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Wednesday, September 21, 2016

Grenzenlos. Feministisch. Solidarisch ★ Kampf der AfD! #Blockupy IV

Grenzenlos-Block mit #AgR und #Blockupy am #B0309 in #Berlin. #Antikapitalismus #Feminismus #Solidarität 
Photo & text by / via Interventionistische Linke @inter_linke 3 Sep 2016

Wie in den vergangenen drei Teilen möchte ich auch im Abschlusspost unserer kleinen '#Blockupy-Serie' das kraftvolle, teils beeindruckende Bildmaterial dazu nutzen, um über den konkreten Anlass hinaus Denkanstöße zu den angesprochenen Themen zu vermitteln. Mittlerweile liegt das Berliner Blockupy-Wochenende ja auch schon über zwei Wochen zurück und zahlreiche weitere Aktionen haben inzwischen stattgefunden. Von einer berichte ich am Ende dieses Posts.

Nachdem antikapitalistische Aspekte schon in den ersten drei Teilen eine zentrale Rolle gespielt haben (in Teil I das Feld der 'Arbeit', in Teil II u. a. das Verhältnis von Studierenden und Arbeitenden, in Teil III etwa die deutschen Wirtschaftsdeals mit der Türkei), stehen diesmal die Verschränkungen von 'Sexismus' und 'Rassismus' im Mittelpunkt, auch wenn ich vor allem den ersten, aber auch den anderen Begriff nicht besonders 'mag'. Der erste ist mir viel zu nah an positiv besetzten Wörtern wie 'Sex', 'Sexualität' oder 'sexy', der zweite klingt, als ob es 'Rassen' gäbe (im Englischen ist das etwas passiger, aber Sprachregelungen sind – auch wenn es heute noch öfters um solche gehen wird – nicht mein Lieblingsthema; solange Ihr mich und das, was ich sagen will, alle versteht, bin ich zufrieden). Da ich den Sexismus-Begriff aber immer eher gehasst habe, irreführend und missverständlich fand, bin ich nicht unfroh über die hier aufkommende Gegenüberstellung feministisch / antifeministisch, um die es heute auch in der Hauptsache gehen wird. Am liebsten mag ich aber:


Grenzenlos feministisch

Zum Start möchte ich Euch daher ein paar tolle Bilder vom – wie wir oben und unten sehen – in allen Regenbogenfarben-eingenebelten, lila-feministischen, farbenfrohen "Grenzenlos-Block" bei der großen Demo "Aufstehen gegen Rassismus" am 3. September in Berlin-Charlottenburg nicht vorenthalten. Aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus unabhängigen Gruppen und Initiativen, aber auch Organisationen wie etwa die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN-BdA), der Zentralrat der Muslime oder die Aidshilfe und die vermutlich künftigen Berliner Regierungsparteien SPD (!), Die Grünen und Die Linke. Der explizit feministisch-ausgerichtete "No Border-Block" bildete quasi den kämpferisch-linken Blockupy-'Keil' der Demo, an der sich insgesamt über 6000 Menschen beteiligten und die vom Adenauerplatz zur Parteizentrale der rassistisch-antifeministischen AfD zog und war – wie die meisten anderen Blockupy-Aktionen – gut vorbereitet und ausgestattet, hier mit satten Pyros und einem wundervollen lila Fahnenmeer... ♥

"#Berlin #Blockupy- Der farbenfrohe NoBorder Block auf der naja Aufstehen-gegen-Rassismus Demo.
FCK AfD, No Border..."
Photo & text by / via Jutta Ditfurth @jutta_ditfurth 3 Sep 2016


Rassistischer Antifeminismus

Die queer-feministische Ausrichtung mag bei einer Demo gegen Rassismus überrascht oder irritiert haben (mich – zumindest in dieser Zentralität – zunächst übrigens auch), war aber wie ich fand eine gute Idee, nachdem nicht nur im Zuge der unsäglichen Debatte nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln und anderswo Rassist*innen aller Couleur versucht haben, eine Art Pseudo-Feminismus gegen Flüchtlinge, Muslime und Migrant*innen in Stellung zu bringen, darunter vor allem massenhaft Leute, die nichts, aber auch gar nichts mit feministischen Inhalten, wohl aber viel mit Rassismus und Antifeminismus zu tun haben: deutsche Macker, die sich auf 'Ausländerjagd' machten, um 'deutsche Frauen' zu schützen (abgesehen davon, dass die Idee, dass Männer Frauen 'schützen', natürlich eine zutiefst patriarchale ist, waren unter den Opfern keinesfalls nur 'deutsche' Frauen), populistische Politiker*innen, Teile der Polizei und fast noch größere Teile der Medien (übrigens weltweit), Rechte aller Art.

Anstatt sich wirklich auf die Seite der angegriffenen Frauen zu stellen (wie etwa Beratungsstellen & Initiativen gegen sexuelle Gewalt, die bekanntlich eine feministische Errungenschaft sind), wurden die Opfer von den oben Genannten nur benutzt, "um weitere rassistische Zuschreibungen vorzunehmen und Abschiebungen weiter zu erleichtern". Der ganze Diskurs fügte sich nahtlos ein in eine schon lange von ganz anderer Seite kommende "wertkonservative Mobilisierung (...), die die Errungenschaften der Frauen- und Queerbewegung zurücknehmen will" (beide Zitate aus dem Aufruf der Interventionistischen Linken (IL)). Wer sich die Heim- und Herd-Programme von Parteien wie der AfD anschaut (oder einen Blick auf die rassistisch-sexistische Wahlkampagne von Donald Trump in den USA wirft), weiß, dass diese von Hass auf die gesellschaftliche, politische und sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und LGBTIQ, von Hass auf feministische Politik und die Frauen- und Queerbewegung geprägt sind. Wenn es nach ihnen ginge, wären die Frauen vermutlich erst gar nicht auf der Straße gewesen, sondern gleich zu Hause geblieben. Dazu gesellten sich allzu bekannte Ratschläge von verschiedensten Seiten an die Opfer, wie sie sich zu bekleiden und zu verhalten hätten, nicht zufällig gefolgt von einer widerlichen Debatte, wie sich Muslima in Deutschland zu bekleiden und zu verhalten hätten. Wie wir zu solchen Angriffen auf das modische, körperliche, sexuelle, gesellschaftliche, politische und religiöse Selbstbestimmungsrecht stehen, haben wir (und viele andere Queer-Feminist*innen) immer wieder klar gemacht (etwa in unserem Manifest oder in einem Post zum Weltfrauentag).


