt und frei leben, lieben und arbeiten können.

Feminismus heißt gleiche Rechte für alle!

Im Kapitalismus sind Arbeit und Reichtum ungleich verteilt. Erwerbslosigkeit, Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit, Minilöhne und Altersarmut sind nur einige Symptome dieses Gesellschaftssystems, in dem besonders Frauen* benachteiligt sind. Sie leisten den Großteil der schlecht oder gar nicht bezahlten Erziehungs-, Pflege- und Sorgearbeit zu Hause und in der Gesellschaft.

Die strukturellen Geschlechterverhältnisse werden im Privaten, in der Arbeitswelt und der Wirtschaft sichtbar und schlagen sich im Alltag durch sexistische Machtverhältnisse und sexualisierte Gewalt nieder. (...) Menschen, die sich nicht den Kategorien Mann* und Frau* zuordnen wollen, wie Trans*- und Inter-Menschen, werden als „unnormal“ diskriminiert und gewalttätig angegriffen. Wir wehren uns gegen jede Gewalt, die insbesondere Frauen*, LGBTQI* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*-, Inter- und queere Menschen) und People of Color betrifft. Wir wehren uns gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Wir kämpfen gegen Nationalismus und rassistische Alltagspolitik, gegen alle Gesetze zur Entrechtung von Geflüchteten, gegen die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und gegen Gesetze, die Sexarbeiter*innen diskriminieren.

Feminismus heißt Widerstand! | Feminism means Resistance!

(...) Durch Deutschland und Europa zieht sich ein national-konservativer Backlash, wodurch es immer wieder zu Angriffen auf Frauen*rechte kommt. Das bereits Erkämpfte wird immer wieder bedroht. Antifeminismus, Kampf gegen Gleichstellung und Rassismus sind gemeinsamer Nenner der neuen und alten Rechten (...). Rassistische Alltagspolitik wie Racial Profiling geht Hand in Hand mit der Verschärfung des Asylrechts und tödlicher Grenzpolitik europäischer Regierungen. Gleichzeitig nehmen auch Angriffe der Rechtsradikalen auf Gewerkschaftsorganisationen zu.
Wir Feminist*innen treten diesem Rechtsruck in all unseren Lebensbereichen kämpferisch entgegen und solidarisieren uns mit den weltweiten Kämpfen von Frauen* für Selbstbestimmung und bessere Arbeitsbedingungen.

Gemeinsam für einen feministischen Internationalismus!

Aus dem Aufruf (leicht gekürzt), komplett hier: Facebook-Event

 
Sex Workers are an important part of the struggle as sex workers rights are women*s & human rights!
"Call-out from sex workers for the International #WomensStrike - 8 March #WhyIStrike #sexwork http://prostitutescollective.net/2017/03/02/sex-workers-join-international-womens-strike"
(via Prostitutes Collective @ProstitutesColl 2 March 2017)

Strike 4 Repeal Berlin
17.45 h Oranienplatz

Photo: The time is now. Strike 4 Repeal 💪🏼 #repealthe8th
(via Twitter @repealglobal 23 Jan 2017)

17:45 - 18:30 Oranienplatz (Kreuzberg)

Sie fangen als Letztes an, aber werden die Ersten auf dem Oranienplatz sein, um alle anderen zu empfangen: die Aktivist*innen der Kampagne Strike 4 Repeal Berlin in Solidarität mit dem Streik für reproduktive Selbstbestimmung in Irland und ähnlichen Frauen* = Menschenrechts-Kämpfen weltweit. Mit dabei: Aktivist*innen der prochoice-Kampagne Dziewuchy dziewuchom Berlin aus Polen. :-)

They start as the last ones, but will be the first to be at Oranienplatz to receive all the others: the activists of the campaign Strike 4 Repeal Berlin in solidarity with the strike for reproductive autonomy in Ireland and similar women*s = human rights struggles worldwide. They will be joined by activists of the prochoice campaign Dziewuchy dziewuchom Berlin from Poland. :-)

Let's make Strike 4 Repeal a global strike!
We will meet where all International Women*s Day Marches in Berlin end and merge, at Oranienplatz, at 5.45pm sharp!!
5.45pm: photo op (We will take a photo to send to Strike 4 Repeal Ireland), 6.00pm: speech
6.10pm hand over to Polish campaign for their programme of speeches and performances 
til c.6.45pm Wear black - bring black umbrellas if you can (cheap ones are available in all drugstores), placards and signs.

#strike4repeal #repealthe8th #notacriminal

"The Strike 4 Repeal is a direct action that will take place on the 8th March 2017 in Ireland.
Our demand is that the Irish government call a referendum to repeal the 8th Amendment by the 8th of March. If not, we will strike."

