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Monday, October 31, 2016

Black Swan ^ Ekaterina Vladi by Andrej Peredireev

Wie eine schwarze Fledermaus... Like a black bat...
All picture credits below.

Vor genau einem Jahr erschien dieses großartige Photo erstmals in diesem Blog in meinem Post "A real scary Halloween". Das Bild erinnerte mich damals an eine Fledermaus mit gespreizten Flügeln. Wie bei vielen im Netz aufgefundenen Photos blieb aber zunächst unklar, von wem es ist und aus welchem Kontext es stammt (und ich höre nicht auf, Euch Social Media-Nutzer*innen mit diesem Thema auf die Nerven zu gehen, bis Ihr Euer respektloses Verhalten gegenüber Künstler*innen, Models, Photograph*innen und anderen Kulturschaffenden in Form des fast schon mutwilligen Verschweigens von Autor*innenschaft und Akteuren endlich aufgebt!). Da ich mir schon dachte, dass es sich um ambitioniertere Fashion-Photographie handeln würde, machte ich mich also mal wieder erfolgreich auf die dennoch immer etwas mühsame Suche nach den Beteiligten. Pünktlich zu Halloween 2016 gibt es nun heute in unserer Serie "Legendary Fashion Shoots" Photos aus diesem schon wieder russischen!Shooting von Andrej Peredireev mit dem Model Ekaterina Vladi. Und siehe da: die schwarze Fledermaus ist ein schwarzer Schwan! Und was für eine*r...

[English translation below]

Streng: Ekaterina Vladi als schwarzer Schwan auf einer Wiese am Waldrand.
Hier sehen wir auch das Korsett en détail, und auch die Ballett-Referenz in Ausdruck und Pose wird klarer.
Tough: Ekaterina Vladi as black swan on a meadow at the edge of the woods.
Here we also see the corset in detail, and the ballet reference in expression and pose gets clearer.

Exactly one year ago, the great header photo was published for the first time in this blog in my post "A real scary Halloween". To me, at that time the picture was reminiscent of a bat with spread wings. But as with many photos found in the web, at first it remained unclear by whom it was made and out of which context it originates (and regarding this topic, I will not stop to get on the nerves of social media users until you finally give up your disrespectful behavior towards artists, models, photographers and other cultural creatives in form of the almost fraudulent concealment of authorship and actors!). As I was quite sure that it's about a more ambitious fashion photography, I started – once again successfully the nevertheless always a bit laborious search for the participants. Just in time for Halloween 2016, in our series "Legendary Fashion Shoots" now today here are photos from this yet again Russian! – shooting by Andrew Peredireev with model Ekaterina Vladi. And lo and behold: the black bat is a black swan! And what a special one...

Auf der Suche: Ekaterina Vladi mit der zugehörigen Ballerina-Frisur, einem schönen Dutt...
Searching: Екатерина Влади with the connecting ballet hair style, a beautiful bun...
#ballet #bun #Dutt #Treppe #stairs #fashion #couture #photography

Some Girls Wander by Mistake... (Sisters of Mercy) ♪
Nicht jede Ballerina ist glücklich und nicht jede Suche erfolgreich...
Not every ballerina is lucky and not every search is sucessful...

Erstmal auf's Dach fliegen...
For now, fly to the roof...
All photos by Andrej Peredireev.
Model: Ekaterina Vladi Stylist: Marina Zakharova

Es gibt auch ein schönes 'Making of'-Video von Katerina Mikheev zu diesem Photo-Shooting:
There's also a beautiful 'making of' video of this photo shooting by Katerina Mikheev:


(also to be seen on https://vimeo.com/67303972)


... und dann runterkommen...
... and then come back down...
Екатерина Влади (Ekaterina Vladi) as ‚Black Swan’
#stairs #fashion #queen #blackdress #corset #corsage #bun #CouturePhotography


Black Swan

Model Ekaterina Vladi ^ модель Катерина Влади
Photos by Andrej Peredireev ^ фотограф Андрей Передиреев
MUAH / Stylist: Marina Zakharova ^ стилист Марина Захарова
Fall 2014 for Solis International
Video by Katerina Mikheev ^ видео Катерина Михеева


Ein schöner Start in die diesjährige Halloween-Nacht!
A beautiful start into this year's Halloween night!

xxx
Magenta


Another great Russian photo shooting:
Cinderella Blue (2/2016)

More Halloween in this blog:

Sunday, November 8, 2015

Herbst im Moor

"... eine Landschaft, in der Erhabenheit und Schönheit mit dem Grauen einer trostlosen Öde dicht nebeneinander wohnten."
August Grisebach (1814–1879)