Exkurs:
Der exklusive Pseudofeminismus der falschen Alice

Dass sich zu dem hier nur kurz skizzierten diskursiven Horrorkabinett auch mal wieder die bekannteste aller Pseudo-Feminist*innen, nämlich Alice Schwarzer, gesellte und – zielsicher das rechtspopulistische Geschäft witternd – noch schnell "ein rassistisches Machwerk" (nochmal die maßgeblich am Grenzenlos-Block beteiligte Interventionistische Linke (IL)) zur 'Kölner Silvesternacht' als Herausgeberin auf den Markt warf, überraschte mich nicht im Geringsten, da sie meines Erachtens mit Feminismus in etwa so viel zu tun hat wie die SPD-Promis Gerhard Schröder, Thilo Sarrazin und Sigmar Gabriel mit Antikapitalismus. Die Liste ihrer sexistischen, LGBTQ- , BDSM- und Sexarbeiter*innen-feindlichen, rassistischen-militaristischen-islamophoben-'neu'rechten etc. Äußerungen, Kampagnen, Beleidigungen, Diskriminierungen, Diffamierungen und Lügen ist zu lang, um hier ausgeführt zu werden, aber die traurige Tatsache, dass Schwarzer in Deutschland immer noch (wenn auch immer schon zu Unrecht!) als 'Verkörperung des Feminismus' gilt (nicht zuletzt, weil sie in ihrer medialen Geltungssucht schon immer weitaus fortschrittlichere Feminist*innen in den Schatten geschoben hat), hat dazu geführt, dass ich den Begriff 'Feminismus' oft eher meide, so lange die 'Deutungshoheit' nicht auf Seiten von unserem STYLE! IT! TAKES!-Projekt unterstützter 'Strömungen' wie dem Sex-positive feminism / Third Wave Feminism, inklusiven Feminismen und Queer-Feminist*innen, aber auch der LGBTQ-Community, der Sexarbeiter*innen-Bewegung und der leider schon wieder in Vergessenheit geratenen, begrüßenswerten Post-Porn-Debatten und Slut Walks liegt und somit nicht klar wird, was genau damit gemeint ist (ähnlich dem u. a. aufgrund der staatskapitalistischen Diktaturen in Osteuropa teils diskreditierten Begriff 'Sozialismus', den ich, wo sinnvoll, lieber durch Adjektive wie 'antikapitalistisch' oder einen Bezug auf die Geschichte der Arbeiter*innen-Bewegung ersetze).

Sich solche Begriffe von Reaktionären aller Art nicht nehmen zu lassen und sich stolz auf eine lange, oft auch widersprüchliche Geschichte feministischer Kämpfe und Erfolge der 'ersten', 'zweiten' und 'dritten' Frauenbewegung, der Sexarbeiter*innen, der LGBTQ-Bewegung, der Gender-Studies etc. zu beziehen finde ich aber gut und richtig, sofern Leute wie Alice Schwarzer aus feministischen Bewegungen genauso hochkant herausbefördert werden wie die faschistischen Ekelpakete Jürgen Elsässer (einer der rassistisch-homophob-antifeministischen 'Vordenker' von Pegida und AfD, Chefredakteur des 'neu'rechten, verschwörungstheoretischen AfD-Wahlkampforgans Compact) oder StrammRechts-Anwalt und Antisemit Horst Mahler (deren ehemaliges 'links-sein' ich übrigens ebenso abstreite wie Schwarzers 'Feminismus') aus 'der' Linken. Im Großen und Ganzen ist dem ja auch so, auch wenn manche leider immer etwas länger brauchen {*}. Der Grund, dass solche Namen wie Elsässer und Mahler überhaupt hier auftauchen, liegt also nicht nur in ihrer Rolle in der 'neu'rechten Mobilisierung begründet, sondern mehr noch darin, dass ich an diesen Beispielen zeigen möchte, dass es höchste Zeit für eine klare Trennung der feministischen und linken Bewegungen auch von Alice Schwarzer ist. Wie im Falle von Elsässer und Mahler handelt es sich bei ihr nicht um 'Verfehlungen' oder 'Irrwege': wie Mahlers durchgehender völkischer Antiamerikanismus und Elsässers durchgehende machistisch-sexistisch-homophobe Arroganz {*} folgen ihre Äußerungen einer klaren Linie und haben Prinzip – und das im Falle von Schwarzer mittlerweile seit Jahrzehnten. Ihr ziemlich deutscher, von Geltungs- und Karrieresucht angetriebener und fanatisch betriebener Pseudofeminismus kann auf die Linie ausgrenzend - entmündigend - vereinnahmend gebracht werden.

