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Friday, December 23, 2016

Breitscheidplatz: Lux lucet in tenebris

Grablichter & weiße Rosen in Gedenken an die Opfer des IS-Terroranschlags auf dem Breitscheidplatz in Berlin
23 Dezember 2016 (Photo von mir, ich bitte um Beachtung des Hinweises am Ende des Posts)

Lux lucet in tenebris ("Ein Licht leuchtet in der Finsternis") – diesen Satz 'bekam' ich zu meiner evangelischen Konfirmation (!), und auch wenn ich der Überzeugung bin, dass ich schon damals das Weite hätte suchen sollen vor jeder Art von Religiösität, mag ich den Satz trotzdem, damals schon, und auch heute noch. Er lässt sich nämlich auch wunderbar in einem aufklärerischen Sinne benutzen und verstehen. Zuletzt habe ich ihn in meinem Post zu dem entsetzlichen IS-Massaker in der nordsyrisch-kurdischen Stadt Kobanê im Juni 2015 (mit über 240 Toten!) zitiert, der den Titel trug: "Das Letzte Massaker der Dschihadisten", obwohl mir auch damals durchaus klar war, dass es keinesfalls 'das letzte' Massaker der Killerbanden von Daesh (pejorative arabische Bezeichnung für den pseudo-islamischen Pseudo-Staat 'IS') und dessen globalen Anhängern sein würde. Wie wir alle wissen, war es das auch nicht (und wird es leider auch in Zukunft nicht sein). Mein Text trug den Titel nicht zuletzt deshalb, weil ich mir damals vorgenommen habe, diesem blutigen Terror, der ja nicht zuletzt auch ein blutiges 'Medienspiel' ist, zumindest dahingehend ein Ende zu machen, dass ich nicht mehr über ihre Greueltaten berichte, sondern nur noch darüber, wie die Terrororganisation bekämpft werden kann und dies beispielhaft mit meinen beschränkten Mitteln als Bloggerin vorführe oder positive Beispiele medial verstärke. In diesem Sinne ist das aufgrund der Methode mit dem Lastwagen vordergründig naheliegende Beispiel Nice / Nizza mit der dortigen Welle des Rassismus und der Islamophobie ein ganz negatives, Orlando mit der auch einer Stadt wie Berlin angemessenen kosmopolitisch-liebevollen Trotzreaktion der globalen LGBTQ-Community hingegen ein wundervolles und vorbildliches Beispiel. Während das Kalifat im Irak und in Syrien nicht zuletzt aufgrund des aufopferungsvollen Kampfes vor allem der kurdischen Peschmerga und der PKK im Irak und der syrischen Kurd*innen von der YPG & YPJ mit ihren multi-ethnischen, säkularen Verbündeten (SDF) und Alliierten (vor allem Obamas USA) immer weiter Richtung Zusammenbruch steuert und seit mittlerweile fast zwei Jahren praktisch jede Schlacht verliert, treffen die Anschläge ihrer Gefolgsleute wie schon seit Jahren weiterhin Unschuldige in aller Welt, ob im Irak, in Syrien, in Libyen, in der Türkei, den USA, Asien, Afrika oder Europa.

Im Gegensatz zu (vor allem) 'den' Kurd*innen, die längst verstanden haben, dass es sich bei den IS-Terroristen im Grunde um menschenverachtende Faschisten handelt (die auch auf ähnliche Art und Weise bekämpft werden müssen), hat sich Europa ja bekanntlich dafür entschieden, auf islamistischen Terror mit Demokratieabbau, absurden und unnützen Ausnahmezuständen, Waffenlieferungen an Dschihadisten-fördernde Staaten wie die Türkei oder Saudi-Arabien, Kleingeistigkeit, Kleinstaaterei und EU-Austritt, mit rassistischem Terror (auch in Berlin), Abschottung und Abschiebungen in Kriegsgebiete wie Afghanistan zu reagieren. Während die Verletzten noch um Leben und Gesundheit bangen, werden von 'unseren' Politiker*innen bereits wieder weitere Schritte in diese falschen Richtungen vorbereitet... Und so war es auch absehbar, dass auch in Berlin so genannte 'Rechtspopulisten', Rassist*innen und Neo-Nazis den Anschlag vom Montag erneut dazu nutzen würden, um ihre menschenverachtenden Gesellschafts-Vorstellungen zu propagieren, obwohl oder auch weil der Anschlag (wie alle anderen des IS) genau in die Mitte der bunten, multikulturellen Berliner Gesellschaft traf: ein erschossener polnischer Lastwagenfahrer, Todesopfer aus Deutschland, der Ukraine, ein Mann aus Tschechien, eine Frau aus Italien und eine aus Israel, unter den Verletzten viele weitere Staatsangehörigkeiten (u. a. aus dem Libanon, den USA, Spanien, Großbritannien, Ungarn, Finnland und Frankreich).
Welches Ziel IS-Terroristen auch auswählen, es geht immer – ob in einem Regionalzug (Würzburg 18. Juli 2016: fünf verletzte Tourist*innen aus Hongkong), einer Kleinstadt (Selbstmordattentat auf das Musik-Festival "Ansbach Open" am 27. Juli 2016 mit 15 Verletzten), bei Anschlägen auf einen Sikh-Tempel (wie in Essen, 16. April 2016, drei verletzte Sikhs) oder eine Moschee in Kuwait (25. Juni 2015), auf Märkte in Syrien oder dem Irak, kurdische Hochzeiten in der Türkei oder Badestrände in Ägypten oder Tunesien – gegen eine solche, kosmopolitische Mischung, denn wie alle Faschisten zielen sie auf die Zerstörung von Vielfalt, Freiheit und Mitmenschlichkeit (was auch in ihrem mörderischen Kalifat selbst studiert werden kann).

