Showing posts with label Femininity. Show all posts
Showing posts with label Femininity. Show all posts

Sunday, December 16, 2018

Merry Xmas Charity Pin-up Calendar III/V

Gil Elvgren - SheerDelight (This Soots Me)
1948, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 76 x 61 cm
Art from the archives of Brown & Bigelow, St. Paul, Minnesota / USA

Nachdem wir unsere Geschenke an die Initiative Make Rojava Green Again und die drei Hilfsorganisationen der Seenotrettung schon in Form von Spendenüberweisungen überbracht haben, dreht sich in unserem kleinen Kalender heute alles um Licht in all seinen Aspekten und Metaphoriken, eine weitere schöne Facette dieser Jahreszeit.

Licht spielt nicht nur in der dunklen Jahreszeit eine große Rolle, sondern natürlich auch für Maler*innen und Photograph*innen. Heute möchte ich Euch ein bißchen was über die Entstehung der hübschen Illustrationen erzählen, aus denen unser Kalender gemacht ist. Eine Art 'Making Of'.
Außerdem gibt es in diesem recht lang gewordenen III. Kalenderblatt wie jedes Mal etwas zu meiner – heute zum Licht-Thema passenden – Deko, zu meiner Spende und natürlich Musik.


Im Scheinwerferlicht - Die Elvgren-Models
Eine kleine Beleuchtung der Produktionsbedingungen & ihrer Protagonistinnen

Nach einem sehr erfolgreichen Studium an der American Academy of Art in Chicago begann der Künstler und Werbemaler Gil Elvgren im Jahre 1937 Pin-up-Bilder für die bekannte Louis F Dow Calendar Company zu malen.
Nach finanziell zunächst eher mageren Anfangsjahren wechselte er 1944 als mittlerweile erfolgreicher und von vielen Verlagen und Auftraggebern begehrter Künstler zum ebenfalls in St. Paul, Minnesota ansässigen großen Verlagshaus Brown & Bigelow, für das er die nächsten knapp 30 Jahre bis 1972 arbeitete (der 1914 geborene Elvgren starb 1980). Zudem produzierte Elvgren während seiner großen Zeit bei Brown & Bigelow auch Kunstwerke und Illustrationen für Konzerne wie Coca-Cola, Ovaltine oder General Electric. Manche seiner Bilder wurden so populär, dass sie nicht nur als Werbung genutzt, sondern darüber hinaus in immer wieder neuen Zusammenhängen, auf Kalender, Spielkarten und allerlei Alltagsgegenstände von Brieföffnern bis hin zu sich drehenden Lampenschirmen gedruckt wurden.

Der ursprüngliche Deal mit Brown & Bigelow waren $1,000 pro fertiger Leinwand, was angesichts der heutigen Verkaufspreise der Gemälde nicht viel erscheinen mag, aber 1944 eine Menge Geld war und Elvgren mit einem zu erwartenden Einkommen von $24,000 allein im ersten Jahr zu einem der bestbezahlten Illustratoren der USA machte. Informationen zu den Vereinbarungen mit und zur Entlohnung der Models liegen mir bisher leider nicht vor, aber ich gehe davon aus, dass aufgrund des Deals dafür dann nicht mehr der Verlag, sondern Elvgren selbst zuständig war.
Auch sollten wir bedenken, dass das Verlagshaus ein gekauftes Bild immer wieder benutzen oder als Veröffentlichungslizenzen verkaufen konnte. So wurde zum Beispiel das beliebte Motiv Pot Luck! von 1961, welches das häufig portraitierte Model Janet Rae (die eine Nachbarin Elvgrens war) dabei zeigt, wie sie mit ihren Händen den Rocksaum ihres schwarzen Kleides nach vorne reisst, um damit aus einem Spielautomaten herauspurzelnde Münzen aufzufangen, immer wieder benutzt, es erschien unter anderem in einem Kalender von Neely Enterprises, als gedruckte Werbung für die Clayton Refrigeration Inc., einer zu General Electric gehörenden Heizungs- und Air Conditioning-Firma (!), aber auch als "Kreuz 6" in dem Gil Elvgren-Spielkarten-Set 52 American Beauties. Und das sind nur die Verwendungszwecke, zu denen mir Bildmaterial vorliegt.

Ob es dafür von Brown & Bigelow dann quasi noch einmal einen finanziellen 'Nachschlag' gab, ist mir nicht bekannt, aber zumindest während seiner Zeit bei Louis F Dow war Elvgren anscheinend noch nicht klar gewesen, dass die Firma jedes Bild zigfach ausschlachten würde, ohne dass er davon finanziell etwas hatte. Nachdem er Louis F Dow dann in Richtung Brown & Bigelow verlassen hatte, stellte sein ehemaliger Verlag sogar einen extra Maler ein, der die im Besitz befindlichen Elvgren-Gemälde verändernd übermalen sollte, um sie noch einmal neu vermarkten zu können. Glück im Unglück: der dafür angestellte Vaughan Alden Bass hatte großen Respekt für das künstlerische Talent von Elvgren und beschränkte sich darauf, etwas an der Kleidung oder den Hintergründen zu verändern, ließ aber Gesichter, Körper, Hände und Füße unangetastet.
(ein sehr detailreicher Text zu Biographie, Werk, Verlagsgeschichte, Aufträgen und künstlerischer Entwicklung ist The Art & Life of Gil Elvgren von Charles G. Martignette, dem ich die Informationen in diesem Abschnitt und zu den Löhnen entnommen habe)

Tatsache ist, dass der bis heute existente Traditionsverlag Brown & Bigelow ein gutes Geschäft mit ihrem Künstler gemacht haben dürfte, und zwar bis heute. Schon in den späten 1940ern, einer Phase, in der einige der in meinem Kalender gezeigten Gemälde entstanden sind (so unser heutiges Titelbild und auch das aus Teil II), war Brown & Bigelow einer der weltweit größen Herausgeber von Kalendern, die schätzungsweise 50 Millionen Haushalte erreichten.


Die Elvgren-Models

Die Entstehungsgeschichte und Produktion der Gemälde war vergleichsweise aufwändig, da – für viele überraschend, die nur die Bilder kennen – Elvgren mit echten Modellen arbeitete, und da Elvgren recht anspruchsvolle Vorstellungen von seinen Models hatte, mussten die normalerweise erst in sein bereits 1936 eröffnetes Studio in St. Paul, Minnesota anreisen, der 285.068 Einwohner*innen-Stadt (Stand von 2010), in der er lebte und arbeitete (auch seine Verlage Louis F Dow und Brown & Bigelow waren ja dort ansässig) und die auch damals nicht unbedingt der 'Nabel der Welt' war, während seine aufstrebenden oder auch schon bekannten Models oft im weit entfernten Los Angeles (Stichwort: Hollywood) lebten. Und so begann ein reger Zugverkehr zwischen Kalifornien und Elvgren's Studio in Minnesota und ab 1940 auch in Chicago, Illinois (wohin die Familie Gil und Janet Elvgren mit der ersten, frisch geborenen Tochter Karen zwischenzeitlich gezogen war), denn für viele junge Models, Schauspielerinnen und Starlets war die Zusammenarbeit mit dem aufstrebenden und dann in Windeseile extrem populär gewordenen Elvgren ein Karrieresprung:

"In the 1950s and 1960s, it was even seen as a career boost for an aspiring actress or starlet to be painted and published on an Elvgren calendar and the train ride from Los Angeles to the artist's home in St Paul, Minnesota, was a regular route for hopeful models."
(Luisa Metcalfe: "Pin-up queens! The REAL women behind saucy 1950s 'cheesecake' paintings", via www.express.co.uk; auch alle weiteren englischen Zitate und ein paar Infos aus diesem Aufsatz)

Zu den Elvgren-Models gehörten teils berühmt gewordene Namen wie Myrna Hansen, die 1953/4 Miss USA war und 1954 zweitplatzierte Miss Universum, die besonders häufig portraitierten Arlene Dahl, Barbara Hale und die schon kurz erwähnte Janet Rae, aber auch Schauspielerinnen wie etwa Donna Reed, Lola Albright, Kim Novak und sogar die damals schon sehr berühmte und erfolgreiche, spätere Ehrenoscar-Trägerin Myrna Loy (1905-1993).

Die wunderschöne Myrna Loy (geboren als Myrna Adele Williams, den Künstlerinnen-Namen Loy nahm sie 1925 an) war übrigens neben ihrer langen, sehr vielschichtigen und erfolgreichen Karriere als Schauspielerin auch zeitlebens politisch aktiv, unter anderem im II. Weltkrieg für das Rote Kreuz, für das sie in dieser Zeit sogar ihre Filmkarriere vorübergehend auf Eis legte.
Myrna Loy war eine so direkte, unverblümt-heftige Hitler-Gegnerin, dass sie auf eine schwarze Liste gesetzt und ihre vielen Filme in Nazi-Deutschland verboten wurden (siehe dazu auch: Leider, Emily W. (2011): Myrna Loy: The Only Good Girl in Hollywood. Berkeley, California: University of California Press). Sie war lebenslang Unterstützerin der Demokratischen Partei und schon 1948 der erste Hollywood-Celebrity für die UNESCO, engagierte sich in den 1950ern als einflussreiche Co-Vorsitzende des "Advisory Council" der bürgerrechtlichen Anti-Diskriminierungsorganisation "National Committee Against Discrimination in Housing", die sich recht erfolgreich gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt und in der Stadtentwicklung einsetzte.

Dies nur exemplarisch, denn selbstverständlich ist es interessant, sich mit den spannenden Lebensgeschichten und dem Werk aller genannten Frauen auseinanderzusetzen. In vielerlei Hinsicht brachen all diese Frauen aus den für sie vorgesehenen, vorgegebenen Geschlechterrollen aus und nahmen ihre Leben und ihre Karrieren in die eigenen Hände.