"The Eighth Amendment equates the right to life of a pregnant woman with that of an embryo or foetus.
In doing so it criminalises abortion in all cases except where to continue a pregnancy would result in death"
(Abortion Rights Campaign FB)

"When we talk of 'Repeal' we mean that this fascist amendment MUST be repealed/removed from the Irish constitution to protect the lives of pregnant people in Ireland. Legislation for abortion in the Republic of Ireland cannot occur until this happens."
(Abortion Rights Campaign Webpage)

Ebenfalls am Oranienplatz trifft ab 18 Uhr dann auch noch eine Demo der Kampagne Międzynarodowy Strajk Kobiet/International Women’s Strike-Berlin aus Polen ein.

Not enough, further a rally of the campaign Międzynarodowy Strajk Kobiet/International Women’s Strike-Berlin from Poland also arrives at Oranienplatz around 6pm.

We shouldn't forget our sisters* in the USA of course who are so active in the last times... ♥
Photo via @lesbiansjpg 22 Jan 2017

Das klingt nach einer Menge Chaos – ich liebe das!
This sounds like a lot of chaos – I love that!
(^.^)
xxx
Magenta

Parties in Xberg

"If I can't dance, then it's not my revolution!"
(Emma Goldman)

Photo: "#OTD, 1977, #Blondie live at @TheWhiskyAGoGo in Los Angeles."
(via Sheena is a Punk Rocker @77MASH 16 Febr 2017)

Nach der gemeinsamen Abschlusskundgebung am Oranienplatz kann auf mindestens zwei Parties in der Nähe Feminismus gefeiert werden:

After the joint rally at Oranienplatz we can celebrate feminism on at least two parties nearby:

"Make Feminism A Party Again!" in der Möbel Olfe &
"Jeder Tag ist Frauen*tag" FLTI*-Party im Südblock.


PS:
Am 8. März startet auch die Berlin Feminist Film Week
(bis 15. März 2017).


Photo via/by @_realisto / unknown.


Related blog articles:

Girls Loving Girls (2015, #III)
Red My Lips (Sexual Assault Awareness Month) (2015, #II)
Style! It! Takes! Manifesto (2013)

Tuesday, November 22, 2016

#Freedom4HDP ★1★ Weder Anfang noch Ende

Sie haben es versucht (ein Bild aus glücklicheren Tagen):
die beiden Co-Vorsitzenden der linken HDP (Partei der Völker), Figen Yüksekdağ & Selahattin Demirtaş, haben auf Frieden in der Türkei gesetzt und hatten damit außerordentlichen Erfolg, aber Diktator Erdoğan wollte den Krieg. Am 4. November 2016 hat er sie nun verhaften lassen.
Photo: Yüksekdağ & Demirtaş im Wahlkampf, Türkei 2015 (via HDP)

[Note for English speaking readers: though this German written article about the latest Turkish state attacks on the opposition party HDP (People's Democratic Party) and others generally is not translated into English, I tried to make it useful for you, too. Despite of the many photo & graphic materials, it contains a lot of parts in English, among them many subtitles, quotes and linked sources / articles. To make it easier to follow the structure, I also translated the chapter headlines into English.]

Für aufmerksame Beobachter*innen der Entwicklungen in der Türkei kam es nicht im Geringsten überraschend und war nur noch eine Frage der Zeit: Wie die meisten von Euch wahrscheinlich mitbekommen haben, hat (Möchtegern-) Diktator Erdoğan nun Ernst gemacht und nach Zehntausenden bereits entlassenen, verhafteten und / oder angeklagten Oppositionellen nun auch die Führungsspitze und weitere Parlamentsabgeordnete der zweitgrößten Oppositionspartei in der Türkei, der linken, pro-kurdischen, 'multikulturellen', säkularen, feministischen, LGBTIQ-liierten, ökologischen HDP (Partei der Völker), verhaften lassen. Dieser Schritt ist in seiner Bedeutung kaum zu unterschätzen, auch wenn er leider nur eine weitere Etappe darstellen wird in einer spätestens im Sommer 2015 begonnenen täglichen Brutalisierung der türkischen Innen- und Außenpolitik mit den immer weiter verschärften faschistischen Komponenten Rassismus, Sexismus, Nationalismus, Militarismus, Imperialismus und Krieg.