Glücklicherweise ist ein Großteil (nicht nur) der Berliner*innen schlauer und läßt sich weder einschüchtern noch dazu verleiten, den deutschnationalen, rassistisch-faschistischen Zwillingen der globalen, rassistisch-islamofaschistischen Dschihadisten hinterherzulaufen und reagiert erstens cool und zweitens, noch viel besser, mit Anteilnahme, Kerzen und Blumen. Mehr noch:
mit warmherziger internationaler Gemeinsamkeit auf dem Platz und Aufrufen zu einer Verteidigung unserer offenen, freien Gesellschaft. Das ist, bei allem Leid und aller Trauer, schön. Und weihnachtlicher, als es sich alle Faschisten dieser Welt auch nur ausmalen könnten. Unsere Trauer gilt den Opfern, den Hinterbliebenen unser herzlichstes Beileid und unser Mitgefühl den Verletzten. Wir hoffen, dass alle möglichst bald und mit möglichst geringen psychischen und physischen Folgen genesen aus den Krankenhäusern Berlins zurück zu uns kommen! Wir sind in Gedanken bei Euch! Solidarische Grüße auch an die Überstunden schiebenden Krankenschwestern und Krankenpfleger*innen, Ärzt*innen und alle anderen, die sich im Moment, während der kommenden Feiertage oder auch das ganze Jahr über – ich denke etwa an die vielen Ehrenamtlichen in der Flüchtlings-, Obdachlosen- und Nachbarschaftshilfe, aber auch an 'die' Antifa und andere (Selbsthilfe-) Initiativen – für unsere hoffentlich solidarisch und offen bleibende Gesellschaft einsetzen! Kommt, wir gehen zum


Breitscheidplatz

Alles in einem Bild: die Gedächtniskirche, die (post-)modernen Bauten, der Weihnachtsmarkt, die Lichter und viele kugelförmige, glitzernde und spiegelnde Welten... Ich mochte den Platz und die Gegend eigentlich nie besonders, aber heute habe ich ihn zum ersten Mal als irgendwie schön und beinahe poetisch empfunden...

Aus Respekt vor den Opfern und angewidert von Nachrichten rechter Aufmärsche dort, wollte ich ursprünglich nicht zum Ort des Anschlags gehen, aber da mich die Suche nach neuen Winterstiefeln (!, ich habe dieses Jahr viel zu wenig für meinen Ruf als Mode-Bloggerin gemacht, dieser Hinweis muss jetzt sein!) heute ohnehin ungewöhnlicherweise Richtung ‚City West’ trieb, beschloss ich doch noch einen Abstecher zum Breitscheidplatz, auch weil ich es nicht mag, wenn Macker, Faschisten und Terroristen die Stadt für sich definieren und meine Bewegungsfreiheit einschränken (ich reagiere schon viel zu oft auf diese 'falsche' Art: bei Herrenfußballspielen und WMs, am 'Nationalfeiertag', am 'Vatertag', bei rechten Ansammlungen, betrunkenen Männerhorden usw.). Außerdem wollte ich mir selbst einen Eindruck von der inzwischen dort herrschenden Stimmung machen. Dabei sind die Photos entstanden.

 
Ein anderer Blick auf den Weihnachtsmarkt und für mich das Beste auf dem Breitscheidplatz:
der 1983 errichtete Weltkugelbrunnen (auch 'Wasserklops' genannt) von Joachim Schmettau und seiner Bildhauerkollegin Susanne Wehland, im Sommer ein schöner, sehr verspielter Springbrunnen mit lustigen Skulpturen und Inschriften in verschiedenen Sprachen, dessen Treppen zum rechts nebenan liegenden Europa-Center (nicht im Bild) führen. Das weiße Hochhaus im Hintergrund ist das so genannte Zoofenster in der Hardenbergstraße, das derzeit dritthöchste Hochhaus Berlins, links davon der eingerüstete neue Glockenturm der Gedächtniskirche (mit goldenem Kreuz auf dem Dach, Fertigstellung 1961, Sanierung seit 2014), dazwischen die (im Zweiten Weltkrieg zerstörte) Ruine als Mahnmal für den Frieden.

Als ich heute morgen losgegangen war, wurde der mutmaßliche Attentäter noch gesucht, erst im Laufe des Tages kam die Meldung, er sei bei Mailand von einem italienischen Polizisten erschossen worden. Gestern hatte ich noch kurz überlegt, deutsche Polizeistellen via Twitter darum zu 'bitten', ihn bei einer eventuellen Festnahme „bitte nicht gleich 'wieder' zu erschießen“, damit im Laufe eines Prozesses vielleicht auch einmal Informationen über Strukturen, Werdegang, etwaige ‚Hintermänner’ und Netzwerke ans Tageslicht kommen könnten, mich aber dagegen entschieden, um die ermittelnden Beamt*innen nicht unnötig mit einem kritischen ‚Diskussionsbeitrag’ zu stören… Nun also der nächste tote (mutmaßliche) Täter – und (potentielle) Zeuge (auch wenn es in diesem konkreten Fall wohl tatsächlich unvermeidbar gewesen ist).