Wenn jemand wie Sahra Wagenknecht für ihre Äußerungen zur Flüchtlingspolitik eine Torte ins Gesicht geworfen bekommt (zu diesem Thema haben die "PrinzessinnenReporter" in Pro & Contra Tortenwerfen alles gesagt ♥) – für Alice Schwarzer würde eine ganze Konditorei nicht ausreichen. Allerdings dürften sich theoretisch ungleich mehr freiwillige Tortenwerfer*innen finden lassen, unter Lesben, Fetischist*innen und in der BDSM-Szene, unter Sexarbeiter*innen, Models, Pornodarsteller*innen, Muslim*innen, Jüd*innen, Tänzer*innen, Performer*innen, Künstler*innen, Antirassist*innen und Antifaschist*innen. Wäre allerdings schade um die schönen Torten, aber aufgrund der bunt und sympathisch-zusammengesetzten Runde sicherlich ein wundervolles Fest. ♥

Unser femme-feministischer-fetischistischer
STYLE! IT! TAKES! Blog
lädt ein:


Yes, we have a right to wear headscarves!
Yes, we have a right to be 'perverted'!
Yes, we have a right to be & dress slutty!
Our bodies, our sexuality, our lives!

Pix:
Cut-out from a cartoon about Inclusive Feminism by centipedes via tumblr
Logo of the International Union of Sex Workers
Pink Speech Bubble via Lipstick Lesbian @LipstickVenus
Awareness in the BDSM scene: unknown source
Yes We Are (Slut Walk poster) by GRRLVIRUS
High Heels via Alessandra Aderenti @alexepriska:

The higher the heels, the closer to heaven 😊 #shoes #highheels #fashion #love

    

Clubbing girls #lipstick #lesbians #stockings (photographer unknown)

Discomiezen with DJane Tala (Ulm)

Eine Pfötchennote mit Krallen, Absätzen und einer Anzeige:
Discomiezen gegen Sexismus

{*} Der machistischen Arroganz, HomoTransphobie und dem Sexismus von Jürgen Elsässer bin ich übrigens schon in den frühen 1990ern begegnet und auch persönlich zum Opfer gefallen (dankenswerterweise unter lautem Protest eines großen autonom-antifaschistisch-feministischen Plenums!). Damals schrieb er noch für linke Zeitungen wie die konkret, später auch für junge Welt und Jungle World, die ihn leider alle viel zu spät (2000 bzw. 2002!) vor die Tür gesetzt haben.
In einer an Deutlichkeit nicht zu übertreffenden politischen Selbsteinordnung, die sich selbst als sexistisch / antifeministisch / frauenfeindlich zeichnet und auch seinen nicht überraschenden Hass auf hedonistisch-kosmopolitische 'Poplinke' durchklingen lässt, erwähnte er 2002, er hätte in den Jahren 1994-1997 in der damals prominent besetzten Redaktion der jungen Welt von "Erörterungen über die Frauenfrage" abgehalten werden müssen...:

"Die gegenseitige Disziplinierung klappte weitgehend. Die einen sorgten dafür, dass Pirker sich beim Thema Israel zurückhalten musste, die anderen stoppten Elsässers Erörterungen über die Frauenfrage, und ein Minimum an grammatikalischem und stilistischem Konsens verhinderte, dass Poplinke und andere Analphabeten zum Zuge kamen." (Hervorhebungen v. mir)

2006 ereiferte er sich dann über "Multikulti", "Gendermainstreaming" und "schwule Subkultur": "Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden" (junge Welt v. 19. September 2006). Manche wachten gar erst auf, als er 2009 seinen Hass auf (ihm wohl zu) sexy gekleidete Frauen, Drogennutzer*innen und Sexarbeiter*innen in den Iran projizierte und applaudierte, dass die damals dort protestierende Opposition, die er als iranische "Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals" bezeichnete, von Ahmadinedschads Folterregime "in einen Darkroom befördert" wurde! Es ist kein Zufall, dass er die Folterkeller des Mullahregimes mit einer homophoben, BDSM- und generell Lust-feindlichen Verwendung des Begriffes "Darkroom" belegte. Nach dem Motto: wer gern in Darkrooms geht, dem sollen es die iranischen Folterknechte mal so richtig zeigen... Mit solchen Äußerungen hat er sich einen prominenten Eintrag auf der antifeministischen Hassseite 'WikiMANNia' (!) wahrlich verdient.

Sollte ich ihm jemals noch mal begegnen (was ich nicht hoffe!), trete ich ihm mit scharfen Absätzen auf die Füße oder er kriegt von einer bekennenden Discomieze nicht meine linke (was charmant wäre), sondern meine rechte (die ist kräftiger!) und zwar volle Suppe mitten in seine selbstverliebte Hackfresse. {Ob Suppe das fehlende Bezugswort zu den richtungsweisenden Adjektiven bzw. adjektivischen Linksattributen im letzten Satz ist, überlasse ich wahlweise Phantasie, versalzenen und gepfefferten Kochkünsten (in diesem Fall bloß keine Sahne!!!), Kontext oder Sprachgefühl meiner geschätzten Leser*innen. ^.^}

http://www.feisty-cat.com/
The Feisty Cat
(feisty bedeutet lebhaft, temperamentvoll, quirlig,
aber auch mutig, beherzt, streit- und angriffslustig)
Dies ist eine ausnahmsweise kostenlose, unabgesprochene Werbe-Anzeige
für den gleichnamigen, netten Online Store für
Burlesque Fashion, Pasties & Lingerie
des Berliner Models Sinteque
(^.^)



Antirassistisch-links-queer-solidarisch
Inklusiver Feminismus

Und die 'richtige' Alice? Hat weder was mit 'der Schwarzer' noch mit anderen Schwarz-Braunen zu schaffen, trägt Ringelstrümpfe oder wunderschöne Lingerie (wie in einer der schönsten Performances unserer Events, der Alice-Performance unserer geliebten New Yorker Neo-Burlesque-Tänzerin Clea Cutthroat), ist entweder gerade im Wunderland, hinter den Spiegeln, in unserem Manifest, auf unserer Torten-Party gegen die falsche Alice, auf dem Slut Walk... oder hier:

 
Plakat für die Demo am Samstag 3.9., 14 Uhr, #Berlin, Adenauerplatz.
Kommt zum Grenzenlos-Block. #AufstehenGegenRassismus und #AfD
by Interventionistische Linke @inter_linke

"Grenzenlos Feministisch. Solidarisch. Antikapitalistisch.
War schön mit euch im Grenzenlos-Block bei @aufstehengegen"
Photo & text by / via Interventionistische Linke @inter_linke 3 Sep 2016

Im Kontext eines inklusiven Feminismus der eigentlich nicht so schwer zu verstehende


Standpunkt unseres STYLE! IT! TAKES! Projektes:

1. Ein sexueller Übergriff ist ein sexueller Übergriff – vollkommen gleichgültig von wem, an wem, wann und wo ausgeübt. Er muss entschieden geahndet werden.

2. Ein sexueller Übergriff kann nicht als Rechtfertigung für andere Unterdrückungsformen herhalten, etwa für Rassismus, Sexismus oder Homophobie.

3. Wenn Ihr das nicht verstanden habt, lest es bitte noch einmal.

4. Wir haben ein gewisses Verständnis, wenn direkt betroffene Opfer dazu neigen, ihre Täter zu verallgemeinern ("Scheiß Männer", "Scheiß Schwule", "Scheiß Deutsche", "Scheiß Ausländer", "Scheiß Familie" etc.), aber wir finden das nicht gut. Wenn es Nicht-Betroffene tun, um ein politisches Süppchen damit zu kochen (wie im 'Silvester-Diskurs' geschehen), finden wir das: scheiße.

5. Das war's schon.


Nicht nur aufgrund eigener Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gilt unsere uneingeschränkte Solidarität allen Opfern jeglicher Übergriffe im (meist) 'privaten' oder (seltener) öffentlichen Raum, von Vergewaltigungen, sexuellen Übergriffen, von sexistischen Sprüchen und Verhalten. Das gilt übrigens selbst dann, wenn es sich bei den Opfern in dem ein oder anderen Fall um ausgesprochene Rassist*innen handeln sollte.

Konkret: ja, ich würde (sollte sich eine solche Situation ergeben) auch einer Neonazi-Frau den Weg zu einer Beratungsstelle für Opfer sexueller Gewalt vorschlagen (weil es keinerlei Rechtfertigung für sexuelle Gewalt geben kann), wie ich mich auch gegen eine Abschiebung (oder sonstige Doppelbestrafung aufgrund von Ausländergesetzen) eines Sexualstraftäters mit Migrationshintergrund wenden würde (weil ich Abschiebungen und Ausländergesetze für rassistisch halte). Was ich der Beispiel-Rassistin oder dem Beispiel-Migranten in einer Beispiel-Standpauke noch 'sagen' würde, steht auf einem anderen Blatt, erklärt sich aber aus diesem und anderen Blog-Posts. Nicht vergessen werden darf dabei, dass Rassismus und Sexismus / Antifeminismus oft im Verein auftreten.

To sum it up:
No Homophobia - No Violence - No Racism - No Sexism
Yes Kindness - Yes Peace - Yes Equality - Yes Love
Photo via Jiri Langer @jirijl



... zum Zuhören:

One Solution: Feminism?

Dennoch gibt es wichtige Diskussionen über die vielschichtig verzahnten Ausgrenzungs- und Unterdrückungsmechanismen zu führen, das zeigte auch eine Veranstaltung der IL unter dem Titel "One Solution: Feminism? Feministische Strategien gegen den Rechtsruck und die AfD" im Vorfeld der Demo, einem positiven, inklusiv-feministischen Gegenentwurf zu Schwarzer, AfD & Co., die Ihr auf Soundcloud komplett nachhören könnt (Link öffnet in neuem Tab).

Das Photo ist schon von einer früheren Demo,
aber wegen der besten Demo-Speechbubble ever muss dit hier hin:
"Wir wollen nicht nur Blumen, wir wollen den ganzen Blumenladen!"

"Antifeminismus und Rassismus gehen Hand in Hand -
bei der AfD, bei der Bundesregierung, in sozialen Medien, in denen immer wieder der Schutz 'unserer Frauen' gefordert wird und gleichzeitig Leuten, die Geflüchteten helfen, Vergewaltigung angedroht. (...)
Wertkonservative Mobilisierung und Instrumentalisierung von sexualisierter Gewalt für rassistische Zwecke - was können wir dagegen tun?
Gehen Antifaschismus, Feminismus und Unterstützungsarbeit für Geflüchtete zusammen?
Ist das Ganze eine rein weiße Debatte?"

Es kommen verschiedene feministische und antirassistische Perspektiven zu Wort.
Falls Euch die Gesamtlänge (etwa 90 Minuten) abschreckt (lohnt sich aber!),
hier der grobe Ablauf zum 'Reinzappen':

0 - ca. 8:00 Einführung der Interventionistische Linke Berlin (IL)

ab ca. 8:00 Anna, Forschungsnetzwerk "Frauen und Rechtsextremismus"
spricht u. a. über Frauen in der rechten Szene und Antifeminismus in rechten Organisationen

ab ca. 15:00 zwei Vertreterinnen von Women in Exile & Friends
sprechen u. a. über häusliche, gesellschaftliche und strukturelle sexistische und rassistische Gewalt und
die Mehrfachunterdrückung geflüchteter Frauen

ab ca. 25:00 Lotte, Bündnis Marsch für das Leben? What the Fuck!
 spricht u. a. über den "Marsch für das Leben" von antifeministischen 'Lebensschützer*innen', christlichen Fundamentalist*innen & Rechts-Klerikalen und deren 'wertkonservative' Sexualmoral & Homophobie mit dem Leitbild der heteronormativen Kleinfamilie

ab ca. 34:00 Podiums-Diskussion

ab ca. 1:08 Diskussion Publikumsbeiträge

Aufzeichnung vom 31. August 2016
im SO36 (Kreuzberg)
by Interventionistische Linke Berlin
*