Weniger überrascht als vielmehr unendlich wütend, versteht sich dieser aufgrund seiner Länge in vier Teile aufgesplittete Artikel nicht mehr so sehr als Berichterstattung als vielmehr als Werkzeugkiste  für den Widerstand, für die Freiheit aller demokratischen, fortschrittlichen politischen Gefangenen in der Türkei (es sind leider viel viel mehr als die jetzt Inhaftierten).
Heute zunächst eine Einordnung und erstes Material für Menschen, die aktiv werden wollen.


Weder Anfang noch Ende
Neither the beginning nor the end

Um die aktuelle Situation zu verstehen, hier noch einmal einige markante Stationen in den letzten Jahren der AKP-Regierung unter Erdoğan (die folgende Liste ist nicht im Geringsten vollständig, ausgelassen sind außerdem die sich parallel täglich addierenden, außerordentlichen Kriegsverbrechen der Türkei in Syrien und auch im Irak):

  • die Brutalisierung der Polizeigewalt gegen Oppositionelle (signifikant schon während des 'Gezi-Aufstandes' im Sommer 2013, dann u. a. immer heftigere Angriffe auf Demonstrationen der Frauen- und LGBTQ-Bewegung; mittlerweile sind im ganzen Lande polizeiliche Verhaftungs-, Überfall-, Folter- und Mordkommandos unterwegs)
  • Angriffe und tödliche Anschläge auf Wahlveranstaltungen der HDP (der Terror gegen den Friedenswahlkampf der HDP fand seinen Höhepunkt in der Bombenexplosion in Amed / Diyarbakır, kurz vor der Parlamentswahl im Juni 2015, mit 5 Toten und mehr als 400 Verletzten), das Selbstmordattentat in Suruç auf eine linke Solidaritätsbrigade türkischer Student*innen, die Kinderspielzeug und andere Hilfsgüter in die benachbarte kurdische Stadt Kobanê in Rojava (Nord-Syrien) bringen wollten (Juli 2015, 32 Tote), die Selbstmordattentate auf eine Friedensdemonstration von Gewerkschaften, HDP und anderen während des nächsten Wahlkampfes (Ankara, Oktober 2015, 105 Tote und über 500 Verletzte) oder die Erschießung des kurdischen Menschenrechtsanwalts Tahir Elçi auf offener Straße am 28. November 2015 [Human Rights Watch (28. Nov. 2015): Turkey: Human Rights Lawyer Murdered. Authorities Should Investigate Elçi Killing.].

    Anmerkung
    : Auch wenn die Anschläge von Amed, Suruç und Ankara alle dem IS verbundenen Terroristen zugeschrieben wurden, hat sich die Terrorgruppe zu keinem dieser Anschläge bekannt, während in allen Fällen erhebliche Zweifel am staatlichen Verhalten bestanden, bis hin zu ans Tageslicht gelangten Hinweisen auf eine staatliche Duldung bis hin zur direkten Verstrickung. In jedem Falle auffallend ist, dass kein einziger der dem IS zugeschriebenen Anschläge in der Türkei sich gegen staatliche Einrichtungen, Angehörige der Regierung, deren Unterstützer oder Anhänger gerichtet hat, sondern alle gegen Kurd*innen, pro-kurdische oder demokratisch gesinnte Menschen (dazu zähle ich auch die ermordeten deutschen, israelischen und anderen Tourist*innen, auch wenn Urlaub in der Türkei wirklich ein No-Go ist).
    Auch der Mord an Tahir Elçi ist – wie so viele politische Morde in der Türkei – bis heute nicht aufgeklärt und auch hier steht nach wie vor die Frage nach einer staatlichen Beteiligung im Raum (es waren zahlreiche schießende Polizisten am Tatort). Der Menschenrechtsanwalt Elçi, der immer wieder Fälle vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht hatte und bereits selbst Opfer von Folter geworden war, war kurz nach einer Pressekonferenz in Amed ermordet worden. Er war ein Kritiker der vom türkischen Staat verhängten Ausgangssperren in den kurdischen Gebieten, mit denen der Krieg damals angefangen hatte, wie die HDP ein Anhänger von einer Rückkehr zu Friedensverhandlungen zwischen dem türkischen Staat und der PKK und zu diesem Zeitpunkt bereits angeklagt, weil er wenige Wochen zuvor in einer Talkshow von CNN Türk gesagt hatte: "Die PKK ist keine Terrororganisation."
  • der ebenfalls im Sommer 2015 begonnene, grausam geführte und immernoch andauernde Krieg gegen die Bevölkerung* der kurdisch(geprägt)en Regionen der Türkei mit Hunderten von Toten, bei der ganze Städte und Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht, zahllose unschuldige Zivilist*innen ermordet, sogar Beerdigungen und Sanitäter verboten und schließlich Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt wurden...*