Die Polizei war am Nachmittag sichtbar im Umfeld, aber angenehm 'dezent' anwesend.
Es gab keine Platz- und Taschenkontrollen und auch meine Photographiererei störte sie nicht.
Die Berliner Verkehrsbetriebe der BVG hingegen haben offensichtlich 'Terrorfahndung' mit 'Fahrscheinkontrollen' verwechselt, denn noch nie wurde ich in Berlin derartig inflationär an gefühlt jeder zweiten Station kontrolliert wie heute... Nicht schön.

Im Bildhintergrund links der Neue Glockenturm und die Ruine der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (mit 1959 modernisierter, leuchtender Uhr), rechts zwei neuere Hochhäuser der 'City West', das dieses Jahr fertiggestellte Upper West (mit rosa Herzbeleuchtung) und das ein paar Jahre ältere Zoofenster.


Obwohl ich keine Angst hatte (oder beschlossen hatte, keine zu haben), ging es also ohne die aktuellen Nachrichten heute morgen mit eher gedrückter Stimmung und sehr gemischten Gefühlen Richtung Charlottenburg (irgendein innerer Impuls zog mich doch dort hin) und schon in der U-Bahn wurde ich von einer Truppe von ‚mit Pauken und Trompeten’ Weihnachtslieder spielenden Musikant*innen ("Jingle Bells"!!!) erheitert. Das ging dann in Charlottenburg zwischen KaDeWe und Zoo, zwischen Wittenbergplatz und Breitscheidplatz so weiter und hatte außerordentlich positive Wirkung auf meine Stimmung, da ich mir ursprünglich selbst nicht so sicher war, ob es eine gute Idee ist, dem Ort des Anschlags weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Im Drogeriemarkt in dem angrenzenden Europa-Center war das Regal mit den Kerzen praktisch leergefegt, Grablichter waren komplett ausverkauft… ich habe dennoch eine Lösung gefunden, denn ein Kerzchen anzuzünden fand ich dann doch eine nette Idee (wer noch hinfahren will: vielleicht schon auf dem Hinweg Kerzen besorgen).

Der Breitscheidplatz wurde 1947 nach dem von den Nationalsozialisten verfolgten Sozialisten und SPD-Politiker Rudolf Breitscheid († 24. August 1944 im KZ Buchenwald) benannt.

Dennoch waren, wie ich fand (ich habe keinen Vergleich, da ich normalerweise andere Weihnachtsmärkte besuche und auch sonst eher selten in Charlottenburg bin), nicht so viele Menschen auf dem Platz, die Stimmung war eher ruhig, aber nicht still, in fast allen Gesprächen, die ich ‚belauscht’ habe, ging es aber immer noch um das Attentat. Ansonsten hatte ich das Gefühl eines sehr herzlichen Umgangs miteinander, von Berliner*innen, Zugezogenen und Tourist*innen, und auch beim Kerzen anzünden gab es nette Szenen mit Menschen aus aller Welt (ich habe versucht, keine zu photographieren). Nachdem ich die weitgehende, erfreuliche Abwesenheit von Deutschlandsymbolen, dafür umso deutlicheren Botschaften für eine solidarische und menschliche Gesellschaft bemerkt hatte, waren meine anfänglichen Zweifel schnell verflogen und ich fand es eine gute Entscheidung, hingegangen zu sein. Denn:


The Message(s) of Berlin

 

Ein nahegelegener T-Shirt-Stand spendierte ein paar passende Exemplare:
"Make Love - Not War" und "Stop Wars". :-) ❤
Ansonsten waren heute nachmittag eher wenige Besucher*innen auf dem Platz.

Mit viel Herz und ohne Worte.

"Berlin hat keine Angst" (Berlin has no fear)

Eine kleine Laterne im Geäst, ein Briefchen und ein Kuscheltier. 💕

"Freiheit, Offenheit, Gerechtigkeit - davon lassen wir uns nicht abbringen!"
steht auf dieser Postkarte (ich glaube von der Partei Die Linke)

"Gemeinsam sind wir stark" - ein Transparent der türkisch-kurdischen DIDF (Föderation der Demokratischen Arbeitervereine, türkisch: Demokratik İşçi Dernekleri Federasyonu), die ich von vielen gewerkschaftlichen, antifaschistischen und auch pro-kurdischen Demonstrationen kenne.
Links zündet eine Frau eine Kerze für den ermordeten polnischen Lastwagenfahrer
Lukasz Urban an.

Und last but not least:
("The signs of the prophets are written on the subway walls, tenement halls...")