Nachdem ich mich dieses Jahr ungewöhnlich viel mit Berliner Orten beschäftigt habe (u. a. dem Weißen See, dem ehemaligen Flughafen Tempelhof und zahlreichen, über die ganze Stadt verteilten Erinnerungsorten zu den eher traurigen historischen Daten 3. Oktober / 9. November), dachte ich mir, warum nicht mal großräumig den Ort wechseln und ein bißchen Natur- und Heimatkunde mit einem meiner eher seltenen Outfit-Posts verbinden? Begeben wir uns also heute auf eine kleine Zeitreise an einen der recht fernen Lieblingsorte meiner Kindheit: das Schwenninger Moos, ein Regenmoor am Rande des Schwarzwalds (Baden-Württemberg), im Südwesten der Republik, nicht mehr weit in die Schweiz oder auch ins französische Elsass.

Kommt mit – ich zeig's Euch!

Naturführerin Magenta führt Euch durch's Moor


Pferde kreisen

Reitende Mädchen am Rande des Schwenninger Mooses

Von der Schwenninger Seite aus können wir uns vom Eisstadion des Eishockey-Clubs "Wild Wings" (SERC 04 e. V.) her dem Moor annähern, aber ich präferiere traditionell den Beginn von der Villinger Seite aus, da auf den freien Feldern um den 'Grenzposten' der Doppelstadt (das sogenannte 'Zollhäusle') herum immer Pferdeausritte stattfinden und sich auch andere kleine Sehenswürdigkeiten in der Umgebung befinden. Diese sollen für heute ein Geheimnis bleiben, also hinein mit uns ins Moor...


Birken sterben

Erwünschtes Absterben der schönen Moor-Birken im Schwenninger Moos

Was wir sehen, ist nicht ein vom Sauren Regen zerstörter Birkenwald, sondern der Traum meiner naturverliebten Kindheit. Das gespenstisch anmutende Absterben der Bäume ist in diesem Fall ein Zeichen der Renaturierung des Moores, denn durch den jahrhundertelangen Torfabbau ist das Moor quasi vertrocknet, weshalb sich die sonst so schönen Moorbirken ausbreiten konnten. Da diese aber noch mehr Wasser aus dem Boden ziehen, verdrängen sie die seltene und moortypische Vegetation (Verwaldung). Deshalb werden seit 1982 Wiedervernässungsmaßnahmen durchgeführt, um den Wasserhaushalt des Moores wieder in den ursprünglichen Zustand zu bringen. Die alten Entwässerungsgräben wurden mit Dämmen aus Torf und Gestrüpp verbaut, so daß der Wasserspiegel insgesamt wieder steigt und das Verrotten des nur ein Millimeter jährlich wachsenden Torfes verhindert wird. Durch den moortypischen Sauerstoffmangel sterben die Bäume ab und die ursprüngliche Vegetation typischer und seltener Moorpflanzen kann sich wieder ausbreiten: die halbkugelförmig wachsenden, torfbildenden Torfmoose zum Beispiel, die wir unter den absterbenden Birken sehen, aber auch der schöne, unter Naturschutz stehende Sonnentau (eine fleischfressende Pflanze, die mit Hilfe von Klebedrüsen an ihren Blättern kleine Insekten fängt und 'verdaut').


Sonnentau im Moor

Der Langblättrige Sonnentau (Drosera anglica)
Photo by NoahElhardt CC BY-SA 3.0

Der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia)
Photo by BerndH CC BY-SA 3.0

 
 Der Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia) in der Blüte
Photo by Hajotthu CC BY-SA 3.0

Die drei einheimischen Arten des Sonnentaus.


...Torfmoose wachsen...

Torfmoose erobern ihren Platz zurück


Der Stichweiher und andere nasse Gefilde
quellen bis zum Schwarzen Meer und in die Nordsee

Malerischer herbstlicher Stichweiher im Schwenninger Moos

Zu jeder Jahreszeit schön ist der im Winter öfters vereiste Stichweiher im Moor. Das Naturschutzgebiet liegt auf der Europäischen Wasserscheide, die die Zuläufe von Rhein und Donau trennt. Das Schwenninger Moos ist Quellgebiet von gleich zwei Flüssen, die jeweils in einen der beiden bekanntesten deutschen Flüsse münden: der Stillen Musel, deren Wasser vom Moos in südwestlicher Richtung zum Marbacher Talbach und mit ihm in die Brigach fließt, bei Donaueschingen kurz hinter dem Donauzusammenfluss in die junge Donau mündet und mit ihr schließlich ins Schwarze Meer fließt; und einer Kalkmergel-Quelle innerhalb des Moores (sie liegt in einem geschützten Gebiet und ist daher für Besucher*innen nicht zu sehen), die als Ursprung des Neckars gilt und nördlich zur historischen (aber eben nicht echten) Neckarquelle fließt, der bei Mannheim in den Rhein mündet und mit ihm in die Nordsee fließt...