    * Ein auch international viel gelesener Versuch einer Zusammenfassung des ersten halben Jahres dieses Krieges befindet sich in diesem Blog unter dem Titel #TurkeysWarOnKurds (Januar 2016). Einige der grausamsten Verbrechen (Stichwort: #AmbulanceToCizre #WarCrimeInABasement) sollten noch folgen und machten mich so sprachlos, dass ich seitdem nie wieder darüber berichtet und auch keine 'Ergänzungen' hinzugefügt habe. Und dieser staatlich-türkische Terrorkrieg ist noch nicht einmal vorbei. Die Presse der Welt hat darüber weitgehend geschwiegen, nur äußerst sporadisch und meist verzerrt berichtet. Spätestens diese Ereignisse hätten 'die rote Linie' für alle sich 'demokratisch' bezeichnenden Institutionen sein müssen, 'sogar' der EU, UNO oder NATO. Für mich und meinen Blog war und ist es die rote Linie der Grausamkeiten, die ich mir selbst und meinen friedliebenden Leser*innen in diesem Rahmen zumuten mochte und möchte. Anstatt weiter darüber zu berichten, habe ich seither mehr noch als immer schon seit Beginn meiner Berichterstattung über diese Themenkomplexe im Herbst 2014 (auch bei den Themen Rojava / Syrien, Irak und Kampf gegen den IS habe ich von Anfang an versucht, Handlungsmöglichkeiten für meine Leser*innen herauszuarbeiten) Fragen des Widerstands gegen das faschistische AKP-Regime der Türkei in den Mittelpunkt gestellt. (Eine Link-Liste befindet sich am Ende dieses Posts)
  • andauernde Internet-Zensur (inklusive kompletter Abschaltung des Netzzugangs oder sozialer Medien wie Facebook, Twitter, Watsapp, YouTube, VPN etc.)
    Hinweis: Gerade bezüglich der Kriegsverbrechen gegen die kurdische Zivilbevölkerung waren z. B. die #TwitterKurds immer die einzige zuverlässige Informationsquelle. In den üblichen Medien wurde (wenn überhaupt) meist erst berichtet, wenn schon alles zu spät war.
  • immer absurder werdende 'Beleidigungsklagen' gegen Jugendliche, Blogger*innen und andere im In- und Ausland (in der Türkei selbst mittlerweile teilweise zurückgezogen, aber bekanntlich mit Auswirkungen bis ins EU-Ausland; Stichwort: extra3, Böhmermann usw.)
  • faschistische Mobs & Straßenterror (scheinbar 'kleine' Ereignisse wie der brutale Überfall eines islamistischen Straßenmobs auf eine Radiohead Record Release-Party in Istanbul wiesen den Weg, nach dem (nach wie vor unaufgeklärten) Putschversuch am 15. Juli gab es Folterungen und Lynchangriffe auf der Straße, Angriffe auf kurdische und alevitische Stadtviertel etc.)
  • immer dreistere Angriffe auf die Freiheit der Wissenschaft, von der Entlassung, Absetzung, Verhaftung und Anklage kritischer Lehrer*innen, Professor*innen und Wissenschaftler*innen bis zur Abschaffung der Autonomie von Schulen und Universitäten (u. a. Zwangseinsetzung AKP-staatskonformer Rektor*innen);
    international können auch die öffentlichen Beleidigungen gegen Erdoğan-Kritiker*innen wie die US-amerikanische Philosophin Judith Butler oder die Drohungen gegen die Verabschiedung der historischen 'Armenien-Resolution' des Deutschen Bundestages hierzu gezählt werden
  • die Gleichschaltung & Unterdrückung jeglicher freien Presse mit Schließungen oder staatlichen Zwangsübernahmen von mittlerweile praktisch allen kritischen oder unabhängigen Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und TV-Stationen (auch hier traf es zuerst und am härtesten die kurdischen Medien, mittlerweile alle, selbst Korrespondenten ausländischer Mainstream-Medien) bis hin zur Schließung eines kurdischen Kinderkanals (!) und damit einhergehend permanente Verhaftungen und Anklagen von Journalist*innen sowie Ein- und Ausreiseverbote für Journalist*innen und deren Familien, die immer häufiger quasi 'gekidnappt' werden, um ins Ausland Geflüchtete erpressen zu können
  • die Absetzung und / oder Verhaftung von immer mehr demokratisch gewählten Bürgermeister*innen und Kommunalpolitiker*innen in den kurdischen Gebieten der Türkei, in denen Parteien wie die HDP oder die Democratic Regions Party DBP fast überall satte Mehrheiten erreicht haben
  • die Aufhebung der parlamentarischen Immunität der meisten HDP-Abgeordneten im Mai 2016, um den Weg für Anklagen wegen 'Terrorunterstützung' frei zu machen.
    Dies erfolgte übrigens nicht allein mit den Stimmen der regierenden AKP, sondern auch der anderen beiden 'Oppositionsparteien', der nationalistisch-faschistischen MHP und der 'sozialdemokratisch'-kemalistischen CHP, letztere immerhin eine Art 'Schwesterpartei' der deutschen SPD, die sich damit ohne Not zu Steigbügelhaltern des kommenden AKP-Faschismus gemacht haben.