Die Photo-Sessions

Und so fuhren sie in Elvgen's Studio, der nichts dem Zufall überließ. Schon lange bevor sie eintrafen entstanden die Bild- und Motivideen und dafür benötigte Kulissen, Ausstattungen und Requisiten. Die benötigten Aufbauten, Möbel oder Utensilien mussten besorgt und aufgebaut, manchmal gebastelt und oft auch ideenreich improvisiert werden (Elvgren stellte dafür später einen Assistenten an) und erste Versuche mit verschiedenen Beleuchtungen der Settings gemacht werden, denn der Maler war auch ein leidenschaftlicher Photograph. Auch vor dem Hintergrund der oft langen Anreise der Models, und um daraus schließlich ein perfektes Gemälde zu machen, sollten auch die bei den Photosessions entstandenen Photographien perfekt sein. Perfekt allerdings nicht als zu veröffentlichendes Photo, sondern perfekt als Vorlage für das Gemälde.

Links eine etwas beschädigte Originalphotographie eines leider noch nicht verifizierten Models (via oldhollywoodglamour.blogspot.com),
rechts das daraus resultierende fertige Gemälde:
Gil Elvgren - A Neat Package
1961, Öl auf Leinwand / Oil on canvas
Art from the archives of Brown & Bigelow, St. Paul, Minnesota / USA

So ging es bei den Requisiten meist eher um Formen, Größen und die daraus resultierenden Körperhaltungen der Models, aber auch um die daraus entstehenden, in den Werken stets liebevoll detailliert wiedergegebenen Schatten auf Körper, Kleidung und Umgebung (während sich Elvgren bei der Wiedergabe der Umgebungsschatten ein bisschen freie Hand ließ, können wir bei genauer Betrachtung sehen, wie wichtig ihm die akkurate, sogar noch herausgearbeitete Wiedergabe von Licht und Schatten auf dem Körper der Models und auf der Bekleidung war) und die Verwerfungen in den Textilien, während es zum Beispiel keine Rolle spielte, ob für bunte Geschenkbänder und einen zur Schuhfarbe passenden olivgrünen Geschenkkarton ein schlichter brauner Pappkarton benutzt wurde (> siehe oben), denn die Farben und Hintergründe entstanden dann ganz nach dem ästhetischen Geschmack und den Ideen des Malers erst auf der Leinwand (wenn wir die Kleidungsstücke oben vergleichen, sehen wir einerseits eine sehr exakte, stark herausgearbeitete Abbildung der vielleicht ein wenig durchsichtiger gemachten weißen Bluse, der glänzenden schwarzen Nylon-Strapsstrümpfe und der Schuhe, allerdings auch eine deutliche Abweichung in der Darstellung des Rockes. Auch die Position des roten Geschenkbandes wurde verändert und etwas näher an das Pin-up geschoben als auf dem Photo).

So reichten dem Maler, wie wir weiter unten sehen, auch improvisierte und schlichte Unter- und Hintergründe (Plastikplanen, Bettlaken oder alte Matratzen, kahle Wand) und manchmal wurden die Posen der Models mit einfachen Hilfsmitteln im Studio festgehalten (etwa ein von Hand oder einem Gegenstand angehobener Rock), das ganze Gemälde aber schließlich ins Freie auf ein Sommerfeld verlegt (!), so dass der Rock zum Beispiel an einem Zaun festhängt, über den die Dargestellte scheinbar geklettert ist (es gibt in diesem Genre bekanntlich erstaunlich viele Gründe, die dazu führen, dass ein Kleid oder Rock angehoben wird *lach* Oooops!).
Eine Art "Bluescreen"-Prinzip also, der Rest wurde dann auf der Leinwand mit viel Phantasie im wahrsten Sinne des Wortes 'ausgemalt', so dass es ausreichen konnte, ein Model auf der Kante einer schlichten Holzkiste beim Posieren zu photographieren, nur um sie dann im fertigen Bild in die luftigen Höhen eines Häuserdaches zu befördern, wo sie – wie üblich bestens, wenn auch vielleicht für den Zweck nicht wirklich ganz praktisch gekleidet – an einer Fernsehantenne herumdreht.

Aber Elvgren-Models wechseln auch Autoreifen in Highheels und hauchzarten Strapsstrümpfen ohne jemals eine Laufmasche zu bekommen. Andererseits: die "Elvgren-Girls" machen überhaupt ganz schön viel, ja, es gibt eigentlich fast nichts, was sie nicht machen (was heutzutage vielleicht selbstverständlich ist, für die 1930er, 40er, 50er und 60er aber keineswegs). Sie sind Hexen, Zauberinnen und Schlangenbeschwörerinnen, Reisende und Malerinnen, kümmern sich um Haus und Garten, steigen über Zäune, auf Leitern und Häuserdächer, fahren Fahrrad, Motorrad und Autos, betreiben alle möglichen Sportarten und Hobbies, spielen mit Tieren, hämmern, telefonieren und tanzen. Und weit und breit kein Mann in Sicht*. Eigentlich ziemlich cool. (hier spricht die Strapsstrümpfe, schicke Schuhe & Selbstständigkeit liebende Femme-Lesbe)

* Anmerkung: Die Männer waren nämlich – darauf bin ich bereits beim letzten Mal eingegangen – größtenteils im Krieg und guckten sich die Bilder von dort aus an oder malten sie gar als "Nose Art" auf die 'Nasen' (daher der Name) der im Kampf gegen die Nazis befindlichen Flugzeuge (Elvgren war damals quasi wirklich überall).
Aber, darauf habe ich schon im zweiten Teil meines Kalenders hingewiesen, eben nicht nur die Männer, sondern auch die amerikanischen Frauen, die die Bilder, die letztlich ja ihre (idealisierten) Leben darstellen sollten, nicht weniger liebten.


Über Posen & Moden

Trotz des geschilderten "Bluescreen"-Prinzips waren die bei den Sessions mit den Modellen entstandenen Photographien von entscheidender Bedeutung. Denn die Models, ihr Ausdruck, ihre Posen und Gestiken, Licht und Schatten, Faltenbildungen in den Kleidern, Glanzpunkte der Nylonstrümpfe – all diese für die Glamourösität der Bilder entscheidenden, großen und scheinbar kleinen Dinge wurden über die Photographien dokumentiert und ermittelt. Aber damit nicht genug, wählte Elvgren auch die Moden, also die Kleidungsstücke und Garderoben aus (da er meines Wissens nicht direkt für Modelabels arbeitete, ging es neben seinen eigenen Vorstellungen wohl weniger um die Vermarktung konkreter, distinktiver oder gar 'gelabelter' Kleidungsstücke, sondern eher um eine gewisse Popularität der Moden, schließlich, wir erinnern uns, sollten die Bilder ja auch verkauft werden und auch das "Girl next door" oder "All American Girl" und ihre Outfits widerspiegeln).

Sobald Bildidee und Requisiten geklärt waren, suchte sich Elvgren für jedes Motiv das seiner Meinung nach passendste Model, schlug ihnen die exakten Posen vor und musste bei allem auch noch etwas anderes im Kopf behalten, nämlich eine möglichst große Zeitlosigkeit der resultierenden Gemälde, denn es dauerte manchmal bis zu zwei Jahre, bis die Bilder veröffentlicht wurden, und dann sollten die dargestellten Kleidungsstücke und Frisuren nicht schon wieder möglicherweise aus der Mode sein.

"He also had to consider a model's hair as it could take up to two years for a painting to be published and a girl's style had to be one that wouldn't date." (Luisa Metcalfe, a. a. O.)

Auch bei diesem Gemälde hat Elvgren in der Umsetzung der Photo-Vorlage noch einmal ein bisschen nachgeholfen.
So wurde der Fußboden deutlich mit Steinfliesen und Teppich aufgehübscht, aus einem eher improvisierten Matratzenstapel wurde ein schicker, runder grüner Sessel, die Beinhaltung des Models wurde stark verändert (vermutlich gab es auch einfach mehrere Photos aus der Session) und auch die Frisur wurde noch ein bisschen 'geglättet'. Die Kleidung und deren Fall bleiben nahezu identisch, wobei sich Elvgren wieder beim Rock von der Vorlage befreit und – möglicherweise aus den soeben geschilderten Gründen der angestrebten Zeitlosigkeit der Gemälde – auch hier für einen Verzicht auf das Originalmuster entschieden hat. Aber wenn wir z. B. wieder auf die Schatten in Gesicht, auf Hals, Schultern, Oberkörper und an den Beinen achten, ist das Gemälde sehr nahe am Photo geblieben.
Hier habe ich leider weder Model noch Titel und Jahr des Gemäldes herausgefunden, dass eine der Schönheiten dabei zeigt, wie sie (vermutlich in einem im Studio gar nicht vorhandenen und auch in dem Gemälde nur über das warme, von links kommende Licht angedeuteten Kamin) Popcorn erhitzt, welches natürlich – wir kennen das alle – vor lauter Freude und Wärme aus dem Topf heraushüpft. Ooops!
(^.^)
Photo via express.co.uk, Painting pinupsnylon.net

Wenn also alles vorbereitet war, photographierte Elvgren Model und Szenerie mit einer 2 1/4 Rollei, um dann daraus das Gemälde zu machen.

"Elvgren would minutely pose his models in the exact position he wanted them, photograph them and use the black and white shots as references for the technicolour, larger-than-life paintings that resulted." (Luisa Metcalfe , a. a. O.)

Es ist also anzunehmen, dass die Models das Studio in St. Paul oder Chicago schon längst wieder verlassen hatten, bevor das Gemälde auch nur annähernd fertig war und nicht, wie das unten zu sehende Photo suggeriert, den ganzen Malprozess über gegenwärtig waren. Genau dafür gab es ja die gemachten Photos. Möglich ist allerdings, dass Models das Studio erneut besuchten (vielleicht auch weil ohnehin ein neues Projekt und eine weitere Photo-Session anstanden) und vielleicht für den 'letzten Schliff' noch einmal für ein bereits photographiertes Motiv Modell saßen.