Natürlich verrottende Bäume im (Torf-) Stichweiher des Moores


Kleine Sozialgeschichte des Torfabbaus

„Im Frühling, wenn das Torfmachen beginnt, erheben sie sich mit dem Hellwerden und bringen den ganzen Tag, von Nässe triefend, durch die Mimikry ihrer schwarzen, schlammigen Kleidung dem Moore angepasst, in der Tongrube zu, aus dem sie die bleischwere Moorerde emporschaufeln. Im Sommer, während sie mit den Getreide- und Heuernten beschäftigt sind, trocknet der fertig bereitete Torf, den sie im Herbst auf Kähnen und Wagen in die Stadt fahren. Auf dem schwarzen Wasser des Kanals wartet beladen das Boot, und dann fahren sie ernst wie mit Särgen auf den Morgen und auf die Stadt zu, die beide nicht kommen wollen.“
Rainer Maria Rilke (1875-1926)


Durch den jahrhundertelangen Torfabbau ist das einstige Hochmoor großflächig zerstört worden. Bei einem Wachstum von nur ca. einem Millimeter pro Jahr wird es noch lange dauern, bis die ehemalige Höhe von vier Metern (!) wieder erreicht ist... aber wie es aussieht, ist langfristig eine echte Regenerierung des Hochmoores zu erwarten, wenn nicht andere Faktoren, etwa der Klimawandel, einen Strich durch die Rechnung machen. Um Moore zu schützen wird übrigens empfohlen, auf Blumenerde mit Torf zu verzichten.


Das Moor nass machen


Es führt also kein Weg daran vorbei: das Moor muss noch nasser werden und die Bäume müssen (zumindest im Zentrum der Landschaft) weg!

Idyllische Feuchtgebiete im Schwenninger Moos


Eine Weide für die Heide

„Es war eine endlose Weite, in der kein Gegenstand sich über Kniehöhe erhob und die Horizontlinie weithin durch das Moor selbst gezirkelt wurde. Sammetgrüne, olivfarbene, rostbraune und blutrote Moospolster bilden das farbenprächtige Muster des weichen schwellenden Teppichs, über den der Fuß auf die Dauer nur mühsam zu schreiten vermochte und mit jedem Schritt Wasser aus dem saugenden Riesenschwamm herauspresste. Es war eine Landschaft in der Erhabenheit und Schönheit mit dem Grauen einer trostlosen Öde dicht nebeneinander wohnten.“
Der Botaniker und Begründer der Pflanzengeographie August Grisebach (1814–1879)

Übergangsstadien: Kiefern- und Moorbirkenwald, Heidelandschaft und Ausbreitung der Torfmoose auf den geschaffenen Freiflächen

Zum neu entstandenenen Landschaftsbild kommen zu dem Birken-Moorwald und dem Grauweiden-Gebüsch nun die verheideten Flächen, auf denen das bekannte, pink blühende Heidekraut (Calluna vulgaris) wächst, was aber wie die Moorbirken nur ein Zwischenstadium darstellt. Damit sich dort nicht auch noch abermals die Birken und andere schattenwerfende und Wasser saugende Bäume ansiedeln, wird die große Freifläche von Moorschnucken, auf feuchte und karge Gebiete spezialisierte Schafe, beweidet, die besonders gerne die 'Besenheide', Birkenblätter und Kiefernnadeln essen und auch nicht im Moor einsinken. So kommt Licht auf das wieder nasser und gleichzeitig sauerstoffärmer werdende Moor und ausgemachte Moorspezialisten, unter Naturschutz stehende Pflanzen wie der Sonnentau oder die Moosbeere, seltene Spinnen und Insekten (darunter Käfer- und Zikadenarten, hübsche Moor-Schmetterlinge und Libellen), aber auch Moor- und Sumpfvögel, Reptilien wie die Kreuzotter (Vipera berus) oder die Wald- oder Mooreidechse (Zootoca vivipara) und natürlich Amphibien wie der Moorfrosch (Rana arvalis) können sich (hoffentlich) wieder ausbreiten.

Renaturierungsprozesse im Schwenninger Moos. Viele ältere Bäume sterben durch den anhaltenden Sauerstoffmangel an ihren Wurzeln und schaffen dadurch Platz für andere Pflanzen wie die moortypischen Wollgräser.