Der nächste bitte? Who's next?
HDP Co-Chairs Figen Yüksekdağ & Selahattin Demirtaş & (I think) HDP spokesperson Ayhan Bilgen
@ayhanbilgen:
"We have no concerns of being prosecuted. We are afraid of neither testimony nor imprisonment."
#Freedom4HDP
Photo & quote via @HDPenglish 7 Nov 2016


Schreiende Stille
Screaming Silence

Nicht erst – wie fast schon gebetsmühlenartig nicht nur von Erdoğans Staatspresse, sondern auch von internationalen, europäischen und (vor allem öffentlich-rechtlichen) deutschen Medien fälschlicherweise ständig behauptet – seit dem Putschversuch am 15. Juli 2016 also entwickelt das AKP-Regime eine Dynamik der täglichen Brutalisierung und Faschisierung mit der einhergehenden Niederschlagung jeglicher Opposition. Schon lange vor dem Putschversuch wurde in der Türkei damit begonnen, unter dem Vorwand der 'Terrorbekämpfung' jegliche kritische Stimme als 'Unterstützung einer terroristischen Vereinigung' zu verfolgen (diesen Tatbestand gibt es bekanntlich auch in Deutschland, er wird u. a. dazu genutzt, gegen die auf Wunsch der Türkei auch hierzulande verbotene, übrigens seit Jahren ebenfalls um Friedensverhandlungen bemühte Arbeiterpartei Kurdistans PKK vorzugehen), ganz egal, ob es sich um Jugendliche, kurdische Frauenrechtler*innen, protestierende Arbeiter*innen, Umweltaktivist*innen, LGBTQ, Sportler*innen, Künstler*innen, Moderator*innen oder Journalist*innen handelt.

Eher neuerdings wird in ähnlich ausufernder Art und Weise zudem auch gegen (angebliche) Anhänger des islamistischen Predigers Gülen, eines langjährigen Parteifreundes Erdoğans, vorgegangen, seit kurzem sogar die traditionsreiche 'sozialdemokratisch'-kemalistische (Pseudo-) Oppositionspartei CHP attackiert, die erst jetzt, wo sie selbst ins Visier gerät, plötzlich aufheult.
Und das alles bekanntlich vor dem Hintergrund, dass die Türkei der AKP die IS-Terroristen im eigenen Land schalten und walten lässt, in Syrien Dschihadisten aktiv unterstützt und sogar nach öffentlicher Einschätzung deutscher Bundesbehörden eine "Aktionsplattform für Dschihadisten" darstellt.

"Wehret den Anfängen" heißt es gerne, wenn es um die Installation eines faschistischen Terrorregimes geht. Doch dafür ist es längst zu spät, denn der 'Anfang' ist nicht die Verhaftung der HDP-Abgeordneten, sondern begann wie skizziert spätestens im Sommer 2015.
Große Teile der Medienlandschaft, die Bundesregierung, die EU, die NATO, die UNO, ja selbst die UNESCO (komplette Zerstörung des Weltkulturerbes der historischen Altstadt von Diyarbakir (kurdisch: Amed)) haben weitgehend geschwiegen. Ihr Schweigen war so laut, dass sie gezwungen waren, ihr Schweigen offen zu rechtfertigen und zu begründen:
  • mit der wichtigen geopolitischen Rolle der Türkei,
  • der NATO-Mitgliedschaft,
  • mit dem 'Flüchtlingsdeal' und der Abschottung der Grenzen Europas in Zusammenarbeit mit Erdoğan auf Drängen der versammelten rassistischen Dreckschweine ganz Europas, von Pegida & AfD über den Front National bis zu den Regierungen 'Österreich-Ungarns' und den 'Brexit'-Knallköpfen in England.

Den 'Anfängen zu wehren' ist also schlichtweg nicht mehr möglich und eine Besserung ist nicht in Sicht, weder auf Seiten der Bundesregierung / EU / NATO etc., noch auf Seiten Erdoğans und seiner immer faschistischer werdenden Partei AKP, im immer offeneren Bündnis mit der traditionell faschistischen MHP und ihren 'Grauen Wölfen'.