Ein seltenes, freilich gestelltes Photo von Gil Elvgren und einem seiner Models bei der Arbeit (mit Autogramm)
"An Elvgren model & a rare picture of the artist at work." (via pettipond.com)


Hyper-feminine Göttinnen und idealisierende Emanzipation

Und schließlich machte Elvgren im Malprozess aus den ohnehin schon wunderschönen Frauen durch Verstärkungen und dem Zeitgeist entsprechende idealisierende Übertreibungen hyper-feminine Göttinnen, ähnlich der heute in der Model-Photographie üblichen, nachträglichen digitalen Bildbearbeitung und Retusche, nur eben auf der Leinwand.

"Then like a retoucher today working with a photograph of a model, he used his paintbrush to enlarge cleavage, lengthen legs, nip in the waist, make lips fuller, enlarge eyes and emphasise curves."
(Luisa Metcalfe: "Pin-up queens! The REAL women behind saucy 1950s 'cheesecake' paintings")

Doch letztlich vermittelten die Bilder ein Bild zwar scheinbar manchmal ein bisschen sympathisch-tolpatschiger (Stichwort: "Oooops!"), aber insgesamt außerordentlich aktiver, lebenslustiger, selbstständiger, manchmal abenteuerlustiger Frauen, die in wirklich jeder Lebenssphäre 'ihre Frau standen'. Wo das Model im Studio meist nur simulierte, auf ein Dach geklettert zu sein oder auf einer Schaukel zu stehen, waren die Frauen in Elvgren's Gemälden schon längst oben oder schwingten mit einem strahlenden Lächeln stehend auf der Schaukel. Wie viele Frauen werden es ihnen davon ermutigt nachgemacht haben? So gesehen waren nicht nur die viel (zu viel) diskutierten 'Schönheitsideale' künstlerisch ikonisiert und 'übertrieben', auch in den realen Tätigkeiten der Dargestellten waren die Gemälde eine idealisierende Emanzipation. Während es immer noch US-Bundesstaaten gab, in denen Frauen noch nicht einmal wählen durften, malte Gil Elvgren schon Pin-ups die – parteineutral – zum Wählen gehen aufriefen.

Da er auch immer mit der Zeit ging, wäre es interessant gewesen zu sehen, wie sich sein Werk in den 1980ern und danach weiter entwickelt hätte.
Vielleicht hätte er dann auch Gemälde mit Modellen wie der von Elvgens Zeitgenossen, dem Pop-Art-Künstler Andy Warhol (1928-1987) photographierten und gemalten US-Punk-Ikone Debbie Harry (Blondie) oder später mit Madonna gemacht? Schwarze, Latinas, Asiatinnen oder auch – wie z. B. der 1953 gegründete und seine Lebenszeit überdauernde Playboy – sich küssende, lesbische Frauen dargestellt? Die Chancen stehen – erst recht, wenn wir die sich mit den gesellschaftlichen Verhältnissen verändernden 'Moden' und kommerziellen Nachfragen berücksichtigen – grundsätzlich gar nicht so schlecht. Aber wir werden es leider nie erfahren.


Bewegung & Licht - Der Schwibbogen

Licht und Beleuchtung spielte nicht nur bei der Arbeit von Elvgren eine große Rolle, sondern für die gesamte arbeitende Bevölkerung, ganz besonders die, die ohnehin im Dunklen arbeiten mussten:

"Als Relikt erzgebirgischer Bergarbeitertradition findet sich während der Advents- und Weihnachtszeit ab Einbruch der Dunkelheit in vielen Fenstern ein mit Kerzen beleuchteter Schwibbogen. In der dunklen Jahreszeit brachte er die Sehnsucht der Bergleute nach dem Sonnenlicht zum Ausdruck, die während der Wintermonate noch bei Dunkelheit in den Stollen einrückten und erst nachts wieder auf dem Heimweg waren. Jedes Licht stellte ursprünglich eine aus dem Berg zurückgebrachte Grubenlaterne dar. Ein vollständiger Lichtbogen am Haus bedeutet, dass alle Arbeiter dieses Hauses wohlbehalten aus der Grube zurückgekommen sind."
(aus dem Abschnitt Lichterbögen in: https://de.wikipedia.org/wiki/Advent)


Und weil ich das eine so schöne und solidarische Tradition in düsteren Zeiten finde, habe auch ich einen, wie immer stilsicher und auf persönliche Befindlichkeiten achtend von meiner lieben Mutter für mich ausgesuchten, kleinen süßen Schwibbogen, der ebenfalls ohne religiöse Andeutungen auskommt und sich auf den Kern, das sich gegenseitig kümmernde Beisammensein, beschränkt.
Ein Hirte mit seinen Tieren, schneebedeckten Bäumen, Vögeln und anderen Wildtieren, ein von Kerzen beleuchtetes und angetriebenes 'Windrad' – und ganz viel stimmungsvoller Zauberglanz!

 
Ich mag, wie die verschiedenen Tiere im Baum sichtbar werden, wenn sich der Schwibbogen dreht:
Eulen & Eichhörnchen, Greifvögel & Tauben... ♥


Arbeit, Aufklärung & Solidarität

Jenseits aller viel zu oft verklärten arbeitsgeschichtlichen Nostalgie und damit verbundenen, auch schönen kulturellen Traditionen wie dem Schwibbogen ist es in Zeiten der Klimakrise höchste Zeit, dass die nach Stein- & Braunkohle buddelnden Berg- und Tagebauarbeiter*innen – analog zu denen der Atomindustrie (2019 geht das nächste deutsche Atomkraftwerk vom Netz, 2022 ist endlich endgültig Schluss) – ihre tödlichen Arbeitsstätten für immer verlassen (in diesen Tagen wurde zum Jahresende 2018 endlich der Steinkohlenbergbau in Deutschland endgültig eingestellt, was leider nicht bedeutet, dass nicht weiter importierte Steinkohle verbrannt wird) und sich entweder in erneuerbaren Energien verdingen, umschulen oder der Arbeitslosigkeit frönen, was nicht das Schlechteste sein muss. Denn ich bin ohnehin der Meinung, dass ein viel zu großer Teil der kapitalistischen Arbeit nichts Gutes ist, sondern nur Schaden anrichtet (denken wir nur an die Rüstungsindustrie, die Autoproduktion oder all die so genannten, komplett überflüssigen "Bullshitjobs" (David Graeber)) und es besser wäre, manche Leute würden einfach gar nicht arbeiten! Das werden die blind arbeitsfetischistischen SPD und DGB zwar nie verstehen, aber es wäre manchmal sinnvoller, die Nicht-Arbeit zu subventionieren, dann hätten auch Deich- und Dammbauer, ehrenwerte Feuerwehr- und Rettungsleute und alle anderen, die die Klimakatastrophe in Atem halten wird, weniger zu tun, um die Schäden der Arbeit ihrer 'Kolleg*innen' in der Kohleindustrie zu bekämpfen. Insofern muss die "Sehnsucht der Bergleute nach dem Sonnenlicht" (aus dem Wikipedia-Zitat von oben) eine ganz neue Bedeutung bekommen.

Die Sehnsucht nach Licht kann also auch als Metapher für die Sehnsucht nach einem besseren Leben verstanden werden, und auch als Metapher für das Licht der Aufklärung.
In wenigen Tagen geht endlich wieder die Sonne auf, die Zeit der größten Finsternis ist vorbei und so hat sich Eure fleißige und doch arbeitsmuffelnde und auch traditionell ein wenig wintermuffelnde Magenta dazu entschlossen, meiner (keineswegs arbeitsfetischistischen) "Lieblingsgewerkschaft" (wie ich sie immer liebevoll nenne), der Freien Arbeiter*innen Union FAU Berlin, zumindest eine kleine aufmunternde Aufmerksamkeit zukommen zu lassen (mehr wird aktuell noch nicht verraten). Deren selbstorganisierte Arbeiter*innen-Solidarität erstreckt sich im Unterschied zu den DGB-Gewerkschaften nicht nur auch auf Illegale, Flüchtlinge und andere migrantische Arbeiter*innen, sondern auch auf alle Arten von arbeitenden 'Selbstständigen' und Prekären, auf Nicht-Arbeitende ("Erwerbslose") und sie ist auch nicht von den Inhalten der Arbeit entkoppelt (einen Streik für mehr Kohleabbau oder noch mehr Panzer würde sie nicht unterstützen, wohl aber die Arbeiter*innen selbst). Mehr dazu ein anderes Mal wieder in einem eigenen Blog-Post.

Passend dazu habe ich mir bei meinem Besuch im Buchladen zur schwankenden Weltkugel (siehe den Post "Make Rojava Green Again") die letzte Ausgabe meiner linken Lieblingszeitung wildcat gekauft, ein Zeitungskollektiv, das die Welt des globalen Kapitalismus aus der Perspektive der globalen Kämpfe von #unten beleuchtet und wie die FAU darin interveniert. Viele Texte, darunter hochwertige Übersetzungen von Texten aus aller Welt, sind auch online auf www.wildcat-www.de zugänglich. Aber nur in der Printform kommt die stets hübsch gelayoutete Zeitung mit ihren oft genialen Covern zu ihrer vollen Pracht!