Verrottender Ast einer Moorbirke im Schwenninger Moos


Moos ohne Grenzen

„beede an dem Moosgraben, die ain auf Villinger Bann, die andere auf Schwenninger Bann, bedeuten zugleich die Erhaltung des Grabens insgemein…“ (Lägerbuch, 1703)

Von der Geschichte überholt: mit Flechten bewachsener, an eine Birke erinnernder Grenzstein zum von der Novemberrevolution 1918 hinweggefegten "Königreich Württemberg" (1806-1918) im Schwenninger Moos

Einen Wermutstropfen gab es dann doch im schönen Moor. Das waren nicht die sterbenden Birken (dabei sind sie meine Lieblingsbäume!), sondern erschreckend große Teile der einheimischen Spaziergänger*innen. Vielleicht bin ich von meinem Berliner Umfeld verwöhnt, aber ich habe selten so viele rassistische Kommentare an einem einzigen Tag aufgeschnappt.
Offensichtlich schmeckt einem auffällig großen Teil der ansässigen Bevölkerung die Vorstellung überhaupt nicht, das schöne Moor eventuell auch mit Menschen zu teilen, die nicht in der (traditionell zumindest im gegenseitigen Spott verfeindeten) Doppelstadt Villingen-Schwenningen aufgewachsen sind. "Sind wir hier auf der Balkanroute?" und "Musch (musst Du) halt AfD wähle(n)" war neben jeder zweiten Birke zu hören. Ein älterer Mann in Turnschuhen fühlte sich gar bemüßigt, mich und meine liebe Familie mit seinem modernen Walking-Stock drohend in die Ferne zeigend (wahrscheinlich hatte er mal gelernt, dass mensch nicht mit dem Finger auf andere Leute zeigt) darauf hinzuweisen, dass dort drüben auf der Wiese jemand "zu Allah bete" (ein junges, sympathisches Pärchen saß friedlich auf einer Picknickdecke) und erwartete wohl eine zustimmend-empört-nickende Reaktion und ein Kreuzchen bei der rassistischen AfD oder einer anderen rechten Partei, die in der Region traditionell ungewöhnlich stark sind, wogegen wir uns schon in meiner Schulzeit gewehrt haben (und Leute vor Ort immer noch tun). Als wir dann mit einem smarten "Na und? Warum nicht? Wo ist das Problem? Ist doch nett!" reagierten, zog er verdutzt und irgendwie frustriert ob seines misslungenen 'Gags' von dannen...

Wie Ihr wahrscheinlich wisst, liebe ich klare Ansagen:
Fahrradweg rechts, Pferde und Reiter*innen außenrum, Rassisten ins Gebüsch!
(ich musste ein wenig mit Photoshop nachhelfen ^.^)


Dabei müssten es gerade die Menschen im badischen Villingen und württembergischen Schwenningen am Besten wissen – schließlich war die erst 1972 vereinte Doppelstadt historisch weit voneinander entfernt...

Veraltete, historisch überwundene Grenzen:
Grenzstein zum ehemaligen "Großherzogtum Baden" (1806-1918) im Schwenninger Moos

Und so bleibt zu wünschen, dass sich die Bevölkerung der Region wieder ihrer großen liberalen und demokratischen, ja fortschrittlich revolutionären Traditionen besinnt (von der Badischen Revolution 1848/49 über den erfolgreichen Widerstand gegen die Atomkraftwerke Breisach und Wyhl oder frühe Hausbesetzungen von Freiburg bis nach Villingen-Schwenningen bis zum ältesten, nicht-kommerziellen alternativen Radio Deutschlands („Radio Dreyeckland“ aus Freiburg) oder freigeistigen Künstlern wie dem bekannten und skandalträchtigen Bildhauer Peter Lenk, um nur ein paar Beispiele zu nennen), für die sie eigentlich bekannt war und ihre Horizonte mal wieder ein bißchen erweitert. Letzteres gilt freilich auch für viele andere Regionen und Milieus, nicht zuletzt auch für Berlin.

Manchmal würde es schon helfen, etwas aus den in Zusammenarbeit mit dem BUND-Naturschutzbund erstellten, hübsch gemachten Informationstafeln zu lernen... ;-)


Mehr Sonne für den Sumpf

Nachdem wir trotz eher kurzem Spaziergang mehrmals ganz ohne Passkontrollen die badisch-württembergische Grenze überquert hatten, konnte ich mich wieder an den eigentlichen Highlights meiner Kindheit und Schulzeit erfreuen, auch wenn wir kürzer geblieben sind, als mir lieb gewesen ist, da nicht alle so viel Ausdauer hatten wie ich mit meinen Aber-zieh-Dir-was-Bequemes-an ("Die sind bequem!") - Stiefeletten... ;-) Auch begann die Herbstsonne unterzugehen und der beste Kuchen der Welt wartete auf uns. Da um mich herum der Nachwuchs sprießt wie die kleinen Moorfröschchen im Sommer, möchte ich mich aber schon mal als Naturführerin andienen, die den Kleinen etwas über die komplexen Zusammenhänge der Natur wie auch über ein respektvolles Miteinander in den sozialen und globalen Beziehungen beibringen könnte.