Solidarisch gegen die Festung Europa

"Im Grenzenlos-Block bei @aufstehengegen Rassismus.
Leider flogen nur die Transpis bei der #AfD-Zentrale.
#Blockupy"
Photo & text by @BlockupyBerlin 3 Sept 2016

Transparent in Charlottenburg bei "Aufstehen gegen Rassismus":
"Gegen die Festung Europa und ihre Fans!" #blockupy #agr #b0309
Über 6000 Menschen demonstrierten bei tollem Wetter gegen die AfD und für Refugees in Berlin.
Photo by / via @Blockupy 3 Sep 2016

Überall war Widerstand, sogar auf dem Wasser: "Burn Borders Not Coal" stand auf einem der Transpis der "Anarche", einem Floß, mit dem Umweltaktivist*innen von #EndeGelände schon am Vortag gegen das Vattenfall Kohlekraftwerk Klingenberg demonstrierten – leider blockiert von der (ausgerechnet!) 'Wasserschutzpolizei', die nicht das Wasser vor der Kohle 'schützte', sondern die Rummelsburger Bucht gegen die Umweltschützer*innen absperrte (!). Nicht den am gleichen Nachmittag ebenfalls von der Polizei an ihrer Aktion gehinderten studierenden Kolleg*innen der geplanten Kissenschlacht, sondern den schwimmenden Klima-Aktivist*innen ("Kohle zur Schnecke machen" stand auf einem anderen Transpi und "System Change - Not Climate Change") gebührt dennoch ein Preis für ihren (aufgrund der interessanten Kopplung von Umweltthemen, Antikapitalismus und Antirassismus) nicht nur lesenswerten, sondern streckenweise auch einfach lustigen #Blockupy-Aufruf:

"Bei einer Bootstour mit der Anarche machen wir Welle gegen Kapitalinteressen, die das Klima verheizen, gegen braunes Gedankengut und gegen eine braune Spree.
Unser Boot ist noch lange nicht voll!
Wir heißen Refugees Willkommen und bringen Klingenberg zum Kentern."
Photo by Tim Lüddemann @timluedde 2 Sep 16


In Schutzanzügen zur Landesvertretung Sachsen

Zu Jahresbeginn wurde in unserer Preisverleihung 2015 ja schon die Pegida-Stadt Dresden zur "unsympathischsten Stadt Deutschlands" gekürt, dieses Jahr drängelt das ganze Land Sachsen auf den Preis "Widerlichstes Bundesland 2016". Diesem traurigen Umstand trug eine kleine, aber feine Blockupy-Aktion am 2. September Rechnung, die zeigte, dass mensch sich Sachsen nur noch in Form von Schutzanzügen & Pyros nähern kann. An der "Landesvertretung Sachsen" wurden außerdem Infoschilder aufgehängt, die über den braunen Sumpf dort informierten, der bekanntlich von Neonazis bis zur CDU-SPD-Landesregierung um Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) reicht. Denn wie es auf einem Transparent bei der "Aufstehen gegen Rassismus"-Demo richtig hieß: "AfD macht die Hetze, CDU / CSU SPD Grüne FDP die Gesetze". Die rassistischen Gewalttaten und der von breiten Bevölkerungsschichten unterstützte Rechtsterrorismus von Freital, Heidenau, Bautzen (Budyšin) usw. finden ihr Pendant im offenen Rassismus, Geschichtsklitterung und der systematischen Verharmlosung rechter Gewalt von Seiten der Politik, Verfassungsschutz und Polizei.

Blockupy-Aktion gegen die Landesvertretung Sachsen in Berlin
Photo von @zinografie 2 Sept 2016 (leicht beschnitten)


Rassismus in Berlin

Leider ist allerdings nach ähnlichen Ereignissen und Gemengelagen fraglich, ob 'unsere' angeblich so 'weltoffene Hauptstadt Berlin' so viel besser ist (erst recht seit Bekanntwerden der Wahlergebnisse der Berliner Abgeordnetenhauswahl am Sonntag mit über 15% für rechtsextreme, faschistische Parteien). Auch hier gibt es seit längerem wöchentlich rechte Aufmärsche, auch hier gibt es Brandanschläge auf Asylunterkünfte, auch hier gibt es gewalttätige Angriffe auf Menschen anderer Hautfarbe, Flüchtlinge, Jüd*innen und andere, die nicht ins rechte Weltbild passen. Auch hier schauen viel zu viele zu – oder weg. Am gleichen Tag, an dem in Charlottenburg die große Demo gegen Rassismus stattfand, attackierten in Prenzlauer Berg 200 rassistische Fans des BFC Dynamo, einem Regionalliga-Club, der im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ansässig ist, im angrenzenden Mauerpark eine Gruppe von 40 friedlich feiernden Menschen eines Kameruner Kulturvereins, darunter auch viele Kinder, mit rassistischen Hassparolen, Flaschen und Reizgas. Vier der Angegriffenen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden, einer sogar in einer Spezialklinik. Obwohl Polizei vor Ort war, kam es zu keinen Verhaftungen. Die vollkommen traumatisierten Opfer des brutalen Angriffs berichteten außerdem, die anderen Parkbesucher*innen seien nicht zu Hilfe geeilt oder hätten die Geschehnisse nur gefilmt (dennoch werden die Aufnahmen und weitere Augenzeugen zur Täterüberführung gesucht). Dieser Übergriff muss auch Konsequenzen innerhalb des Vereins und seiner Fans haben und gründlich aufgeklärt werden. Die Täter(*innen?) sollten meiner Ansicht nach Stadionverbot bekommen.