"Defend our open society: Berlin stays united #NoHate #NoTerror #NoRacism"
(unter dem grünen Herz steht:
"Darkness cannot drive out darkness, only light can do that
Hate cannot drive out hate, only love can do that!")
♥

Der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz findet wie geplant noch bis zum 1. Januar 2017 statt und die in Mitleidenschaft gezogenen Standbetreiber und Schausteller freut es sicherlich auch, wenn Ihr ihnen irgendwelchen netten Glitzer-Tinnef (aus dem Aramäischen und Hebräischen bzw. Jiddischen stammendes Wort für 'nutzlose Ware'), niedlichen Nippes (aus dem Französischen für 'Beiwerk' oder 'Zierrat', etwa Putten) und wundervollen Plunder (aus dem Mittelniederdeutschen für 'wertloses Zeug', Klumpatsch, Kram oder Krempel), Süßwaren, Lebkuchen-Herzen, einen Glühwein oder wie ich eine Berliner Rostbratwurst mit Senf, gebrannte Mandeln und leckere Esskastanien (serbo-kroatisch: Kesten) abkauft. Schließlich sollten wir – ich habe das schon am Ende meines Posts zu den November-Anschlägen in Paris 2015 geschrieben – auch weiterhin unserem wunderbar ‚perversen Lebensstil’ (entsprechend äußerte sich ausgerechnet der an Menschenverachtung kaum zu überbietende IS in dessen Erklärung zu ihrem Massenmord im Pariser Musik- und Nachtclub Bataclan) frönen.

Denn wie singen die Engel in der Weihnachtsgeschichte so schön:

"Fürchtet Euch nicht!"

Im Übrigen bin ich schon lange der Meinung, dass Berlin (wie bereits Rom) Partnerstadt von Kobanê, dem nordsyrisch-kurdischen Trauma und 'Stalingrad' von Daesh, werden sollte.

#SmashDaesh!
  Biji Berxwedana Rojava!
[kurdisch für "Es lebe der Widerstand (gegen den IS) in Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien)"]
Refugees Welcome!
Berlin bleibt bunt!

♥
xxx
Eure Magenta,
die heute – fast schon eine kleine 'Sensation'! – den ganzen Tag in Charlottenburg verbracht hat.


All photos from 23rd December 2016 (sorry for the partly bad photo quality!).
© by Magenta / STYLE! IT! TAKES! Blog Berlin (http://style-berlin.blogspot.de)

In order to prevent political misuse of these photos, any use (also in social media) is strictly prohibited as long you have no ok. by me. To ask, please write a short message to Magenta Netzwerk @ http://twitter.com/magentanetzwerk. And of course you are invited to link to this post.

Um politischem Missbrauch vorzubeugen, untersage ich in diesem Fall absolut jede Verwendung der Photos (auch in den sozialen Medien) ohne ausdrückliche Erlaubnis von mir (bitte vorher über Twitter, Magenta Netzwerk @ http://twitter.com/magentanetzwerk, fragen). Es kann aber natürlich gerne auf diesen Post verlinkt werden.


STYLE! IT! TAKES! Blog-Links:

Über die einzige 'Kirche', für die ich zu haben bin:
Die blaue Kathedrale des Schuhfetischismus (Februar 2016)
Einer meiner persönlichen 'Lieblingsposts'.

Zum 'Cyber-Krieg' gegen den IS (Daesh):
Pac-Man gegen #daeshbags (November 2015)

Zum 'Schrumpf-Kalifat' in Syrien & den Siegen der YPG / YPJ in Rojava:
Der kürzeste Weg nach Tall Abyad (Juni 2015)
Mit Pferdeschwänzen gegen Terroristen (März 2015)
Befreiung & Wiederaufbau der Stadt Kobanê (Februar 2015).
all in German & English (English titles: "The shortest way to Tell Abyad", "With Ponytails against Terrorists" and "Liberation & Reconstruction of the City of Kobanî")

Zu den IS-Anschlägen in Qamişlo (Föderation Rojava - Nordsyrien):
Qamişlo 27 Juli 2016 - Terroropfer zweiter Klasse? (August 2016)

Über die falschen Konsequenzen aus den dschihadistischen Anschlägen in Paris:
K(l)eine Lehren aus Paris (November 2015)
Leider hat sich die europäische Politik seither genau in die gegenteilige Richtung meiner dort im Kapitel "L'amour plus fort que la haine - Love is stronger than hate - Die Liebe ist stärker als der Tod!" gemachten Vorschläge zum Umgang mit dem IS-Terror entwickelt. Dies schon damals ahnend (siehe Titel!), gibt es dort auch den Abschnitt "Die kleinen Privatkriege gegen Daesh". ;-)

Zum IS-Massaker in Kobanê (25. Juni 2015):
Das Letzte Massaker der Dschihadisten (Juni 2015)
in German & English (English title: "The Last Massacre of the Jihadists")

Zu den 'Charlie Hebdo-Massakern' in Paris (7. - 9. Januar 2015):
Je suis Charlie... je suis Ahmed... je suis juif... (Januar 2015)
in German & English

Sunday, January 24, 2016

Photo des Jahres 2015 ...und andere Auszeichnungen

Photo des Jahres 2015:
"Freedom Portrait"
"A woman takes off blackness* after reaching safety in #Kurds #YPG controlled area, west #GireSipi, Rojava"
von
Shervan Derwish & Jack Shahine
2. Juni 2015
Westlich von Tall Abyad (Girê Spî) / Rojava (Nördliches Syrien)
Beide Titel von Jack Shahine @jackshahine
* blackness:
Eine interessante Wortwahl des oft sehr poetischen Jack Shahine,
da "blackness" nicht nur "Schwärze", "Dunkelheit" oder "Finsternis" bedeutet,
sondern auch "Niedertracht", "Verderbtheit" (corruptness) und "Abscheulichkeit".