In diesem Sinne: mehr Sonne für den Sumpf!


Es werde Licht im Moor


... and also the trees...

Wie ein Siegeszeichen im morbid untergehenden Wald...

Sonnenuntergang im herbstlichen Moorwald

Blick auf die umgebenden Felder und Wiesen


Mooroutfit:
Grüner Daunenmantel: Gil Bret
Weiße Handtasche mit schwarzen Polka Dots: Six
Rock: Broke + Schön
Schuhe: Riccardo Cartillone (Berlin)

Der Mantel grün wie die Torfmoose, die Handtasche schwarz-weiß gesprenkelt wie die Birkenrinde, Rock und Strümpfe schwarz wie das Moor, die Schuhe wie Kiefernnadeln, die Haare feuerrot wie die Tentakeln des Sonnentaus - so habe ich mir das ungefähr vorgestellt und ich fand, es kam ganz gut.
Was meint Ihr?

 
Reitende Mädchen am Rande des Schwenninger Mooses

Wusstet Ihr eigentlich, dass ich nicht nur Moore, sondern auch Pferde liebe?
Ich bereite mal was vor:
Coming soon: Girls & Horses
Bis dahin
Kisses
xxx
Eure
Magenta



Photo Credit:
Alle Photos von mir
(außer Sonnentau wie oben angegeben,
'Portraits' von meinen Eltern):
© STYLE! IT! TAKES! Blog Berlin


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Auf der Pferde-Rennbahn (2013)
Gärten der Welt (2012)

Zum aufgrund meiner Eindrücke nicht überraschenden
Wahlausgang in Baden-Württemberg siehe auch meinen Post:
Alle faschistischen Deutschen (AfD)... (März 2016)

Tuesday, November 4, 2014

Von H&M nach Kobane

Video-Still H&M Fall Fashion 2014
all stills by STYLE! IT! TAKES! Berlin Blog

[Teil I einer neuen Artikel-Serie "Von H&M nach Kobane"]
[Part I of a new series of articles "From H&M to Kobani", English translation below]

Für einen Blog, der sich in sehr umfassender Art mit Mode beschäftigt, ist es fast ungewöhnlich, dass der Name H&M hier das erste Mal auftaucht. Schließlich bestehen viele andere Mode-Blogs in der Hauptsache aus Outfit-Posts und Look-Books, deren Kleidungsstücke zum größten Teil von den bekannten Großketten wie H&M (und zugehörigen Marken, wie COS oder Cheap Monday), Urban Outfitters, Zara oder Mango stammen, während in meinem STYLE! IT! TAKES! Blog eher Designs von unabhängigen, lokalen und internationalen Mode-Designer*innen, aber auch Vintage-Stücke, zu sehen sind (getragen von verschiedenen Personen, nicht nur der Bloggerin, also mir).

Mein Blog und Projekt hat sich bekanntlich auch sonst recht grundsätzlich anderen Ideen verschrieben, aber heute wollen auch wir uns mal dem schwedischen Textil-Konzern und besonders einem umstrittenen Teil seiner Herbst-Kollektion widmen, illustriert mit selbsterstellten Film-Stills des offiziellen Videos aus der aktuellen Werbekampagne, den ich übrigens sehr gerne mag. Und da ohnehin die Regel „Any press is good press“ gilt, komme ich an dem möglichen Vorwurf der (unbezahlten) H&M-Schleichwerbung sowieso nicht vorbei. Es sei denn… ich mache 'nebenbei' für etwas anderes ‚Werbung’… Nun, zugegeben, das ist mein Plan.
Leider wird’s dabei auch gleich ziemlich ungemütlich. So ist die Welt, die wir ändern wollen.

For a blog addressing fashion in a very widespread way it's almost unusual that the name H&M appears here for the first time. At least, many other fashion blogs mainly consist of outfit posts and look books, whose garments largely originate from the well-known chains and corporations like H&M (and labels belonging to them, like COS or Cheap Monday), Urban Outfitters, Zara or Mango, whereas in my STYLE! IT! TAKES! blog rather designs from independent, local and international fashion designers, but also vintage pieces are to be seen (worn by various persons, not only the blogger, that's me).