... und jeden Tag so weiter...
... and every day it goes on and on...

Das Tempo der Repression läßt einem den Atem stocken. Hier nur eine kleine Auswahl von Meldungen allein aus der Woche nach der Verhaftung der HDP-Spitze (7. bis 13. November 2016):

The tempo of the repression is breath-taking. Here's just a small outtake of what happened in the week following the arrests of some of the most prominent HDP politicians (7th till 13th of November 2016), and it's still just a small part of the daily war against Kurds & the whole democratic opposition ongoing in Turkey since at least summer of 2015 (as summarized in German at the beginning of this article):

Kurdish activist @agirecudi passed this along on 7 Nov 2016 with the comment:
"This pretty much summarises what the Turkish state is."

10th #HDP lawmaker in jail: Colemerg MP Nihat Akdogan who had been detained this morning has been now formally arrested!
(via Cahida Dersim @cdersim3, 7 Nov 2016)

15 officials from Democratic Society Congress (DTK), Democratic Regions Party (#DBP) and Human Rights Organisation (IHD) detained in Erzurum
(via Cahida Dersim @cdersim3, 7 Nov 2016)

Co-mayor of district Varto in Muş Sabite Ekinci arrested on 'terrorism charges'.
In local elections in 2014 Ekinci got 63 % of votes #Turkey
(via Cahida Dersim, 9 Nov 2016)

#HDP spokesman @ayhanbilgen said that 6,000 of their members detained since 15th July coup attempt in #Turkey. 2,000 of these are arrested
(via Cahida Dersim, 10 Nov 2016)

9 members of the Socialist Party of the Oppressed (#ESP) have been detained this morning in house raids in #Istanbul #Turkey
(via Cahida Dersim, 11 Nov 2016, from @ESPistanbul)

Am 11. Nov. wurden auch die Mitarbeiter der HDP-Abgeordneten festgenommen
(via @SevimDagdelen 11 Nov 2016)

Activities of 370 NGOs have been suspended by the government with an emergency decree.
(via @TurkeyUntold 11 Nov 2016)

Auch Büros von Solidaritätsgruppen für die gegen die IS-Terroristen kämpfenden Menschen in der nordsyrischen Föderation Rojava sind im Visier und werden versiegelt:
[zu Rojava siehe meinen Artikel: Die Rückkehr des zivilen Lebens in Kobanê (2015)]
[for Rojava see my article: The Return of Civil Life in Kobanê (2015)]
"Rojava Solidarity and Aid Association @RojavaDernegi in Diyarbakir
is also sealed under the emergency rule today"
(via @mutludc 13 Nov 2016)


Horrorszenarien
Horror Scenarios

"Turkey is heading towards deadlier waters, and no one seems to be able to stop it now."
(Memed Aksoy from KurdishQuestion.com in an article from 5 Nov 2016)

Sollte dieser Abwärtsspirale von Erdoğans neuem 'Osmanischen Reich' niemand nachhaltig entgegentreten, ist eines sicher: es wird noch weiter bergab gehen.

Bereits am Horizont drohen:
  • die Wiedereinführung der Todesstrafe
  • (Schau-) Prozesse gegen die HDP
  • ein Parteiverbot der HDP
  • selbst öffentliche Hinrichtungen (wie in Saudi-Arabien oder im Iran) sind keinesfalls mehr ausgeschlossen.
  • in den letzten Tagen wurde zudem vor der nicht unwahrscheinlichen Gefahr von Massakern in den Gefängnissen gewarnt. Diese Gefahr ist umso realer und entsetzlicher, als Erdoğan und seine Vasallen große Erfahrung darin haben, staatliche Morde, Massenmorde und Massaker in den einheimischen (türkischen) wie auch internationalen Medien von 'außen' kommenden Kräften zuzuschieben – oder sie von solchen durchführen zu lassen: im Zweifelsfall war es ein 'Gefängnisaufstand' oder irgendeiner der 'üblichen Verdächtigen', die PKK, die TAK, Gülen-Anhänger oder der IS. Sprich: selbst eine staatlich durchgeführte Ermordung z. B. der HDP-Abgeordneten könnte als 'Gefängnisrevolte' oder 'schrecklicher Terroranschlag' inszeniert werden. Die Türkei hat (auch vor Erdoğan schon) darin eine lange, traurige Erfahrung. Aktuell ist dies wahrscheinlich tatsächlich die größte Gefahr für Leib und Leben der Inhaftierten, die bereits kurz nach ihrer Verhaftung bei einem (glücklicherweise von einem Taxi-Fahrer teilweise abgelenkten) Anschlag auf den betreffenden Polizeikomplex in Amed beinahe ums Leben gekommen sind. 8 andere Menschen, darunter der inhaftierte Co-Vorsitzende der pro-kurdischen Regionalpartei DBP für den Bezirk Çüngüş, Recai Altay, hatten dieses Glück nicht, sie wurden ermordet.