Und schließlich habe ich im Sinne einer unabhängigen Presse und Bildung noch eine Kleinspende an Wikipedia in Höhe von 5 € angefügt, da ich das größte Lexikon der Welt doch recht oft benutze und auch hier immer wieder verlinke (auch die FAU und wildcat haben übrigens eigene Lexikoneinträge, wobei ich über beide dann doch lieber selbst berichte).
Das Geld wird für die Aufrechterhaltung der technischen Infrastruktur verwendet und dafür, dass Wikipedia werbefrei bleiben kann.
Damit mal der nervig aufpoppende Spendenaufruf auf Wikipedia verschwinden kann, könnt Ihr gerne auch noch ne symbolisch-praktische 'Tasse Kaffee' überweisen an:
Wikimedia Foerdergesellschaft
IBAN DE33 1002 0500 0001 1947 00


Frosty the Snowman

Damit ich vor lauter Solidarität nicht erfriere (ich war immer noch nicht für mich selbst shoppen, suche unter anderem einen neuen Wintermantel und neue Wäsche) mache ich für heute Schluss mit dem zuckersüßen "Frosty The Snowman" von The Ronettes, wie immer aus Phil Spectors legendärem Christmas Album (1963/1972):

☆♪♪ thumpetty thump thump ♪♪☆


Magenta the Snowgirl

Magenta the Snowgirl
had to hurry on her way,
but she waved goodbye,
saying "Don't you cry
I'll be back again some day"

Auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Alexanderplatz (2013)
Videofilmstill © Näd Mika / Gramke / Hecht & Magenta Netzwerk / Style! It! Takes! Berlin
(this indeed is a bit complicated, maybe you just leave this pic to our lovely all-girl-team who worked so hard to make this possible without earning any money from anybody)

Das auf dem Videoscreenshot oben bin übrigens ich, Ende 2013 frierend videodrehend neben vielen anderen Drehorten auch auf dem an jenem Abend von stürmendem, eiskaltem Schneeregen begossenen Weihnachtsmarkt am Berliner Alexanderplatz (daher, trotz aller Bemühungen auch die nass gewordenen Haare). Der wärmende Pelzmantel aber gehört mir leider nicht, weil Magenta ein armes Mädchen ist. Aber unser wundervolles All-Girl-Team (Sängerin & Musikerin Näd Mika, das Filmteam Gramke & Hecht, unsere Make-up-Künstlerin, ich als Hauptdarstellerin und eine weitere schauspielende Freundin) haben gemeinsam tolle, unvergessliche Kunst geschaffen!

Und, um noch einmal einen Gesamtbogen zu schlagen, wenn auch die Kohlearbeiter*innen aufhören zu arbeiten, haben sie mehr Zeit, um mit Kindern und Freund*innen lustige Schneefiguren zu bauen und auch unserem ersten Pin-up und ihren Pinguinen schmilzt nicht das Eis davon! Und wir sitzen trotzdem weiter im Warmen, denn auch diesmal gehen nicht "die Lichter aus" (wie es uns die Atommafia jahrelang weiß machen wollte).

Schließlich, und daran erinnern sowohl die Lebenslust der Elvgren-Models als auch die Fröhlichkeit der Musik der The Ronettes, aber auch unser gemeinsames All-Girl-Video-Team und viele andere schöne Projekte, geht es im Leben vielleicht letztlich darum, dem angeblichen wie dem realen 'Ernst des Lebens' möglichst aufmüpfig aus dem Wege zu gehen:

Le problème est que nous recherchons quelqu'un avec qui "vieillir ensemble" alors que le secret est de trouver quelqu'un avec qui "rester des enfants".
[Das Problem ist, dass wir jemanden suchen, mit dem wir "gemeinsam altern" können, während das Geheimnis darin besteht, jemanden zu finden, mit dem man "Kinder bleiben" kann.]
Originalquelle unbekannt, via auf Twitter 15 Dec 2018

In diesem Sinne mit gar nicht frostigen, sondern sehr optimistisch-warmherzigen Grüßen

Eure Magenta


Die ersten beiden Teile meines fünfteiligen

Merry Xmas Charity Pin-up Calendar 2018


   

I ~ II

Wednesday, September 7, 2016

Eine phänomenal-bunt-chaotische Kissenschlacht – ganz ohne mich! ★ #Blockupy II

:)
~ model & photographer unknown ~
Photo via Twitter @Jenab_Sarvan

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen"
(Ihr wisst schon, von wem das ist... oder?)

Eigentlich sollte es in meinem kleinen Rückblick auf das vergangene #Blockupy-Wochenende in Berlin nach dem einleitenden Schwerpunkt ‚Arbeit - soziale Spaltungen - Klassenkampf’ (mit den Mode-relevanten Exkursen zur Mall of Berlin und dem H&M-Streik in Italien, siehe Teil I: Krisenherd Berlin) heute mit der Rojava-& Kurdistan-Solidaritätsdemo "gegen die schmutzigen Deals mit dem AKP-Regime der Türkei" vom Freitag Nachmittag weitergehen, einem Themenkomplex, der uns bekanntlich seit 2014 nicht mehr losgelassen hat.

Beim diesbezüglichen Stöbern auf der Blockupy-Seite bin ich gestern – also erst im Nachhinein – dann zufällig auf einen haarsträubenden Aufruf von Berliner Studierenden gestoßen, der mich beim ersten Lesen noch erheitert (es geht – zumindest vordergründig – um eine Kissenschlacht), mit jedem Lesen aber mehr erbost hat, so dass ich mich entschlossen habe, diesen gänzlich ungeplanten Post noch als Reaktion und Kommentar dazwischen zu schieben, weil er thematisch mit dem ersten Teil zusammenhängt und gut an diesen anknüpft. Aus der Verärgerung über den Aufruf resultiert ein hoffentlich nicht zu ätzender Tonfall, wofür ich mich gegebenenfalls vorab entschuldigen möchte.

Da ich ungern über Ereignisse schreibe, an denen ich gar nicht teilgenommen habe (wobei ich oft auch froh bin, wenn ich nicht dabei war, etwa wenn ich an den Krieg in Syrien denke...), beziehe ich mich dabei ausschließlich auf den veröffentlichten Aufruf-Text, nicht auf die Grundidee und Aktionsform als solches oder gar den tatsächlichen und konkreten Ablauf (ich war zu dieser Zeit noch auf der Rojava-Demo). Es ist auch nicht meine Absicht, die Verfasser*innen und / oder das Plenum (?), das den Text verabschiedet hat, in irgendeiner Form zu beleidigen, sondern hoffe vielmehr, dass meine Anmerkungen als konstruktive Kritik brauchbar sind und vielleicht zum Nachdenken – und gerne auch zum Schmunzeln (das kann nie schaden!) – anregen.
Schließlich geht es um eine Kissenschlacht – oder? Ok., fangen wir an.

Nicht fair:
Kissenschlachten sollten grundsätzlich auf Fairness achten. Sich hinter einem Stuhl als 'Schutzschild' zu verschanzen und dann auch noch von oben herab, ist ein klarer Verstoß dagegen.
Typisch 'männlich'? Typisch 'studentisch'? Oder ist es einfach nur lustig???

Taktische, strategische und theoretische Überlegungen:
es könnte sein, dass das Mädchen (?) links gleich ihr Kissen auf den Boden fallen läßt und in einem Überraschungsangriff ihren Bruder (?) zum Fallen bringt, in dem sie die Stuhllehne zum Kippen bringt
(infofern die Kraft reicht, was ich in diesem Falle nicht hoffe),
um ihn dann mit ihrem Kissen zu bewerfen. Auch andere Taktiken sind denkbar.
(^.^)
Es steht allerdings in fast jedem Fall zu befürchten, dass am Ende
eine/r von beiden oder beide weinen müssen, etwa aufgrund von Verletzungen, und das ist nicht gut.

~ Photo by H. Armstrong Roberts ~


Von der Hochschulpolitik zu Staatsdiener*innen?

„Mit einer phänomenal-bunt-chaotischen Kissenschlacht der neoliberalen Uni die Federn rupfen“ – dieser „hochschulpoltische Aufruf“ (alle Zitate in diesem Post entstammen eben diesem) sprach mich zunächst auch als Nicht-(Mehr)-Studentin sehr an, das klang gut, witzig und nett. Doch beim Lesen musste ich immer mehr heftig mit dem Kopf schütteln und mich ärgern. Am Ende fühlte ich mich nicht eingeladen, sondern fast schon explizit ausgeladen.

So überraschend kommt das alles nicht: Arroganz und Ignoranz gegenüber nicht-studentischen Bevölkerungsteilen – gepaart mit Selbstmitleid und dem ewigen Schwimmen im eigenen Saft – scheinen eine ‚spezifische Spezialität’ von Studierenden zu sein, wie ich auch aus meiner eigenen Uni-Zeit weiß (was mich schon 'damals' auf die Palme gebracht hat). Von Studierenden, die sich offenbar (auch das ist nichts Neues unter dem Himmel der 'Hochschulpolitik') – unter anderem aufgrund eigentlich erfreulich 'überfüllter' Seminarräume und Bibliotheken - als in dem „letzten Winkel unserer Gesellschaft“ (!) befindlich sehen, deren Traum aber erklärtermaßen darin besteht, „gute Arbeitsplätze nach dem Studium“ zu bekommen (!), „stets darauf hoffend, irgendwann einmal der oder die glückliche Inhaber*in einer unbefristeten Stelle zu sein“ (wie bereits erwähnt alles O-Ton!) – oder sich als Staatsdiener*innen gleich verbeamten zu lassen? Und das, obwohl durchaus verstanden wurde, dass zum Beispiel „Drittmittel“ gegen die „chronische Unterfinanzierung der Hochschulhaushalte“ nur erhält, „wer Privatwirtschaft und Militärforschung am hemmungslosesten die Tore öffnet.“ Auf Deutsch: Capitalism Sucks.

Öffentlich-chaotische Entmilitarisierung eines imperialistschen Symbols? Das ist doch was!

Kissenschlacht in Berlin
am "Internationalen Weltkissenschlachttag" (!!!), Ostern 2012
~ Photo by Jen Tse (Pencilprism - jentse.com) ~
[I hope it's ok. to use your pic in this context, if not, pls let me know!]


Ballett-Kurse statt Kissenschlachten!