200 #Nazis greifen Kameruner an. #Polizei schweigt. Verbreitet Infoflyer in #PrenzlauerBerg!
antifa-nordost.org/4925
Plakat / Flyer via North East Antifa @antifanordost 12 Sep 2016


#BlackLivesMatter


Bereits im Juli 2016 demonstrierten im Zuge der
Proteste gegen rassistische Polizeigewalt in den USA
auch in Berlin viele Menschen unter dem Motto "Black Lives Matter"
#BlackLivesMatterBerlin #nomore #racism
Photos by / via @colvieux 10 July 2016


Kampf der AfD!

In der Kastanienallee wurde unter Abfeuerung von Pyros und Applaus dieses
Banner der 'North East Antifa' vom Dach aus entrollt. :-)
Prenzlauer Berg Demo gegen die AfD und Beatrix von Storchs Zentrum "Zivile Koalition e.V." 16 Sept. 2016
Photo by XeKola @Xekola

Zum Abschluss noch Photos von der letzten Aktion, an der ich persönlich teilgenommen habe, der kämpferischen Demo gegen das reaktionäre Zentrum von AfD-Vize Beatrix von Storch am 16. Sept. 2016 in Prenzlauer Berg, die am S-Bahnhof Schönhauser Allee startete und von dort via 'Castingallee' (Kastanienallee) Richtung Zionskirchplatz nach Mitte zog. An der Kreuzung U-Bahnhof Eberswalder Straße (also in Nähe des Tatorts im Mauerpark) wurde auch der rassistische Überfall auf die Menschen aus Kamerun und die unglaubliche Nicht-Reaktion der Berliner Polizei thematisiert und ein sehr traurig machender Brief einer Betroffenen der rassistischen Attacke verlesen. Außerdem wurden Spenden gesammelt und es wird am 24. Sept. eine Kundgebung und ein gemeinsames 'Picknick' mit den Betroffenen im Mauerpark geben, was ich eine gute und schöne Idee finde.

Eines der besten Transparente auf der Demo
Photo by XeKola @Xekola 16 Sept. 2016 in Berlin-Mitte

Ziel der Demo war das Zentrum des Vereins "Zivile Koalition e. V." der stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden und Berliner Co-Landesvorsitzenden Beatrix von Storch in der Zionskirchstraße 3. Zu der reaktionär antifeministischen und rassistischen Propaganda-Arbeit ihres Vereins gehören die Forderung nach einem Schießbefehl an den Außengrenzen, Anti-Islam-Kampagnen, "zahlreiche Online-Seiten, die gegen Geflüchtete und Muslime, gegen Abtreibungen, Homoehe und den Euro mobil machen" (North East Antifa), die Forderung nach einer 'Deutschquote' im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und einem Volksentscheid gegen Moscheebauten, Hetze gegen 'Gendermainstreaming', 'Homoehe' und Abtreibungen (Bestrafung von Schwangerschaftsabbrüchen!), aber auch Propaganda gegen gerechte Löhne und die Besteuerung von Reichen, zu denen sie und ihr Mann natürlich selbst gehören (mehr dazu im Demo-Aufruf der North East Antifa und in einer ausführlichen Info-Broschüre der Gruppe Nationalismus ist keine Alternative zum Thema "Wer ist die Berliner AfD?", die als PDF online zur Verfügung steht). Wir haben hier also alles auf einem Haufen: Rassismus, Islamophobie, Homophobie, Antifeminismus, Konservatismus, Nationalismus, Kapitalismus.

Neben der friedlichen, aber kämpferischen Stimmung ("AfD in die Spree!") war es toll zu sehen, dass an einigen Häusern in Prenzlauer Berg und Mitte antirassistische / antifaschistische Transparente hingen, Passant*innen, Café-Besucher*innen und Ladenbetreibende in zustimmendes Gelächter ausbrachen (etwa als in einem Redebeitrag u. a. vorgeschlagen wurde, Beatrix von Storch in keinem Laden im Kiez mehr zu bedienen, ich zitiere: "Beatrix von Storch muss guten Grund haben, sich ihr Essen mit dem Pizza-Service zu bestellen"), applaudierten oder von den Fenstern hinunter gewunken haben. Habe ich so in dieser Häufigkeit schon länger nicht mehr auf einer Demo erlebt. Schön.

Den einzigen Kritikpunkt habe ich an der ebenfalls an der Demo teilnehmenden 'Spass-Partei' DIE PARTEI, die diesmal in AfD-Farben (blaues Hemd mit roter Krawatte!) herumlief. Igitt. Ich hoffe, Ihr stellt mit Beendigung des Wahlkampfes solche und vergleichbare Aktivitäten auf linken Demos ein (macht das halt als eigene Performance!), denn ich demonstriere ungern mit uniformierten Menschen (es sei denn, es handelt sich um Arbeiter*innen wie zum Beispiel Krankenpfleger*innen, oder Fetischist*innen), ganz egal ob es sich dabei um 'Satire' handeln soll. Es ist unangenehm, peinlich und schreckt ggf. auch sympathische Menschen ab, sich anzuschließen. Und wer 'Rollkoffer-Demos' gegen Tourist*innen macht, hat meines Erachtens auf einer antirassistisch-feministischen Demo eigentlich eh nichts zu suchen...

STYLE! IT! TAKES! fordert
Reiseverbot für alle Parteimitglieder
und
Sofortiger Rückzug der PARTEI auf die Titanic!