[here you can switch to the English version of this post]

Ich weiß, ich bin spät dran. Aber wie können Photopreise für 2015 schon im Laufe des Dezembers vergeben werden, wenn das alte Jahr noch gar nicht vorüber ist? Geschweige denn Zeit war, es zu reflektieren? Antwort: Weil die kommerzielle Presse ihre Artikel zu einem – möglichst frühen – Zeitpunkt veröffentlichen will, wenn sie am Verkaufsträchtigsten sind, in diesem Fall also zu Weihnachten oder zum Jahresende. Glücklicher- oder traurigerweise, manchmal weiß ich das selbst nicht so genau, habe ich (fast) nichts zu verkaufen.

Auch nach Sichtung anderer Vergaben blieb für mich schließlich das nicht nur bewegendste, sondern auch erfreulichste Bild des letzten Jahres obiges "Freedom Portrait" aus Rojava in Nordsyrien. Es ist Teil eines kurzen Videos, festgehalten am 2. Juni 2015 von dem Kameramann und Sprecher der von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG gegründeten, multi-ethnischen Dachorganisation Euphrates Volcano (inzwischen: Syrian Democratic Forces, SDF) Shervan Derwish in Zusammenarbeit mit dem Photographen und freien Journalisten Jack Shahine, von dem ich schon öfters Photos in diesem Blog veröffentlich habe.

Frauen, die dem Einzugsgebiet des mörderischen Kalifats der IS-Terroristen (Daesh) entkommen waren, rissen sich auf Ladeflächen von Fluchtautos lachend die in 'Daeshistan' zwangsweise vorgeschriebenen schwarzen Burkas vom Leib und ließen sie im Wind davon fliegen... darunter kamen farbenprächtige und knallbunte Kleider zum Vorschein... was für ein Bild!
Es steht nicht nur für den notgedrungen heimlichen Widerstand und die Befreiung von der bleiernen Unterdrückung im Kalifat, es steht auch für unzerstörbare Lebenslust, optimistischen Aufbruch und die säkulare Revolution im kurdisch-geprägten Rojava (Nordsyrien), in der die Emanzipation der Frauen eine zentrale Rolle spielt. Damit vereint es eine ganze Reihe der wichtigsten Themen des Jahres 2015 (etwa Krieg, Terror, Unterdrückung und Flucht) mit überraschend positiven Aspekten (Flucht, Widerstand, Revolution, Emanzipation, Mode und nicht zuletzt: Lachen!). [Weiteres zum Thema bald unter dem Titel "When Fashion returned to Rojava".]

Trotz der situations- und ausstattungsbedingt sicherlich nicht perfekten Bildqualität (wir befinden uns in einem der blutigsten Kriegsgebiete der Welt!) würdigt meine Wahl die beeindruckende Intensität und allegorische Ikonographie dieses Bildes und ich verstehe sie auch als Dankeschön an die von mehrheitlich kurdischen, letztlich aber aus allen Ethnien, Religionen, Schichten und Nationen kommenden Kräften unter endlosen Opfern und lebensgefährlichem Einsatz ermöglichten Befreiungen des Jahres 2015 von den barbarischen Daesh-Dschihadisten. Dies gilt insbesondere auch für die vielen Menschen, die – insbesondere von Deutschland und der EU komplett im Stich gelassen – die Verteidigung der Menschheit vor der Barbarei mit ihrem Leben bezahlt haben.

Letztlich war meine Liste 2015 in vielen Belangen schnell gemacht und über das Meiste habe ich auch im Blog berichtet (siehe Links unter den 'Preisgewinner*innen').
Gekürt wurden nur eindeutige 'Sieger*innen' (darunter allerdings – nicht zufällig auf der rechten Seite meiner Liste – auch ebensoviele Negativpreise), da wir ja schon früh in unserem Manifest versprochen haben, niemals mehr arbeiten zu wollen (dabei tun wir dies permanent...).
Also keine nachträglichen Recherchen, keine Vergleiche, nur für mich eindeutige Ergebnisse:


GESCHICHTE MACHEN

Gewinner*innen 2015:
YPG & YPJ
Die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten haben 2015
die IS-Dschihadisten (>Daesh) aus weiten Teilen Nordsyriens (Rojava)
vertrieben und Tausende von ihnen in die Hölle geschickt. Danke! ♥

Siehe meine Artikel:

Zwei Kämpferinnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten YPJ in Rojava (Syrien)
Photo via YPJ @DefenseUnitsYPJ


Looser 2015:
Daesh
(auch bekannt als
#daeshbags, IS, ISIL oder Igittigitt)

Es gibt keinen speziellen Artikel für #daeshbags in diesem Blog,
weder 2015 noch 2014.
Für 2016 sind bei uns verschiedene Nachrufe in Planung. *lach* (^.^)