Als Konsequenz werden nicht etwa die vielfältigen Zweige der 'Militärforschungen' boykottiert, sabotiert, bestreikt oder besetzt, die Uni wird auch nicht – viel besser als die bereits immer wieder stattgefundenen und meist eher wirkungslosen 'Uni-Streiks' – für andere, nicht-studentische Bevölkerungsgruppen geöffnet [z. B. für Obdachlose, auch Auswärtige hätten sich z. B. sicher über kostenlose Schlafplätze gefreut, wie sie etwa das „Bethanien“ in Kreuzberg zur Verfügung gestellt hat; ich hätte – um ein gänzlich persönliches Beispiel zu nennen – gerne mal wieder an einem preiswerten Uni-Ballett-Kurs teilgenommen, was für mich als uni-externe Prekäre absurderweise nicht nur weitaus teurer kommt als die Studierenden, sondern wofür ich aufgrund der zu wenigen Plätze (Regel: Student*innen zuerst!) als Externe nur theoretisch, aber nicht praktisch einen Platz bekommen kann], es werden also weder 'Barrikaden errichtet' noch (und seien es symbolische) 'Mauern eingerissen', nein: eine Kissenschlacht in der Bibliothek soll es sein. Ganz ohne Konkurrenzdruck, versteht sich!

Gesellschaftliche Bedürfnisse sind vielfältig:
Zusammen in der Ballett-Klasse?
Photo von Alfred Eisenstaedt: Lesson at La Scala’s Ballet School, Milan, Italy (1934)
via my Twitter friend @Brindille_


Zwischen Marx & Moritz

Damit mensch auch garantiert unter sich bleibt und der herrschenden Klasse nicht allzu sehr auf den Keks geht (wer weiß, wohin die Jobsuche noch führt!), wurde die Gaudi (ich hoffe, zumindest das war es!, wobei… siehe Ende dieses Artikels) der Kritiker*innen der

„Massenstudierendenhaltung“
[früher hieß das 'Bildung für alle!'; den grundsätzlich modern-anti-ständischen 'Hochschulreformen' der 1960er und 70er Jahre habe ich z. B. letztlich mein Studium an der einstigen „Marx & Moritz“-Universität Bremen (inzwischen zur „Exzellenzuni“ verstümmelt)
zu verdanken…]

im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum angesetzt, einer Großbibliothek, in die sich meines Wissens eher selten Nicht-Akademiker*innen verirren. Dass das kein Zufall ist, geht auch aus dem im Aufruf postulierten, im eigenen priviligierten Milieu und Blickwinkel verhafteten Irrglauben hervor, dass „früher noch die meisten Lohnabhängigen am Fließband standen“, während „die Arbeiter*innen in modernen Informationsgesellschaften zunächst einmal durch die Ausbildungsfabrik Universität geschickt (werden)“ – ähem ja, Klassenanalyse 2016. Erzählt das mal den Schüler*innen der ‚Rütli-Schulen’, den Textilarbeiter*innen in Bangladesh, den Flaschensammler*innen der Metropolen oder den rumänischen Bauarbeiter*innen der „Mall of Shame“ – womit ich keinesfalls ein Studium der Genannten ausschließen will, wohl aber die Behauptungen eines 'Endes von Fließbandarbeit' und einer überwiegend akademischen Zusammensetzung der Arbeiter*innenklasse in der sogenannten 'Informationsgesellschaft' (in gewisser Hinsicht ein Propagandabegriff wie einst die Rede von der 'Dienstleistungsgesellschaft', die angeblich ebenfalls das Ende der 'Fließbandarbeit' eingeläutet hat). Dies gilt erst Recht nicht im globalen Maßstab – und die kapitalistische Arbeitsteilung muss nun mal global gedacht werden.

Statt immer neue 'Begründungen' und Herleitungen für die herrschenden Hierarchien zu suchen (die Selbsteinordnung der Studierenden als "Humankapital" zähle ich ebenfalls dazu, denn gab es jemals eine Arbeitskraft, die kein 'Humankapital' der kapitalistischen Ausbeutung gewesen wäre? Und ist der nicht-akademische Teil der Klasse nicht 'human'???), wäre es doch viel interessanter von den realen Punkten auszugehen, in denen viele Studierende zumindest während des Studiums (und eben oft auch danach) klar Teil der Arbeiter*innenklasse sind, von den jobbenden Kellner*innen und am Fließband (!) schuftenden Student*innen über Sexarbeiter*innen zu den Supermarkt-Kassierer*innen und Lagerarbeiter*innen in Versandhäusern usw. usf. und darüber hinaus Wissen und Bildung aus den Universitäten gesellschaftlich zu verbreiten und die Einrichtungen weiter zu demokratisieren und zu öffnen. Wer sich vor allem über 'Überfüllung' oder gar 'Massenstudierendenhaltung' beklagt, tut das Gegenteil und ruft – auch wenn es nicht intendiert ist – selbst nach neuer Elitenbildung!

Die einst in den (Straßen-) Kämpfen, Streiks und Besetzungen des global gewordenen Pariser Mai 1968 überwundenen (oder überwunden geglaubten) Trennungen zwischen Uni und Fabrik, zwischen Student*innen, ‚Vorstadt-Kids’, Arbeiter*innen, Frauen und Migrant*innen, zwischen akademischem und nicht-akademischem Proletariat wie auch die Kritik an der eigenen Rolle und anderen Herrschaftshierarchien, vom Vorarbeiter auf dem Bau, den Vorgesetzten im Büro, der Tankstelle, Werkstatt oder dem Handwerksbetrieb über Lehrer*innen und Professor*innen in den staatlichen Bildungseinrichtungen bis zu alt- oder auch neumodischen 'Chefs' in der 'blauen', 'weißen' (Krankenhaus / Gesundheitsindustrie) oder anderweitig kolorierten Fabrik – vergessen und wie die Federn alter Kissen vom Wind hinfort geblasen? Puh.

Pferdchen-Fußnote zur "Massenstudierendenhaltung":

Hätte ich nicht bereits früh im Jahr (in meinem Post "Alle faschistischen Deutschen (AfD)...") schon "Protestwähler" zum "Unwort des Jahres" gewählt, "Massenstudierendenhaltung" müsste es sein!

(ich hoffe inständig, das war es dann auch für 2016, ansonsten gehe ich mit Elke Wittich @Elquee den Rest des Jahres Pferdchen spielen!).

[Letzteres eine Art 'Insider' aus unserem bisweilen erheiternden 'Twitter-Leben' und ich möchte betonen, dass ich meine wunderbar rosa-prinzessinnenhafte, journalistische (Jungle World!), pferdchenspielende Kollegin hier nicht vereinnahmen möchte. Wie viele von uns hat sie in letzter Zeit außerdem viel durchmachen müssen, von Puddinghaut essenden Twitter-Ekeln über Cyber-Mobbing bis zur Eselpflege im Pferdchenspiel (wenn er Probleme macht, lass ihn einfach, denn Esel sind cool und mögen keinen Stress). Ich werde ihr daher gleich Bescheid geben! *lach*]

Avantgarde?
Vermutlich weniger studentisch-geprägte Kissenschlacht 'für alle' (?)
~ Kissenschlacht der Trachtenkapelle Göschweiler, Schwarzwald 2009 ~
Screenshot von der Webseite des www.suedkurier.de


Keine Sieger im Wettbewerb!

Das alles ist nicht nur schade, weil ich private und erst recht öffentliche Kissenschlachten durchaus eine feine Sache finde, sondern auch, weil in dem Aufruf weit mehr Erkenntnisse stecken, als die Schlüsse vermuten lassen: etwa die begrüßenswerte Kritik an „Anwesenheitspflichten“, „unkritischen Lehrinhalten“ oder „der marktorientierten Hochschule im Kapitalismus“ als Ort der „Ausbildung unternehmerischer Subjekte“ (= Kapitalist*innen (?)).

Das „Elend im Studentenmilieu“ (Situationistische Internationale) wird vermutlich auch deshalb nicht in seinem ganzen Drama erfasst, weil sich die Protagonist*innen selbst noch gar nicht ganz sicher sind (wer kann das im neoliberalen Kapitalismus schon sein?), ob es wie gewünscht (!?) dafür reichen wird, ein erfolgreiches ‚unternehmerisches Subjekt’ mit „einer unbefristeten Stelle“ oder auch mehr (zum Beispiel einer ‚Führungsposition’) zu werden, oder ob sie sich einreihen müssen (oder dürfen) in die anderen „Arbeitskräfte, die möglichst profitabel vom Kapital eingesetzt werden können“ (= Arbeiter*innen (?)). Ich finde übrigens – da bin ich sicher selbst ganz 'neoliberales Subjekt' – weder das eine noch das andere grundsätzlich 'erstrebenswert' oder 'verwerflich'. Kommt – ja, genau so funktioniert der neoliberale Kapitalismus! – eben drauf an, was mensch (allein oder mit anderen) draus macht. Und ob mensch es sich überhaupt aussuchen kann.

Vor diesem Hintergrund erhält der gutgemeinte Aufruf zu einem "Anti-Wettbewerb-Wettbewerb" einen fahlen Beigeschmack. Wenn ich es richtig verstanden habe, sollten dann konsequenterweise doch noch Sieger*innen der Anti-Wettbewerb-Kissenschlacht gekürt werden, denn so ganz ohne Wettbewerb macht ein studentischer Wettbewerb ja keinen Spaß!
Ist das die "hochschulpolitische" Theorieproduktion 'im Herzen der Bestie' anno 2016? Dann gute Nacht! Auf 'der Straße' ist mensch jedenfalls schon weiter: nicht nur in Frankreich (#NuitDebout), sondern auch in den Kooperativen Rojavas, Basisgewerkschaften und Flüchtlingsinitiativen Berlins und anderswo...