Welchen Gefahren der türkische Staat die HDP-Gefangenen bereits jetzt absichtlich oder fahrlässig aussetzt, macht auch diese Nachricht deutlich:

"Demirtas, who was detained on 4 November, on charges of being a member of the Kurdistan Workers Party (PKK), has been imprisoned in solitary confinement [Isolationshaft] in the C Block of Edirne Maximum Security Prison, rather than in Blocks A or B, where political prisoners are held.
HDP Hakkari MP Abdullah Zeydan is also being held in the same block according to reports.
Both men are being taunted with 'Takbeer's* and racist slogans according to their lawyers.
Demirtas and Zeydan are also forced to pass by the cells of Al-Qaeda convicts when they are taken from their cells for lawyers' visits or visitations."

* Takbir (also Tekbir or Takbeer) is the term for the Arabic phrase "Allāhu akbar" which simply means
"God is [the] greatest", but in this context, the phrase is also "well known (...) for its common use as a battle cry in Islamist protests, Islamic extremism, and Islamic terrorism." and was often used before (terror) attacks, e.g. by Al-Qaeda terrorists (!) (Wikipedia).

Währenddessen häufen sich Meldungen über fragwürdige ‘Selbstmorde’ von Post-15.Juli-Gefangenen in türkischen Gefängnissen. Die Journalistin Frederike Geerdink berichtet unter Berufung auf @BirGun_Gazetesi von mindestens 15 Toten (Stand: 11. Nov. 2016), @BarbarossaKaya am 19. Nov. 2016 sogar vom "23rd suspicious death in Turkish prison alleged as suicide..".

Zu pessimistisch? Kassandra-Rufe? Ich lasse mich nur allzu gerne eines besseren belehren, warne aber hiermit ausdrücklich auch die deutsche Öffentlichkeit, die Bundesregierung und Politiker*innen der EU davor, noch irgendwelche Zeit verstreichen zu lassen oder gar 'abzuwarten', bevor entschiedener Druck auf die AKP ausgeübt wird, die Gefangenen sofort frei zu lassen. Sie schweben alle in Lebensgefahr. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand der Türkei, dass ehrlicherweise hinzugefügt werden muss: draußen waren / sind sie auch nicht in Sicherheit.


Unbeugsam
Indomitable (steadfast)

Message of HDP co-chair Selahattin Demirtaş @hdpdemirtas
sent via his lawyer @HDPenglish
(received via @mutludc 4 Nov 2016)

#Demirtaş:
"Whatever the conditions, we will continue our democratic struggle.
We will continue to repeat our calls for peace."
#Freedom4HDP

#Yüksekdağ:
"We've no doubt that we'll get rid of the fascist order being forced on our country under the guise of 'presidency'"
#Freedom4HDP
(@HDPenglish 5 Nov 2016)

Spätestens mit der von AKP, CHP und MHP beschlossenen Aufhebung der parlamentarischen Immunität war klar, dass die Verhaftungen früher oder später kommen würden. Das wussten auch die HDP-Politiker*innen. Umso ehrenwerter und respekteinflößender ihr schier unglaublicher Mut und die Entschlossenheit, sich nicht ins Exil zu flüchten (diese Möglichkeit hätten Selahattin Demirtaş & Figen Yüksekdağ im Unterschied zu vielen anderen, z. B. kurdischen Jugendlichen, Familien, Älteren, sicherlich gehabt) oder aufzugeben, sondern den Kampf für Demokratie und Menschenrechte weiter zu führen. Wie auch immer es weitergehen wird: die Politiker*innen der HDP werden als politische Held*innen für Gerechtigkeit in die Geschichte eingehen, vergleichbar mit einem Nelson Mandela. Auch er und seine ANC-Genoss*innen galten einst als Terrorist*innen, später wurde er Friedensnobelpreisträger, organisierte das Ende des jahrzehntelangen Apartheid-Regimes in Südafrika und starb hochverehrt in aller Welt. Aber wir wollen die inhaftierten HDP-Politiker*innen nicht in den Geschichtsbüchern und keinen Tag länger in Haft, sondern dort, wo sie hingehören: in Freiheit!