Auch wenn wir zu vermeiden versuchen, überhaupt über sie zu sprechen
(Gleiches gilt für die deutsch-rassistische Bewegung >Pegida, siehe weiter unten),
müssen wir diese Dreckskerle manchmal erwähnen, um sie zu bekämpfen:
Pac-Man gegen #daeshbags (Nov 2015)
Das Letzte Massaker der Dschihadisten (Juni 2015)
 Je suis Charlie... je suis Ahmed... je suis juif... (Jan 2015)
The Politics Of The Past * (Nov 2014)
* In letzterem Artikel, Teil III meiner frühen Serie "Von H&M nach Kobanê",
werden die #daeshbags zusammen mit ihrer deutsch-rassistischen 'Spiegel-Bewegung'
(den "Hooligans gegen Salafisten", einer Vorläuferorganisation von >"Pegida") vorgestellt,
die sich aus Protest gegen eine linke Solidaritätskundgebung für die Kurd*innen in Rojava gegründet hatte!


POLITIKER*INNEN

Terrorist des Jahres:
Recep Tayyip Erdogan
Präsident der Türkischen Republik (auch bekannt als #TerroristTurkey);
sagt seinen Bluthunden wie dem AK-Parteikollegen, Premierminister Ahmed Davutoğlu,
der türkischen Polizei, Armee, Medien, Gerichten etc.
und selbst den USA, EU & Deutschland wo's lang geht.

Permanent verantwortlich für... ohje, das wird zuviel:
...Unterstützung islamistischer Terroristen wie >Daesh,
... Angriffe, Verhaftungen, Inhaftierungen oder Erschießungen von demokratischen Zivilist*innen, Politiker*innen, Bürgermeister*innen, Anwält*innen, kritischen Journalist*innen
& selbst von Kindern auf täglicher Basis
... Krieg gegen die eigene Bevölkerung
... militärische Angriffe im Nordirak und auf die >YPG&YPJ in Syrien

Unterstützt von der >EU und besonders >Deutschland (CDU/CSU/SPD-Regierung)
als eine 'Alternative' zu >Assad und um Flüchtlinge des Syrischen Bürgerkriegs daran zu hindern, nach >Europa zu flüchten!
Partners in crime: die deutsch-rassistische Bewegung >Pegida

Siehe meine Artikel:
#TurkeysWarOnKurds (Jan 2016)
K(l)eine Lehren aus Paris (Nov 2015)
Das Letzte Massaker der Dschihadisten (Juni 2015)
Der kürzeste Weg nach Tall Abyad (Juni 2015)






Kriegsverbrecher des Jahres:
Baschar Hafiz al-Assad
Präsident von Syrien seit 2000.
Hat ein paar Argumente auf seiner Seite, aber schmeisst sie in Form von Fassbomben in Stadtviertel und auf Zivilist*innen, Kinder, jeden in seinem verlorenen Land.
Verantwortlich für mehr Kriegsverbrechen als IRGENDJEMAND in diesem abscheulichen Krieg.
Hauptsächlich unterstützt von extrem-rechten Bewegungen & Parteien der ganzen Welt,
vom Iran und von dem Putin-regierten Russland,
einem weiteren Diktator, vor dem ich Euch schon Ende 2013 gewarnt habe
(in meinem Artikel über das russische feministische Punk-Kollektiv Pussy Riot).

Assad ist in meinem Blog zugegebenermaßen unterrepräsentiert,
aber er hat seine Rolle in meinem Artikel über Musik & Flüchtlinge:
Pop & Elend (Okt 2015)

Was Putin betrifft, siehe den erwähnten Artikel:
Willkommen zurück, PUSSY RIOT! (Dez 2013)


Heuchler des Jahres:
EU / Deutschland
Behaupten beide zu kritisieren, unterstützen sie in Wirklichkeit aber beide:
>Erdogan direkt, >Assad durch Nichtstun.
Leitwölfin:
(die ansonsten manchmal nicht so falsch liegende, siehe >"Wahrheit des Jahres")
Bundeskanzlerin >Angela Merkel.

Siehe meine Artikel:
#TurkeysWarOnKurds (Jan 2016)
K(l)eine Lehren aus Paris (Nov 2015)
Das Letzte Massaker der Dschihadisten (Juni 2015)


Wahrheit des Jahres:
"Wir schaffen das!"
Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland.

Natürlich schaffen 'wir' das in einem der reichsten Länder der Welt!
Nicht zuletzt auch dank der engagierten Arbeit Tausender von Menschen,
die sich in der ein oder anderen Form für und mit Flüchtlingen engagieren.
Diesen Engagierten und Hilfsbereiten möchte auch STYLE! IT! TAKES!
ganz herzlich danken. Weiter so! ♥
Da sich Frau Merkel ihren Preis leider verspielt hat (siehe rechts),
geht die Auszeichnung symbolisch an all diese ehrenamtlichen Helfer*innen,
die ihn sich mehr als verdient haben. :-)

Willkommenskarten für Flüchtlinge #RefugeesWelcome
Eine von vielen Aktionen des auch von uns unterstützten Projektes
#BloggerfürFlüchtlinge
www.blogger-fuer-fluechtlinge.de

Siehe auch meine Artikel:
Pop & Elend (Okt 2015)
Nacht über Tempelhof: Libertines, Refugees, Katie & Lolla (Sept 2015)
Wie Toyah Diebel in 3 Minuten Pegida abschminkte (Febr 2015)