As you know, also in other ways my blog and project has dedicated itself fairly principally to other ideas, but today we once want to address the Swedish textile corporation as well and especially a controversial part of its fall collection, illustrated with custom film stills of the official video from the current promotional campaign, which, by the way, I like very much. And since the rule „Any press is good press“ takes effect anyway, I don't get around the possible accusation of (unpaid) camouflaged advertising for H&M anyhow. Unless… I plug 'en passant' for something else… Now, admittedly, that's my plan.
Unfortunately, at it, it is going to be also quite uncomfortable soon. That's how the world is that we want to change.

A beautiful model in a khaki-green dress is seen at the beginning of the H&M video, entering a pedestrian zone of what is said in the video to be New York City (is it really that beautiful?)


Brauchen wir wirklich einen Realitäts-Crash?
Do we really need a reality crash?

Karte der Autobomben-Anschläge in Bagdad / Irak seit 2003
Map of car bombings in Baghdad / Irak since 2003
via @EnglishBasNews

Während (auch) in meinem virtuellen Umfeld der sozialen Netzwerke (von den allermeisten Mode-Blogs ganz zu schweigen) auffallendes Schweigen herrscht, sich irgendwie zum seit März 2011 tobenden syrischen Bürgerkrieg mit 200.000 Toten (!!!), den dauerhaften blutigen Auseinandersetzungen im Irak oder den global marodierenden Terrorbanden vom IS ('Islamischer Staat') zu äußern, hat nun ausgerechnet der schwedische Mode-Konzern H&M - ob nun beabsichtigt oder 'aus Versehen' wollen wir weiter unten beleuchten - mit einem 'Skandälchen' um einen khaki-grünen Jumpsuit aus der aktuellen Herbst-Kollektion die kriegerischen Auseinandersetzungen auch in der Mode-Welt ins Bewusstsein gerückt. Ein 'Skandal', der in Zusammenhang mit all dem steht. Oder, stehen könnte. Oder: gebracht wurde. Vielleicht auch: werden sollte. Jedenfalls habe nicht nur ich die letzten Wochen besorgt auf die seit Mitte September anhaltende brutale IS-Belagerung der nordsyrischen Stadt Kobane geschaut, die erbittert, aufopferungsvoll und tapfer von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG und ihren Frauen-Brigaden der YPJ gegen die Terroristen des IS verteidigt wird. Begrüßenswert, wenn darauf auch in der Mode-Welt aufmerksam gemacht wird.

While (also) in my virtual surroundings of the social networks (let alone the very greatest part of fashion blogs) striking silence is reigning to somehow speak out about the Syrian Civil War raging since March of 2011 with 200.000 dead (!!!), about the permanent bloody conflicts in Iraq or the terror units of IS ('Islamic State') marauding globally, now just the Swedish fashion corporation H&M has recollected these acts of war also in the fashion world with a 'little scandal' over a khaki-green jumpsuit out of the current fall collection (we want to look at the question if intended or 'accidentally' further below). A 'scandal' which is linked to all this. Or, could be linked. Or: has been linked. Maybe also: should be linked. Anyway, in the last weeks not only me has anxiously looked at the brutal IS siege ongoing since middle of September of the Northern Syrian town of Kobani, which is defended against the terrorists of IS fiercely, sacrificially and courageously by the Kurdish People's Protection Units YPG and their women brigades of the YPJ. I see it positive when attention to this is also brought into the fashion world.

The first protagonist of the beautiful H&M Fall Fashion 2014 video cuts her way through the crowd.
Please also note the peace (?) dove in front of her and the New York City Clean garbage can.

Eine Empörungswelle und eine Entschuldigung
A shitstorm and an apology

Angefangen hatte alles Anfang Oktober mit einem gegen H&M gerichteten 'Shitstorm' auf Facebook und Twitter, wo teils massiv kritisiert wurde, dass der von einem H&M-Model präsentierte 'Military-Look' des besagten olivgrünen Jumpsuits, kombiniert mit einem braunen Ledergürtel in der Taille und braunen Schnürstiefeletten (im Video erst etwas später zu sehen), den Kampfanzügen und dem 'Look' kurdischer Kämpferinnen ähnele. Wie auch im politischen Zusammenhang fälschlicherweise oft synonym verwendet, wurde dies recht schwammig mal auf die Kurdinnen der quasi-staatlichen, irakisch-kurdischen Peschmerga-Streitkräfte im Irak (Autonome Region Kurdistan) bezogen, mal auf die mit der türkisch-kurdischen PKK-Guerilla in der benachbarten Türkei verbündeten syrisch-kurdischen Frauen-Brigaden der Volksverteidigungseinheiten YPG, die aktuell in Syrien gegen die Terroreinheiten des 'IS' kämpfen, obwohl sich vor allem die Peschmerga auf der einen und die YPG / PKK auf der anderen Seite politisch stark unterscheiden. Kernvorwurf war jedenfalls, H&M würde das Leid der Kurd*innen für seine Geschäftszwecke ausbeuten.
In der Folge berichteten dann Stern und Stylebook, Daily Mail, Huffington Post, Al Jazeera, Al Arabiya und viele viele andere. H&M reagierte umgehend – und entschuldigte sich, machte aber rein modische Überlegungen geltend. Die Beobachtung der Kritiker*innen von der Ähnlichkeit selbst (unabhängig von einer Wertung oder Beurteilung) ist meines Erachtens jedoch nicht abzustreiten.