"Nachmacher! Hosenkracher!"?
Flashmob 'Kissenschlacht' in Frankfurt am Main 2010
Laufstegatmosphäre und sexistische Mackersprüche

I-Tüpfelchen des Aufrufes ist eine in ihrer Intention für mich allerdings etwas undurchsichtig bleibende Stelle, in der die Zentralbibliothek als ein Ort kritisiert wird, „in der Laufstegatmosphäre und sexistische Mackersprüche den verbliebenen Spaß an der wissenschaftlichen Betätigung komplett verderben“. Als (auch) Mode-Bloggerin, die „sexistische Mackersprüche“ allzu oft gehört hat, sei mir der Hinweis gestattet, dass Laufstege (also Modenschauen) meiner Erfahrung nach nicht gerade der typischste Ort für diese sind, ganz abgesehen davon, dass sich für das Feld der Mode meist mehrheitlich (wenn auch natürlich keinesfalls ausschließlich) Frauen interessieren.
Es scheint fast, als sollten mit dem Satz ‚binär-aufgespaltet’ (sofern wie ich vermute: 'gender-zuschreibend') sowohl feminin-schick(sig)e Repräsentationsformen (wie wir sie etwa von Laufstegen kennen, und, was mich betrifft, oft auch mögen) etwa von ‚femininen’ Student*innen gleichermaßen (!) kritisiert werden wie sexistische ‚Reaktionen’ männlich kodierter Macker: beides doof. Ist es das, was damit gesagt werden soll?

 
"Enjoying the luxuries of an in home library with all of my faves - Intellect is SEXY"
Ph & text via our Tweep @Met4morphoses
(www.camelotfantasy.com - camelot-poetry-palace)
Original source, model & photographer unknown.

Oder nehmen 'schick gekleidete' Kommiliton*innen den weniger schick gekleideten die „Arbeitsplätze“ in der Bibliothek weg? Sind sie gar selbst schuld an den „sexistischen Mackersprüchen“, weil sie sich kleiden und in der ‚Bibo’ bewegen wie auf dem Laufsteg? Evil.
Oder verspüren Studierende Druck, sich für die Bibliothek schick zu machen, nur weil andere es tun? Ist es schon soweit gekommen, dass sich kein Mensch mehr in einem Ramones-Shirt, mit zerfetzter Jeans und Nietengürtel in die Grimm-Bibliothek traut? Fragen über Fragen. Studentische Probleme allemal. Our bodies, our lives!

 
Laufstegatmosphäre in der Bibliothek?

links:
Model Oktyabrina Maximova in the library by Moscow-based photographer Maxim Guselnikov,
from the series "Vanity-Exposition" (!)
rechts:
Model & Photographer unknown, from the Blog "El Erotismo de las Bibliotecas" (!),
passed along via Twitter by Tweep Jessica Redhead

Oder irre ich mich, und die Kritik an der "Laufstegatmosphäre" hat mit einer oberflächlich-verkürzten 'Sexismus-Kritik' (Mode und / oder 'Sexiness' als einfache Feindbilder zum Abnicken; quasi als Pendant einer verkürzten Kapitalismus-Kritik, die z. B. Banken für alles Böse in der Welt verantwortlich macht) nichts zu tun? Und es handelt sich um eine verkürzte Architektur-Kritik der Sichtbarkeit? Nun, die offiziell Verantwortlichen des Aufrufes heben jedenfalls auch 'kritisch' hervor, dass die Bibliothek "(s)ymbolisch (...) zwischen Bahnhof Friedrichstraße und dem Hauptgebäude der HU (thront) [sic!]", ein Tempel der Bildung also zwischen einem historisch recht 'wilden' Ort der Ankunft und Trennungen, Tränen, Flüchtlinge, Gefangenenaustausche und Spionage (mit vermutlich recht 'feschen', im 'Secretary-Look' gekleideten, beinharten 'russischen Agentinnen'... *lol*) und der besten Uni Berlins, ganz allein deshalb, weil sie jede und jeden Besucher*in mit dem in Marmor gemeißelten Zitat von Karl Marx begrüßt:

"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,
es kommt aber darauf an, sie zu verändern."

Das ist doch eigentlich kein so schlechter Ort und ein guter Ratschlag.

 
Die richtige Richtung:
Wandzettel gegen Grenzverletzungen aller Art in Toilette und am Tresen des Bethanien am Mariannenplatz, Berlin-Kreuzberg. Allerdings müssen diese eigentlich selbstverständlichen Regeln auch entschieden durchgesetzt werden - das gilt auch für Bars, Clubs, die Grimm-Bibliothek und jeden anderen Ort.
Kissenschlachten dürften dafür gänzlich ungeeignet sein - "Bildet Banden!" schon eher.
~ von mir photographiert am Abend des 2. Sept. 2016 ~
#Blockupy #Macker #Homophobia #Rassismus #Antisemitismus ...
Photo-Credit: STYLE! IT! TAKES! Blog Berlin

Und was die sexistischen Macker betrifft, gehören sie – wie überall sonst – hochkant aus der Bibliothek geworfen (zumindest in diesem Punkt dürften wir uns einig werden). Denn die und ihre widerlichen Sprüche und / oder Anmachen sind – oder sind auch die 'Slut Walks' schon in Vergessenheit geraten? – keine Frage der Bekleidung, sondern eine des Respekts.

Es bleibt also eine fragwürdige Kissenschlacht – ganz ohne mich.

Hochschulpolitisch vermutlich nicht gern gesehen:
Freundinnen von Kissenschlachten in Unterwäsche sollten die Grimm-Bibliothek weiträumig meiden und ihren Vorlieben besser im Privaten fröhnen. Schade.
Photo "feathers" via electru.de


Studentische Dramen:
Entweder zu voll oder abgesperrt!

Passende Fußnote dieser fast schon lustigen Geschichte (ich mag lustig, lustig ist gut und nicht schlecht!) ist, dass die Kissenschlacht im Grimm-Zentrum anscheinend letztlich nicht stattfinden konnte, da die Polizei diese Aktion als so staatsgefährdend betrachtete, dass die Kissen (!!!) konfisziert wurden und das Gebäude abgeriegelt wurde (siehe Photo unten). Mit Kissen freilich ist so ein Polizeikordon nicht zu durchbrechen, und so war es fast wie immer: kein Mensch kommt mehr in die Bibliothek. Schon gar keine Nicht-Student*innen.

"Polizei verhindert #Blockupy-Kissenschlacht an der HU, konfisziert Kissen als 'Gefahrengut' (...)"
Photo & Text by Tim Lüddemann @timluedde 2 Sept 2016


Die Bibliothek stürmen!

Wie mir auffällt, war auch ich noch nie in der Bibliothek. Ich werde das nachholen. Und mir die höchsten Stöckelschuhe und den kürzesten Rock anziehen, die sich in meiner Garderobe befinden. Vielleicht sind ja auch ein paar nette Bücherwürmer da.

Pink T-Strap Pumps with cute glitter ribbons
by Sophia Webster (2014)

xxx
Eure
‚Mode-Bloggerin’ Magenta,
die von den wahrlich unerträglichen Verhältnissen ständig genötigt wird,
über etwas anderes zu schreiben.
Immerhin ist es mir heute gelungen, einen smarten weißen Body, zwei todschicke modische Outfits (und eine tolle Brille!), Lingerie ('Unterwäsche') und ein Paar niedliche rosa HighHeels unterzubringen.
Ich habe mich also zumindest bemüht.
(die schöne Sonne macht irgendwie albern!).
(^.^)

Das nächste Mal in #Blockupy III wird es aufgrund des Themas leider alles andere als lustig, denn dann geht es 'endlich' (this time for real!) um die Rojava-Solidaritäts-Demo vom Freitag, auch wenn sie – soviel sei vorweggenommen – jenseits des bitteren Inhalts als Demonstration betrachtet sehr schön war...


Links
Bilder vom 1. Mai in Berlin (1. Mai 2015)
La Beauté est dans la Rue (1. Mai 2014)
Eine Linkliste zu meiner umfassenden Syrien-Türkei-Kurdistan-Berichterstattung
folgt im nächsten Teil dieser kleinen #Blockupy-Serie.

The STYLE! IT! TAKES! Gender Series:
Girls Loving Girls (2015, #III)
Red My Lips (Sexual Assault Awareness Month) (2015, #II)
Style! It! Takes! Manifesto (2013)

Wer nach schönen Kleidern etc. sucht, am Ende meiner Photo-Artikel
Blumenmädchen * Flower Girls ⊰1⊱ & ⊰2⊱ gibt es eine kleine Linkliste.

Thursday, May 19, 2016

Lesbians at the Prom ♥ Frauen gehen mit Frauen zum Ball

Lesbisches Pärchen vor dem Abschlussball - Lesbian couple ahead of the prom 2015 in Phoenix, AZ

[English translations - by pic & by chapter - as always below]

LesBTQs beim Abschlussball

Während viele Schüler*innen Berlins derzeit noch über ihren Abschlussprüfungen brüten oder für Nachschreibtermine lernen (oder auch nicht ^.^), finden natürlich auch schon alle möglichen Parties und Bälle statt oder stehen in Planung. In den USA & Kanada, aber auch in anderen Teilen der Welt, haben die im Frühjahr abgehaltenen ‚Proms’ eine recht große Bedeutung, wovon ja auch zahllose Filme handeln. In Australien und Neuseeland heißen sie „School Formal“ oder schlicht „School Ball“, in Kanada und im Vereinigten Königreich eher „Leavers Ball“, in Irland „Debs“ und in Polen „Studniówka“. Hier gibt es zwar zum Beispiel ‚Abibälle’, aber diese werden heutzutage meistens nicht mehr so förmlich abgehalten.