Dummheit des Jahres:
Merkel unterstützt Erdogan
Wir hätten es ganz nett gefunden, als revolutionärer Blog überraschenderweise sogar mal CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Anerkennung (siehe links) zukommen zu lassen. Leider hat sie es sich (nicht nur bei uns) gleich wieder komplett verscherzt, als sie mitten im türkischen Wahlkampf (siehe folgenden Preis für die kurdische >HDP) den türkischen Staatsterroristen >Erdogan traf und ihm neben dieser skandalösen Wahlkampfhilfe auch noch 3 Milliarden Euro versprach, damit er syrische Bürgerkriegsflüchtlinge davon abhält, in die EU zu flüchten!
Davon kann sich der Kriegsverbrecher jetzt ein paar neue Panzer kaufen, mit denen er auf seine eigene Bevölkerung schießen lässt (siehe #TurkeysWarOnKurds).
Dümmer geht's nimmer. Schade.

3 Milliarden €uro für einen Staatsterroristen und Kriegsverbrecher:
Okt. 2015:
Bundeskanzlerin >Merkel trifft den türkischen Präsidenten, Sultan >Erdogan in Istanbul
Photo PA-AA (via welt.de)


GESELLSCHAFT

Bestes politisches Ereignis international:
Beide Wahlerfolge der HDP in der Türkei
am 7. Juni 2015 (13,1 %) & am 1. November 2015 (10,8 %).

Die neue 'kurdische' Partei steht für demokratischen, sozialen & ökologischen Wandel,
Minderheiten-, Frauen- & LGBTQ-Rechte und einen neuen Friedensprozess in der Türkei.
Sie war 2015 zum ersten Mal bei landesweiten Wahlen angetreten.

Die beiden Co-Vorsitzenden der linken kurdischen HDP (türkisch: Halkların Demokratik Partisi, kurdisch: Partiya Demokratîk a Gelan, Demokratische Partei der Völker), Figen Yüksekdağ & Selahattin Demirtaş, machten Wahlkampf mit Friedenstauben. Der Frauenanteil der Parlamentsabgeordneten der feministischen Partei liegt bei über 40 Prozent. Hauptgegner: Kriegstreiber >Erdogan.
Parteilogo & Photo via HDP @HDPenglish


Bestes politisches Ereignis in Deutschland:
Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld
am 27. Juni 2015 in Bayern.

Damit sind jetzt noch 8 Atomkraftwerke in vier deutschen Bundesländern in Betrieb
(Anfang 2011 waren es noch 17 AKWs in Deutschland!).
Drei von ihnen werden vom E.ON-Konzern betrieben, drei von RWE, zwei von der EnBW.
Als nächstes geht 2017 Gundremmingen B, ebenfalls in Bayern, vom Netz.
Erst Ende 2022 ist es mit dem Spuk in Deutschland endlich ganz vorbei.
Dann muss der atomare Müll – so sieht es das deutsche Gesetz vor – nur noch
ca. 1 Million Jahre lang sicher aufbewahrt werden. :-p

Siehe auch:
Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (Wikipedia)
Liste der Kernreaktoren in Deutschland (Wikipedia)


"Atomkraft ins Technikmuseum!" (Transparent links)
Anti-AKW-Demo in Berlin, 18. September 2010
Trotz Verbot versammelten sich Hunderte auch direkt vor dem 'Reichstag'. Ich war auch da. ;-)
Schon seit etwa 10 Jahren benutze ich in meinem Haushalt keinen Atomstrom mehr.
Photo via tagesschau


LEBEN

Beste Umgebung:
Keine Ahnung.
Vielleicht mein recht friedlicher Kiez in Berlin?


Photo: STYLE! IT! TAKES! Blog Berlin

Siehe auch meine Artikel:
3qm Berlin - Ein Zaubergarten (Juli 2015)
Am Weißen See in Weißensee (Aug 2015)
Friendly Society (Dez 2012)


Unsympathischste Stadt international:
Dresden* (Dunkeldeutschland)

Unsympathischste Stadt Deutschlands:
Dresden*

* Hochburg der >'Pegida'-Bewegung,
wo sie etwa wöchentlich rassistische
und nationalistische 'Proteste' abhalten


KULTUR

Übelste Satire (international):
Pegida 
Eine deutsch-rassistische Bewegung, die beweist,
dass die britische Boulevardpresse schon immer Recht hatte
mit den 'hässlichen Deutschen'!
Gegründet in >Dresden.


Beste Satire (Deutschland):
Toyah Diebel
Eine großartige Radio-Moderatorin aus Deutschland,
die sich über eine damalige >Pegida-'Führerin' lustig machte:



Siehe meinen Blogpost:
Wie Toyah Diebel in 3 Minuten Pegida abschminkte (Febr 2015)



Widerlichstes Theater (international):
Siehe >Erdogan


Bestes Theater / Aktionskunst (Deutschland):
Zentrum für Politische Schönheit
Hat sich einem wohltuend "aggressiven Humanismus" verschrieben und
macht großartige 'Guerilla-Aktionen' gegen die Festung Europa und zu
Themen wie dem syrischen Bürgerkrieg, Flüchtlingen usw.