Die internationale H&M-Pressesprecherin Ida Ståhlnacke ließ als Stellungnahme verlauten:
„Es tut uns sehr leid, falls sich jemand durch das Kleidungsstück angegriffen fühlt. Das war natürlich nie unsere Intention. Bei H&M wollen wir das Neueste innerhalb der Mode und Trends anbieten und wir hören kontinuierlich auf die Wünsche unserer Kunden. In den letzten Saisons kam es zu einer erhöhten Nachfrage nach Overalls und daher bieten wir momentan eine Auswahl von Jumpsuits in unterschiedlichen Farben und Materialien an, wie etwa in Jeans-Blau oder Tief-Rot. Der fragliche Overall wird in einem hellen und komfortablen Material gefertigt und ist Teil einer größeren Sammlung aus vielen Kleidungsstücken in Khaki, da dieser Grünton eine der angesagtesten Farben der Saison ist. Die Meinungen unserer Kunden sind sehr wichtig für uns und wir werden dieses Feedback für künftige Kollektionen berücksichtigen.“
Anmerkung: Da das Statement in der deutschen Presse nur auszugsweise veröffentlicht wurde, habe ich es teilweise nach dem längeren englischen Text (siehe unten) übersetzt. Sollte eine deutschsprachige Erklärung existieren, kann der exakte Wortlaut also eventuell leicht abweichen.
The 'Kurdish female fighters look' in the H&M video

Kurdish women's units from PKK in the Kurdish mountains (I guess, in South of Turkey)
via Agit Hüseyin, Twitter 23. Sept. 2014

Fashion without politics? No words about Kurdistan at H&M's German Facebook

It all began in the beginning of October with a 'shitstorm' against H&M on Facebook and Twitter where there was partly massive critics that the 'military look' of the mentioned olive-green jumpsuit, combined with a brown leather belt around the waist and with brown, laced ankle boots (presented by a H&M model and to be seen in the video a bit later), would be reminiscent of the combat dresses and the 'look' of Kurdish female fighters. This quite vaguely has been applied both to the female Kurds of the quasi-governmental Iraqi-Kurdish Peshmerga troops in Iraq (Kurdistan Regional Government ) as also to the Syrian-Kurdish women brigades of the People's Protection Units YPG currently fighting in Syria against the 'Islamic State' (ISIL) terrorists and being allied with the Turkish-Kurdish PKK guerilla in adjacent Turkey. Mistakenly making a synonym out of these different Kurdish groups also often happens in the political spheres, even though especially the Peshmerga on the one side and the YPG / PKK on the other side politically differ from each other very much. Anyway, the main accusation has been, H&M would capitalize the sorrow of the Kurds for their business objectives.
In the sequel, there have been reports in German Stern magazine and on Stylebook, Daily Mail, Huffington Post, Al Jazeera, Al Arabiya and many many other magazines. H&M reacted promptly – and apologized, but at the same time only alleged modish reasons and considerations about the case. In my opinion though, the critics' observation of the resemblance itself (independently of a judging or a judgment), is not to be denied.

H&M's global press officer, Ida Ståhlnacke, said in her statement:
“We are truly sorry if we have offended anyone with this piece, this was of course never our intention. At H&M we want to offer the latest within fashion and trends and we continuously listen to our customers’ requests. The last seasons we have seen an increasing demand on jumpsuits and therefore we currently offer a selection of jumpsuits in different colors and materials, such as denim blue and deep red. The jumpsuit in question is made in a light and comfortable material and is a part of a larger collection consisting of many garments in khaki green, which also is one of the trendiest colors this season. The opinions of our customers are very important to us and we will keep this feedback in mind for future collections.”
Source: Daily Mail (UK)
Direct link: http://www.dailymail.co.uk/news/article-2782418/H-M-apologises-Peshmerga-chic-jumpsuit-Clothing-chain-embarrassed-accused-modelling-15-khaki-outfit-uniform-worn-Kurdish-female-fighters-battling-ISIS.html