Ein Prom hingegen wird üblicherweise immer noch in ‚gepflegter Garderobe’ und mit Tanzpartner*in zelebriert. Nach traditioneller Lesart ist das entweder der Freund bzw. die Freundin der Schülerin bzw. des Schülers oder alternativ 'zumindest' ein (Tanz-)Paar, dass sich für den Anlass gefunden hat – auch wenn viele mittlerweile natürlich auch einfach so und / oder als Gruppe hingehen, sei es nun aus freiwilliger Entscheidung oder weil sie keine/n Partner*in gefunden haben. Typischerweise erscheint er dann in Anzug und Krawatte oder Fliege und sie in einem Abendkleid, oft kombiniert mit Schmuck und Accessoires.


Die klassische Geschlechterordnung beim Prom
The classical gender order of a prom

“A prom (in the United States) is a formal social event – usually a dance – generally held
near the end of the last two years of high school.”

Photo by Ken Stokes May 20, 2005 via Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Autsch! Das ist exakt der Grund, weshalb ich in meinem 'früheren Leben' solche Anlässe gemieden habe wie die Pest! Natürlich nicht wegen den schönen Kleidern (die mochte ich sogar zu meinen Punk-Hochzeiten!), auch nicht, weil ich (grundsätzlich) was gegen Heterosexualität oder Männer hätte, sondern weil ich (wie viele viele andere) mich in diese Geschlechterordnung nie einfügen konnte und wollte. Wie schön, dass es heute auch das 'All-Girl-Modell' (und vieles andere) gibt... (^.^)

Ouch! This is exactly the reason why I avoided such occasions in my 'earlier life' like the plague! Not because of the beautiful gowns, of course (I liked those even during the heyday of my punk times!), also not because I would have something (generally) against heterosexuality or men, but because I (like many many others) never could and never wanted to assimilate to this gender order. How great, that now there's the 'all-girl model' (and many things more), too... (^.^)


In jedem Fall befinden sich natürlich nicht alle in einer Beziehung – und auch nicht alle in heterosexuellen Beziehungen, wie es in der Tradition angelegt ist. Und so durchbrechen immer mehr Menschen diese Regeln, indem zum Beispiel junge Frauen als Partnerinnen zusammen hingehen anstatt mit ihrem / einem männlichen Freund oder Tanzpartner. Gleiches findet andersherum natürlich auch zwischen Jungs statt. Da ich diesen Blog auch als Femme-Blog verstehe, konzentriere ich mich in meiner Bilderstrecke auf weitgehend 'feminine' Photos, die Schüler*innen in den USA und Kanada zeigen, die sich als lesbische, bisexuelle, queere oder auch einfach eng befreundete Pärchen für den ‚Prom’ schick gemacht haben und zusammmen dort hin- und ausgegangen sind. Einige von ihnen sind nur für diese Nacht gemeinsam ausgegangen, einige sind bis heute zusammen, manche in Lebenspartnerschaft / Ehe oder auch in unverbrüchlicher, enger Freundinnen- und 'Schwesternschaft' – und ich nehme an, einige hassen sich jetzt vielleicht auch *lach*.

Alle von mir ausgewählten Photos sind aus der schönen "Lesbian Prom Gallery: Heartwarming Photos Of Girls Taking Girls To Prom, 1985-2015", wo es eine ganze Menge weiterer Photos gibt (und sie sammeln immer noch!). Es lohnt sich in jedem Fall einen weiteren Blick darauf zu werfen, besonders, wenn Du mehr an anderen, zum Beispiel 'androgyneren' oder 'maskulineren' Gender-Repräsentationen interessiert bist als ich (wobei auch in der Original-Galerie die 'femininen' Repräsentationen überwiegen). Meine Auswahl beinhaltet größenteils sehr feminine Pärchen (etwa verschiedene 'Arten' von Girly Girls, Femmes & Lipstick Lesben), oft in schönen Kleidern, Schuhen, Schmuck, Outfits und Stylings, die zu diesem Blog passen und von denen ich viele (nicht alle) sehr gerne leiden mag.

Very stylish: Elizabeth & Ashley ahead of and at their prom 2014 in Toronto, ON (Ontario), CANADA
“We’re two lifelong best friends who both ended up being queer, so of course we were each other’s prom dates. Love this girl and I couldn’t ask for a better date.”


Girls Taking Girls To Prom

While currently many pupils of Berlin are still pondering over their final exams or are learning (or not ^.^) for repeat exams, of course all kinds of parties and balls are taking place already or are being planned, too. In the USA & Canada, but also in other parts of the world, the ‚proms’ held in spring are given a major importance, which is reflected in countless movies, too. In Australia and New Zealand they are called „School Formal“ or simply „School Ball“, in Canada and in the United Kingdom originally „Leavers Ball“, in Ireland „Debs“ and in Poland „Studniówka“. Though here in Germany there are for example ‚Abibälle’ (short form of the plural of 'Abiturball'; Abitur meaning high-school diploma / A level), but usually these are celebrated not that formal nowadays.

A prom however commonly still is celebrated in ‚formal wear’ and with a dance partner. According to the traditional interpretation that is either the boyfriend or girlfriend of the pupil / student or alternatively 'at least' a (dance) partner for that occasion, even though nowadays many are also attending as individuals and / or in a group of course – be it a voluntary decision or because they haven't found a partner. Typically he attends then in a tuxedo or suit with tie or bow-tie and she in an evening gown, often combined with jewellery and accessories (see photo & text in the box above).

Anyway, of course not all are in a relationship – and also not all are in heterosexual relationships, as it is calculated in the tradition. And so more and more people break through these rules, for example when young women are going together as partners instead of with their / a male friend or dance partner. Same happens vice versa between boys of course, too. Since I consider this blog also as a femme blog, in my photo gallery I concentrate on 'feminine' photos showing pupils and students in the USA and Canada, lesbian, bisexual and / or queer couples (sometimes also simply close and chummy friends) who have dressed up for the proms, dated and went out together as a couple. Some of them just dated for that night, some are staying together until today, some are in long-term relationship / marriage, some in steadfast, close friendship and 'sisterhood' – and I guess some may hate each other now, too *lol*.

All of my selected photos are from the beautiful "Lesbian Prom Gallery: Heartwarming Photos Of Girls Taking Girls To Prom, 1985-2015" where there are a lot of more photos (and they are still collecting!). It's definitely worth to take a further look at it, too, especially if you are more interested in other, e. g. more 'androgynous' or 'masculine' gender representations than me (although the 'feminine' representations are in the majority in the original gallery, too).
My selection mostly contains very feminine couples (like various 'kinds' of girly girls, femmes & lipstick lesbians), often in nice dresses, shoes, jewellery, outfits and stylings which suit to this blog and of which I like many (not all) pretty much myself.

Gut zu sehen sind (neben dem süßen Outfit) die niedlichen Blumenarmbänder (engl. corsage) der beiden
Taylor & Keele in very cute sparkling glitter tulle dresses & corsages around their wrists 2011 in Frankfort, KY

Nobody watching?

Taylor & Keele kissing 2011 in Frankfort, KY (Kentucky), USA
#kissing #girls at the #prom

We ain't seen nothing!

Grandios! A further gorgeous 'partner look' 2014 in Minneapolis, MN


Gemeinsamer Aufbruch
Starting Together

Wir haben es auch nicht gesehen!
We haven't seen it either!
(^.^)

Taylor & Katie in Oregon, 2010

 
Emma & Catie 2012 in Worcester, MA * Martha & Ashley in Eugene, Oregon, 2009

Girl-Girl couple in Seattle, Washington, 2006

Madi & Savannah taking pictures themselves 2015 in Jackson, MI


Das Anstecksträußchen
The Flower Corsage

Eine nette Tradition ist das Anstecksträußchen oder Ansteckbukett (auf englisch corsage genannt, weil es ursprünglich an einer eben solchen angebracht wurde), das bei einem prom üblicherweise wie ein Armband um das Handgelenk getragen wird. Früher überreichte es typischerweise der Mann seinem 'Date' (oder ihren Eltern), doch unsere amerikanischen L-Girls haben sich diese Tradition längst angeeignet. Wunderbar! ♥

A nice tradition is the corsage (which got its name after the French word for the bodice of a dress, because originally it had been attached to such a corsage) that is usually worn at a prom like a bracelet around the wrist. Traditionally and typically, the man presented it to his 'date' (or her parents), but our American L-Girls have appropriated this tradition long since. Wonderful! ♥

Having fun in Herndon, VA (Virginia), 2008:
Margaret putting on a prom wrist corsage to her date Hope.
Here both of them wear a similar corsage in white
(when you watch the pics carefully you can see some couples don't wear a corsage at all,
of some couples only one of the two is wearing one and of others, like here, both do).


Let's Go!

Kate & Alexa auf dem Weg zum Abschlussball
Kate & Alexa heading to the prom 2014 in Bloomington, MN


Englisch-deutsches Wörterbuch * Prom * English-German Dictionary

corsage [spray of flowers pinned to a woman's clothes or worn around her wrist]
Anstecksträußchen
Ansteckbukett
prom [Am.]
Ball {m} [insbes. Schulball] dance
Abschlussball {m} der Highschool
Maturaball {m} [österr.]
prom [Br.]
Promenadenkonzert {n} mus.
prom night [esp. Am.]
Abschlussball {m}
prom queen [Am.] [Can.]
Ballkönigin {f}

⊰ taken from my favourite free English-German online dictionary www.dict.cc ⊱


Aus dem stillen Kämmerlein heraustreten
Coming Out of the Closet

Maggie & Yas 2015 in Croton, NY
showing themselves in public

           
Brittney & Destinee 2015 in Dover, DE (Delaware)
I will never ever say anything against suits, pants & bow-ties anymore... (^.^)
What a lovely couple! How beautiful they are both... #HighHeels #Purple #Glamour


... im Grünen:
... in the green:

Jenna & Bianca 2014 in Charleston, SC (South Carolina)
Beautiful dresses (I especially love the green one)!