Versöhnliches Angebot:
Die 'Nazis' könnt Ihr hängen lassen!
(^.^)

Hier könnte ein Nazi hängen (Die PARTEI-Plakat zur #Abgeordnetenhauswahl #Berlin)
"Wahrlich, die Spiele sind eröffnet..." schrieb der ehemalige Chefredakteur der Titanic,
Martin Sonneborn @MartinSonneborn, am 1. Aug. 2016 dazu.

Jenseits dessen möchte ich mich mal bei all denen bedanken, die die heute vorgestellten Demos und Aktionen organisiert und mitgetragen haben, ganz besonders dem Blockupy-Bündnis, der Interventionistischen Linken und der North East Antifa. Es waren gute und wichtige Aktionen, und jetzt, nach der Abgeordnetenhauswahl, geht der Kampf gegen die AfD, gegen Rassismus und Antifeminismus, gegen die Festung Europa und für ein Bleiberecht natürlich weiter und hoffentlich erst richtig los!

Refugees Welcome To Stay!

all "pix from demo vs. right-wing populist party #AfD in #Berlin #nika #NoAfD"
by XeKola @Xekola

Dit war's, ich hoffe, es hat ein bißchen gefallen, Interesse geweckt, zum Nachdenken angeregt und Mut gemacht!

See you at the barricades - preferably in high heels!
(^.^)
xxx
Magenta



Überblick unserer kleinen 'Blockupy-Serie':

Grenzenlos. Feministisch. Solidarisch. ★ Kampf der AfD! #Blockupy IV

Siehe auch:

The STYLE! IT! TAKES! Gender Series:
Girls Loving Girls (2015, #III)
Red My Lips (Sexual Assault Awareness Month) (2015, #II)
Style! It! Takes! Manifesto (2013)

sowie

Wednesday, September 7, 2016

Eine phänomenal-bunt-chaotische Kissenschlacht – ganz ohne mich! ★ #Blockupy II

:)
~ model & photographer unknown ~
Photo via Twitter @Jenab_Sarvan

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen"
(Ihr wisst schon, von wem das ist... oder?)

Eigentlich sollte es in meinem kleinen Rückblick auf das vergangene #Blockupy-Wochenende in Berlin nach dem einleitenden Schwerpunkt ‚Arbeit - soziale Spaltungen - Klassenkampf’ (mit den Mode-relevanten Exkursen zur Mall of Berlin und dem H&M-Streik in Italien, siehe Teil I: Krisenherd Berlin) heute mit der Rojava-& Kurdistan-Solidaritätsdemo "gegen die schmutzigen Deals mit dem AKP-Regime der Türkei" vom Freitag Nachmittag weitergehen, einem Themenkomplex, der uns bekanntlich seit 2014 nicht mehr losgelassen hat.

Beim diesbezüglichen Stöbern auf der Blockupy-Seite bin ich gestern – also erst im Nachhinein – dann zufällig auf einen haarsträubenden Aufruf von Berliner Studierenden gestoßen, der mich beim ersten Lesen noch erheitert (es geht – zumindest vordergründig – um eine Kissenschlacht), mit jedem Lesen aber mehr erbost hat, so dass ich mich entschlossen habe, diesen gänzlich ungeplanten Post noch als Reaktion und Kommentar dazwischen zu schieben, weil er thematisch mit dem ersten Teil zusammenhängt und gut an diesen anknüpft. Aus der Verärgerung über den Aufruf resultiert ein hoffentlich nicht zu ätzender Tonfall, wofür ich mich gegebenenfalls vorab entschuldigen möchte.

Da ich ungern über Ereignisse schreibe, an denen ich gar nicht teilgenommen habe (wobei ich oft auch froh bin, wenn ich nicht dabei war, etwa wenn ich an den Krieg in Syrien denke...), beziehe ich mich dabei ausschließlich auf den veröffentlichten Aufruf-Text, nicht auf die Grundidee und Aktionsform als solches oder gar den tatsächlichen und konkreten Ablauf (ich war zu dieser Zeit noch auf der Rojava-Demo). Es ist auch nicht meine Absicht, die Verfasser*innen und / oder das Plenum (?), das den Text verabschiedet hat, in irgendeiner Form zu beleidigen, sondern hoffe vielmehr, dass meine Anmerkungen als konstruktive Kritik brauchbar sind und vielleicht zum Nachdenken – und gerne auch zum Schmunzeln (das kann nie schaden!) – anregen.
Schließlich geht es um eine Kissenschlacht – oder? Ok., fangen wir an.

Nicht fair:
Kissenschlachten sollten grundsätzlich auf Fairness achten. Sich hinter einem Stuhl als 'Schutzschild' zu verschanzen und dann auch noch von oben herab, ist ein klarer Verstoß dagegen.
Typisch 'männlich'? Typisch 'studentisch'? Oder ist es einfach nur lustig???

Taktische, strategische und theoretische Überlegungen:
es könnte sein, dass das Mädchen (?) links gleich ihr Kissen auf den Boden fallen läßt und in einem Überraschungsangriff ihren Bruder (?) zum Fallen bringt, in dem sie die Stuhllehne zum Kippen bringt
(infofern die Kraft reicht, was ich in diesem Falle nicht hoffe),
um ihn dann mit ihrem Kissen zu bewerfen. Auch andere Taktiken sind denkbar.
(^.^)
Es steht allerdings in fast jedem Fall zu befürchten, dass am Ende
eine/r von beiden oder beide weinen müssen, etwa aufgrund von Verletzungen, und das ist nicht gut.

~ Photo by H. Armstrong Roberts ~


Von der Hochschulpolitik zu Staatsdiener*innen?