Knastgrüße
Jailhouse Greetings

"We know from history that such dictatorships, such approaches have always collapsed,
they are doomed to oblivion."
#Freedom4HDP

Nur ein kleiner Teil der inhaftierten HDP-Politiker*innen – mittlerweile schon seit fast 3 Wochen in verschiedenen Knästen der Türkei!
Graphik und Zitat oben via HDP English @HDPenglish 12 Nov 2016

Dutch journalist & author Frederike Geerdink wrote on the 13th of November:
"my favourite lawyer, involved in defending the locked up #hdp mp's, let me know who's locked up where. so you can send a card, if you like."

Edirne F Tipi:
Selahattin Demirtaş
Abdullah Zeydan

Silivri 9 Nolu:
Leyla Birlik
Nursel Aydoğan
Selma Irmak
Sebahat Tuncel (Co-chair of the DBP, arrested on the 5th of November 2016 protesting the arrests of the others) (not in the pic above)
Nihat Akdoğan

Kandıra F1:
Gülser Yıldırım
Figen Yüksekdağ
Ferhat Encü
Gültan Kışanak (DBP, co-mayor of Diyarbakır, already arrested on 25th of October 2016)
(not in the pic above, photo below)
Ayla Akat Ata (not in the pic above)

Kandıra F2:
Fırat Anlı (co-mayor of Diyarbakır, already arrested on 25th of October 2016)
(not in the pic above, photo below)
Idris Baluken

Auch die beiden Co-Bürgermeister*innen von Diyarbakır (Amed) sind inhaftiert.
The two co-mayors of Diyarbakır (Amed) are in jail, too.
"Gülten Kışanak ve Fırat Anlı Dün gece Partimiz HDP ve BDP'yi tasfiye operasyonu çerçevesinde tutuklandı."
(via @nurselaydogan58) 31 Okt 2016


Ihr könnt Solidaritätsgrüße in die Knäste schicken, wenn Ihr wollt!
Googelt die Adressen der Haftanstalten + c/o Name des Gefangenen & ab die Post!

You can send solidarity greetings into the prisons, if you want!
Google the addresses of the prisons + c/o name of prisoner & there you go!

Arrested #HDP co-chair Selahattin Demirtas has been brought with a military helicopter to Edirne F-type prison v @evrenselgzt #TwitterKurds
Photo @evrenselgzt, with text via @cdersim3 - 4 Nov 2016


Türkei hinter Gittern
Turkey behind bars

GRAPHIC: Number of prisoners in Turkey over the years.
via @TurkeyUntold 13 Nov 2016

CARTOON by Dewar (Postmedia Network, 2016)
via @Shino5515 14 Nov 2016


HDP Statements




"Statement by Selahattin Demirtaş of the Peoples' Democratic Party (HDP)"
via @Hevallo 6 Nov 2016
"We, the women, are defending elected representatives against the oppression and attacks."
via @HDPkadin 5 Nov 2016
"#HDP press release by Hisyar Ozsoy on the arrest of the HDP MPs #Turkey"
via @KrdstnRprt 4 Nov 2016


Read the
JOINT DEFENSE STATEMENT
on the webpage of HDP
http://www.hdp.org.tr/en/news/news-from-hdp/joint-defense-statement/9194
HDP calls international community to react against Erdogan Regime's coup.



Wie hoffentlich deutlich geworden ist, müssen wir alles tun, damit die Inhaftierten sofort in die Freiheit entlassen werden. Alle.


#Freedom4HDP
Im zweiten Teil dieses Artikels folgt ein Kommentar zu den Reaktionen aus der EU und Vorschläge für sinnvolle Maßnahmen gegen den türkischen AKP-Faschismus, im dritten Teil gibt es dann u. a. Bilder von den täglichen Solidaritätsdemonstrationen in aller Welt. Für den Abschlussteil habe ich u. a. eine Linkliste erarbeitet, damit sich Interessierte einfacher über Neuigkeiten und Hintergründe informieren und Aktivist*innen besser vernetzen können. Und weiter raus auf die Straße!
#Freedom4HDP


Love & Rage
xoxox
Magenta


Weiter zu Teil 2 (Fortsetzung) * Continue with part 2 (continuation)

Artikel-Überblick * Article Overview

#Freedom4HDP ★1★ Weder Anfang noch Ende

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#TurkeysWarOnKurds (Jan 2016)
K(l)eine Lehren aus Paris (Nov 2015)
...
Turkey is also a topic in most of my articles about #Rojava #Syria & #IS / #Daesh since autumn 2014.