Funny nose kissing by les girls in Idaho 2007 #girls at the #prom
I totally love the curly 1920s hair styles & the subtle beautiful jewelry


Pionierinnen - Die Anfänge
Pioneers - The Beginnings

Auch wenn die Galerie 1985 beginnt, sind die meisten der früheren Bilder aus den (späten) 1990er Jahren. Dafür haben diese älteren Aufnahmen durchaus ihren Charme...

Even though the gallery starts in 1985, most of the earlier pics are from the (later) 1990s.
In return, these older shots definitely have their charm...

1997, Guilderland, NY: Kristin Russo & her Date

"Make It Last Forever" steht auf diesem Photo von Ariel Schrag und ihrem Date
1997 prom (HS Sr. Ball) in Berkeley, California

A white rose for the princess:
Johanna & Marion at the Senior Prom
Newtown, Pennsylvania, 2000
Who brought the rose?
Early birds:
This lesbian couple was one of the
very pioneers to attend together to the prom
Bakersfield, California, 1994


Es offizieller gestalten
Making it more official

 
Even some earlier pics appear already like Wedding photos
(when there was no same-sex marriage in most of the countries):
Couples in New Hampshire, USA 2003 & in Edmonton, Canada 2007

Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe / Introduction of same-sex marriage:

2001 Niederlande / Netherlands
als erstes Land weltweit / as first country worldwide
2003 Belgien / Belgium
2005 Spanien & Kanada / Spain & Canada
2006 Südafrika / South-Africa
2009 Norwegen & Schweden / Norway & Sweden
2010 Portugal, Island (Iceland) & Argentinien (Argentina)
2012 Dänemark / Denmark
2013 Brasilien (Brazil), Frankreich (France), Uruguay, Neuseeland (New Zealand)
2014 Vereinigtes Königreich / United Kingdom (England, Wales, Schottland / Scotland)
2015 Luxemburg, Mexiko (Mexico), USA, Irland (Ireland)
2016 ff. ...many will follow (Columbia, Finland, states in Asia etc.)...


In Deutschland gibt es immer noch keine gleichgeschlechtliche Ehe!
Zur Zeit hakt es (wie meistens) an der SPD, die in diesem Punkt nur für die entsprechenden Anträge der Opposition stimmen müßte... Die Chancen dafür nach der nächsten Wahl 2017 aber stehen derzeit düster. Wahrscheinlich wird Deutschland also das letzte Land Europas nach der Türkei und dem Vatikan sein, das die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert. ;-)

In Germany there still is no same-sex marriage!
Right now, mainly the Social Democrats (SPD) are to blame for this (like so often), as the whole opposition (Green Party and The Left) as well as officially also the SPD are pro same-sex marriage, only the Conservative Party (CDU/CSU) of Angela Merkel – governing together with the SPD – is against it, so that the SPD just would need to vote for the opposition's motions in that point and we would have it. But chances after the next election 2017 seem very dark right now. So presumably Germany will be the last country in Europe after Turkey and the Vatican to legalize the same-sex marriage. ;-)


In 2009, our happy prom couple in San Antonio, TX was far from being alone...


L*ove Parade

  
Rebekah & Nicole (2015) in Ambler, PA & a couple in Lakeland, FL (2015)
Rebekah & Nicole write:
“Our favorite part of the night was when the dj played Get Low by Lil Jon and didn’t even bother to censor it because everyone sang along anyways.”

~⊱ 2015 ⊰~

Kelsey and her friend in Canada (2015)


#Girls at the #prom #night #snapshots #Party!!!

Female couple at the prom in New Jersey, 2009 #sexy #party

Dressed In Black in New Hampshire, 2007 #Goth

These are:
The couple to the left with the crowns in their hair: Jennifer & Syd 2015 in Clio, MI:
“Not exactly prom but High School Snowcoming.
Syd on the right (genderqueer; they/them pronouns) Jennifer on the left.”
(since the snap has been turned in between, now I'm confused who's who & let my readers decide... ^.^)
*
Top right-hand side (with the stars): Jaz & Sam 2015 in Ann Arbor, MI
*
... and the kissing couple in Yonkers, NY 2008 adds:
“The picture was taken on the party bus on our way to prom.”


Prom Queens & Kings

All-female Prom Queen & King with pink crowns:
"I fancy you, it's our favorite saying"
Briana & Charli in Azusa, California (2012)

 
Leesha & Clare in Santa Cruz, California, 2009


... queer & beautiful, forever & always, every day...

Julia & Maddie 2009 in Victoria, BC (British Columbia), CANADA
Last but not least (one of my favourites):
I love these #heels and they both have amazing #hair and wonderful #satin #dresses...


Vielleicht dient dieser Post ja auch als Anregung und Aufmunterung für andere Frauen (und Männer) in Berlin und anderswo, es bei solchen oder ähnlichen Gelegenheiten (etwa Tanzkursen, Bällen oder Familienfeiern) unseren Protagonist*innen gleichzutun. Laut Statistik habe ich auch Leser*innen in der Altersgruppe der Schulabsolvent*innen, also wünsche ich Euch viel Erfolg bei Euren Abschlüssen, viel Spaß beim Feiern – und vielleicht gibt es der einen oder anderen von Euch für Eure Abschlussfeiern (auch wenn solche Anlässe vollkommen überbewertet sind) den letzten Ruck über etwaige Zweifel und Ängste. Wichtiger noch finde ich Veränderungen im Alltag (siehe meinen Berliner Photo-Aufruf unten). Und damit allen meinen Leser*innen einen bezaubernden Frühling in Berlin!

Maybe this post can be an inspiration and motivation for women (& men) in Berlin and elsewhere, too, to follow suit our protagonists at those kind of or similar occasions (e. g. dancing courses / classes, balls or family celebrations). According to statistics I have readers in the age group of school finishers, too, so I wish you good luck with your exams, lots of party fun – and maybe it gives some of you the final kick for your prom (even though events like that are totally overrated) against any doubts and anxieties. To me, changes in the everyday life are even more important (see my Berlin Photo Call below). And with this, I wish all of my readers an enchanting spring in Berlin!

xxx
Magenta
♥

Pärchen auf dem Weg zum 'Maturaball'
Couple on its way to their prom
Wien, Österreich ~ 2015 ~ Vienna, Austria


Credit & Thanx

Alle Photos aus der "Lesbian Prom Gallery: Heartwarming Photos Of Girls Taking Girls To Prom, 1985-2015" des netten Online-Magazins Autostraddle, "eine feministische, queer-trans-freundliche Online-Community für eine neue Generation von lesbischen, bisexuellen & anderweitig veranlagten Frauen (und ihren Freund*innen)".
Wer noch ein nettes lesbisches Abschlussphoto für deren Galerie beitragen möchte (sie suchen nur Pärchen-Photos von Abschlussbällen, in guter Qualität mit mind. 600 Pixel Breite oder Höhe), kann es mit dem Betreff "PROM PHOTO" an:
riese [at] autostraddle [dot] com
und bitte auch in Kopie (für diesen Blog) an mich (Magenta) schicken:

All photos from the "Lesbian Prom Gallery: Heartwarming Photos Of Girls Taking Girls To Prom, 1985-2015" of the nice online magazine Autostraddle, "a feminist, queer-trans-friendly online community for a new generation of kickass lesbian, bisexual & otherwise inclined ladies (and their friends)."
If you want to submit a cute lesbian prom photo for their gallery (they only want high school prom couple photos, in good quality with at least 600 pixels wide or tall), you can send it with the subject line
"PROM PHOTO" to:
riese [at] autostraddle [dot] com
and please also as a copy (for this blog) to me (Magenta):

Aufruf Berliner LBTQ Photo-Galerie *⚢* Call for a Berlin LBTQ Photo Gallery

Im Unterschied zu "Autostraddle" suche ich generell schöne Photos von LBTQLesben in Berlin, ganz unabhängig von Situation, Herkunft oder dem Alter, und auch nicht nur Pärchen-Photos (können z. B. auch schöne Gruppen-Photos von Parties oder in Bars sein).
Für alle Fälle (meinen Blog & Autostraddle) wichtig:
Bitte erkundigt Euch vorher, ob es auch ok. mit Eurer abgebildeten Partnerin / weiteren Personen ist, für immer im Internet verewigt zu sein. Gerne könnt Ihr Namen angeben, sofern Ihr das wollt (ich nehme auch Pseudonyme), wichtiger noch sind aber Jahr und Ort. Wäre ja schön, wenn es hier eines Tages auch mal eine Berliner Online-L-Galerie gibt. Also her mit Euren Photos! ♥


In difference to "Autostraddle" I'm generally searching for nice photos of LBTQLesbians in Berlin, independently from the situation, origin or age, and also not only photos of couples (can be e. g. group photos from parties or in bars, too).
In any case (my blog & Autostraddle) important:
Please make sure your date / further persons on the pic are okay with being in the internet forever! You are welcome to mention your name(s), if you want (I am also taking pseudonyms), but even more important are year and location. Would be lovely, if there would be a Berlin Online L-Gallery one day, too. So please send me your pics! ♥


Links

The STYLE! IT! TAKES! Gender Series:
Lesbians at the Prom ♥ Frauen gehen mit Frauen zum Ball (2016, #V)
Lipstick Lesbian Cinema: Girls Kissing Girls (2015, #IV)
Girls Loving Girls (2015, #III)
Red My Lips (Sexual Assault Awareness Month) (2015, #II)
Style! It! Takes! Manifesto (2013)

Wer nach schönen Kleidern oder Blumen-bezogenen Posts sucht, am Ende meiner Photo-Artikel Blumenmädchen * Flower Girls ⊰1⊱ & ⊰2⊱ gibt es eine kleine Linkliste.

Those who are searching for beautiful dresses or flower-related posts, there is a little link list at the end of my photo articles Blumenmädchen * Flower Girls ⊰1⊱ & ⊰2⊱.