Einige der Aktionen:


"Ändern Sie den Hintergrund dieses Kindes"
Fingierte "Kindertransporthilfe des Bundes", um Druck auf
Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) zu machen,
55.000 syrische Kinder in Deutschland aufzunehmen (1 von 100, die es benötigen würden!).





2015 'entwendeten' Aktivist*innen des Zentrums für politische Schönheit 'Mauerkreuze'
im Berliner Regierungsviertel und brachten sie dorthin, wo sie dringend hingehören:
an die tödliche EU-Außengrenze, hier in Melilla, einer zur EU-gehörenden,
spanischen Enklave an der Nordküste Afrikas. Damit protestierten sie gegen die Tatsache,
dass dort jedes Jahr weitaus mehr Menschen sterben (laut Jean Ziegler etwa 36.000!) als in den ganzen
28 Jahren der Existenz der Innerdeutschen Grenze, der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs zusammen.
Mehr zur Aktion: "Erster Europäischer Mauerfall"




Jüngster Protest gegen die Festung Europa:
Die Rettungsplattformen sind ausgerüstet mit: Fahnen (Masthöhe 10 m), Positionslichtern, Lebensmittelreserven, Notrufgerät, Photovoltaikmodulen, Fahnenmast, Rettungsringen, Kamera, Radarreflektor zur Erkennung (Schifffahrt), Ankern und einer Einstiegsleiter.

Alle Photos von der offiziellen Webseite:
Zentrum für Politsche Schönheit


Bestes Soziales Medium:
Twitter

War so effektiv, Maulkörbe & Nachrichtensperren in Ländern ohne Pressefreiheit wie der Türkei
zu durchbrechen, dass 2015 der Zugang von der türkischen AKP- / >Erdogan-Regierung
mehrere Male komplett blockiert werden musste. Es hat nichts genutzt. ;-)
Außerdem reagiert Twitter ziemlich schnell auf Beschwerden über dschihadistische Propaganda-Accounts (>Daesh) und löscht sie. Sie könnten 2016 allerdings engagierter sein, das Gleiche auch bei anderen rassistischen & sexistischen Hassreden zu tun.



Hier ist unser STYLE! IT! TAKES! Twitter.
Schlechtestes Soziales Medium:
Facebook

Wird immer kommerzieller.
Versucht, Fanseiten immer mehr zu ökonomisieren.
Zwingt selbst Künstler*innen dazu, ihre bürgerlichen Namen für ihre Profile zu benutzen.
Hat nicht gegen den ganzen rassistischen Dreck interveniert, der 2015 geschrieben wurde.
Erlaubt Frauen immer noch nicht, ihre eigenen Brüste zu zeigen, wenn sie das wollen...

Hier ist unser STYLE! IT! TAKES! Facebook.



Beste Band um das alles zu überleben:
The Libertines


Wiedervereinigt, aggressiv & sensibel und engagieren sich für Flüchtlinge.
Was wollen wir mehr. ♥

Siehe meine Artikel:
Song of the Day: You're My Waterloo (Nov 2015)
Nacht über Tempelhof: Libertines, Refugees, Katie & Lolla (Sept 2015)
Der NS-Tempel wird zum bunten Lolla-Schmetterling (Sept 2015)
Time For Heroes! THE LIBERTINES @ Lollapalooza Festival (Sept 2015)


Hoffnung für 2016:
Frieden
ist mein Hauptwunsch.
Aber ich habe eine Menge Wünsche für uns alle.
Ihr könnt sie hier nachlesen:
Happy New Year's Eve

PS:
Übrigens ist es neu, dass es überhaupt so eine Liste in diesem Blog gibt.
Erstmals haben wir 2014 zwei Preise vergeben:

(an Electro-Musiker Patokai & die Mode-Designer*innen Vibradios, Yan Hats u. a. / Argentinien)

(an die kurdische Popsängerin Helly Luv aus dem Irak, im verlinkten Artikel recht weit unten)

Auch wenn die vergebenen Kategorien immer wieder wechseln werden (*Überraschung*),
werden wir diese neue 'Tradition' wohl künftig weiter ausbauen...

Liebe & Wut
schickt
Magenta
xxx
♥

Anmerkung zur Rechtschreibung:
Die Vergabe eines Photo-Preises ist sicherlich ein passender Anlass, noch einmal unsere (inzwischen leider ungewöhnliche) Schreibweise zu erklären. Bei unserer im Blog durchgehend praktizierten Schreibweise ("Photographie" statt Fotografie, "Photographin" statt Fotografin etc.) handelt es sich (natürlich) nicht um Rechtschreibfehler, sondern schlicht um die Weigerung, dieses schöne Wort und seine semantische Herkunft (aus altgriechisch φῶς phōs, im Genitiv: φωτός photós, „Licht“ und γράφειν graphein „schreiben, malen“, also „malen mit Licht“) dem Regulierungswahn deutscher Rechtschreibreform-Behörden zu opfern. Auch sieht es schöner aus und ist kosmopolitischer (z. B. Englisch: photography). Auch die schöne Phantasie (altgriechisch φαντασία phantasía – „Erscheinung“, „Vorstellung“, „Traumgesicht“, „Gespenst“)
gibt es – zum Leidwesen eines bekannten Herstellers von Orangenlimonade – bei uns noch. ♥