She looks so beautiful - screenshot from H&M Fall Fashion 2014 video (the first model appearing, the other two come a bit later)

Das ist ein in vielerlei Hinsicht bemerkenswertes Statement. Im zweiten Teil meiner neuen Artikel-Serie könnt Ihr meine Gedanken dazu lesen. Bis dahin:

This, in many aspects, is a remarkable statement. In the second part of my new series of articles you can read my thoughts about this. Before then:

SAVE KOBANE!
Support the struggle of the YPJ / YPG!
Remove PKK from the 'terror list'!
Make a difference against the IS #daeshbags!
Join the ongoing Kurdish demonstrations!
Refugees welcome!!!


Long live the resistance!
Support the YPJ 'dragons' & their allies!
via FB The Middle Eastern Feminist


ÜBERBLICK Artikel-Serie "Von H&M nach Kobane"
OVERVIEW Series of articles "From H&M to Kobani"
(alle Teile / all parts in Deutsch & English)

I. Von H&M nach Kobane (From H&M to Kobani)
Der Skandal um den H&M Jumpsuit * The scandal about the H&M jumpsuit

II. Von H&M nach Kobane II (From H&M to Kobani II)
Meine Gedanken zum H&M Statement * My thoughts about the H&M statement

III. The Politics Of The Past
Interpretation des H&M-Videos (I) mit Info-Boxen zum IS ('Islamischer Staat') und den deutschen Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) sowie Kritik am Westen und seinen Partnern Türkei, Saudi-Arabien & Katar
*
Interpretation of the H&M video (I) with info boxes about ISIL ('Islamic State of Iraq and the Levant') and the German Hooligans against Salafists (HoGeSa) and also criticism of the West and its partners Turkey, Saudi Arabia & Qatar

IV. The Politics Of The In-Between
Interpretation des H&M-Videos (II) mit Info-Boxen zu den Peschmerga, der Autonomen Region Kurdistan und der PKK; Aufruf zur Flüchtlingshilfe
*
Interpretation of the H&M video (II) with info boxes about the Peshmerga, Iraqi Kurdistan und the PKK; call for help for the refugees

V. The Politics Of The Future (deutsche Version)
Geschichte, Gegenwart und Perspektiven kurdischer Politik, Gesellschaft & Kultur

The Politics Of The Future (English version)
History, present and perspectives of Kurdish politics, society & culture


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Schon Revolutionssteuer gezahlt?
Outfit Post & Spendenkampagne für die Kurd*innen

Outfit post & donation campaign for the Kurds.

Saturday, November 17, 2012

AUTUMN LEAVES: Weinrote Lack-Heels & Esskastanien

Every new style starts with new heels

Hier mein erster Outfit-Post mit meinen neuen, weinroten Lack-Heels, die ich auf dem Flohmarkt in Zagreb erstanden habe. Wie Ihr seht, passen sie wunderbar zu den bunten Blättern im herbstlichen Berlin. Ich trage sie mit schwarzen Overknees und einem kurzen schwarzen Rock. Viel mehr braucht es nicht: eine schwarze Corsage und ein schwarzer Cardigan dazu - fertig. In den Schuhen läßt sich trotz der Höhe übrigens sehr gut laufen. Ich bin begeistert. Was meint Ihr?

Stargate Straße / Prenzlauer Berg



Passend zum herbstlichen Outfit habe ich leckere Esskastanien gekauft, die auf serbokroatisch den süßen Namen Kesten tragen.


Da viele nicht so richtig wissen, wie die zubereitet werden, hier meine Anleitung - ist nämlich ganz einfach!


Zuerst die Maronischalen mit einem Messer einritzen.


Ca. 25 Minuten in Wasser kochen, danach Wasser abgießen und noch ca. 10 Minuten im zugedeckten, heißen Topf stehen lassen.


Salz auf ein Backblech streuen (fördert die Hitzebildung und Trocknung!) und Kastanien darauf verteilen. Bei ca. 175°C (Gasherd ca. Stufe 6) etwa 5 Minuten backen. Die Kastanien sollten dann an den Schalen leicht aufplatzen, aber eben auch nicht verbrennen. Also immer mal wieder eine Probe zwischendrin machen... Fertig! (^.^)


Wie bei jedem Naturprodukt kann es vorkommen, dass einzelne Maronen von innen schon nicht mehr gut sind. Da diese Exemplare sehr bitter sein können, empfiehlt es sich, jede Kastanie zunächst vorsichtig zu probieren. Sie müssen süß schmecken, sonst stimmt was nicht!


Ich wünsche einen guten Appetit!!!