Mit einer phänomenal-bunt-chaotischen Kissenschlacht der neoliberalen Uni die Federn rupfen“ – dieser „hochschulpoltische Aufruf“ (alle Zitate in diesem Post entstammen eben diesem) sprach mich zunächst auch als Nicht-(Mehr)-Studentin sehr an, das klang gut, witzig und nett. Doch beim Lesen musste ich immer mehr heftig mit dem Kopf schütteln und mich ärgern. Am Ende fühlte ich mich nicht eingeladen, sondern fast schon explizit ausgeladen.

So überraschend kommt das alles nicht: Arroganz und Ignoranz gegenüber nicht-studentischen Bevölkerungsteilen – gepaart mit Selbstmitleid und dem ewigen Schwimmen im eigenen Saft – scheinen eine ‚spezifische Spezialität’ von Studierenden zu sein, wie ich auch aus meiner eigenen Uni-Zeit weiß (was mich schon 'damals' auf die Palme gebracht hat). Von Studierenden, die sich offenbar (auch das ist nichts Neues unter dem Himmel der 'Hochschulpolitik') – unter anderem aufgrund eigentlich erfreulich 'überfüllter' Seminarräume und Bibliotheken - als in dem „letzten Winkel unserer Gesellschaft“ (!) befindlich sehen, deren Traum aber erklärtermaßen darin besteht, „gute Arbeitsplätze nach dem Studium“ zu bekommen (!), „stets darauf hoffend, irgendwann einmal der oder die glückliche Inhaber*in einer unbefristeten Stelle zu sein“ (wie bereits erwähnt alles O-Ton!) – oder sich als Staatsdiener*innen gleich verbeamten zu lassen? Und das, obwohl durchaus verstanden wurde, dass zum Beispiel „Drittmittel“ gegen die „chronische Unterfinanzierung der Hochschulhaushalte“ nur erhält, „wer Privatwirtschaft und Militärforschung am hemmungslosesten die Tore öffnet.Auf Deutsch: Capitalism Sucks.

Öffentlich-chaotische Entmilitarisierung eines imperialistschen Symbols? Das ist doch was!

Kissenschlacht in Berlin
am "Internationalen Weltkissenschlachttag" (!!!), Ostern 2012
~ Photo by Jen Tse (Pencilprism - jentse.com) ~
[I hope it's ok. to use your pic in this context, if not, pls let me know!]


Ballett-Kurse statt Kissenschlachten!

Als Konsequenz werden nicht etwa die vielfältigen Zweige der 'Militärforschungen' boykottiert, sabotiert, bestreikt oder besetzt, die Uni wird auch nicht – viel besser als die bereits immer wieder stattgefundenen und meist eher wirkungslosen 'Uni-Streiks' – für andere, nicht-studentische Bevölkerungsgruppen geöffnet [z. B. für Obdachlose, auch Auswärtige hätten sich z. B. sicher über kostenlose Schlafplätze gefreut, wie sie etwa das „Bethanien“ in Kreuzberg zur Verfügung gestellt hat; ich hätte – um ein gänzlich persönliches Beispiel zu nennen – gerne mal wieder an einem preiswerten Uni-Ballett-Kurs teilgenommen, was für mich als uni-externe Prekäre absurderweise nicht nur weitaus teurer kommt als die Studierenden, sondern wofür ich aufgrund der zu wenigen Plätze (Regel: Student*innen zuerst!) als Externe nur theoretisch, aber nicht praktisch einen Platz bekommen kann], es werden also weder 'Barrikaden errichtet' noch (und seien es symbolische) 'Mauern eingerissen', nein: eine Kissenschlacht in der Bibliothek soll es sein. Ganz ohne Konkurrenzdruck, versteht sich!

Gesellschaftliche Bedürfnisse sind vielfältig:
Zusammen in der Ballett-Klasse?
Photo von Alfred Eisenstaedt: Lesson at La Scala’s Ballet School, Milan, Italy (1934)
via my Twitter friend @Brindille_


Zwischen Marx & Moritz

Damit mensch auch garantiert unter sich bleibt und der herrschenden Klasse nicht allzu sehr auf den Keks geht (wer weiß, wohin die Jobsuche noch führt!), wurde die Gaudi (ich hoffe, zumindest das war es!, wobei… siehe Ende dieses Artikels) der Kritiker*innen der

Massenstudierendenhaltung
[früher hieß das 'Bildung für alle!'; den grundsätzlich modern-anti-ständischen 'Hochschulreformen' der 1960er und 70er Jahre habe ich z. B. letztlich mein Studium an der einstigen „Marx & Moritz“-Universität Bremen (inzwischen zur „Exzellenzuni“ verstümmelt)
zu verdanken…]

im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum angesetzt, einer Großbibliothek, in die sich meines Wissens eher selten Nicht-Akademiker*innen verirren. Dass das kein Zufall ist, geht auch aus dem im Aufruf postulierten, im eigenen priviligierten Milieu und Blickwinkel verhafteten Irrglauben hervor, dass „früher noch die meisten Lohnabhängigen am Fließband standen“, während „die Arbeiter*innen in modernen Informationsgesellschaften zunächst einmal durch die Ausbildungsfabrik Universität geschickt (werden)“ – ähem ja, Klassenanalyse 2016. Erzählt das mal den Schüler*innen der ‚Rütli-Schulen’, den Textilarbeiter*innen in Bangladesh, den Flaschensammler*innen der Metropolen oder den rumänischen Bauarbeiter*innen der „Mall of Shame“ – womit ich keinesfalls ein Studium der Genannten ausschließen will, wohl aber die Behauptungen eines 'Endes von Fließbandarbeit' und einer überwiegend akademischen Zusammensetzung der Arbeiter*innenklasse in der sogenannten 'Informationsgesellschaft' (in gewisser Hinsicht ein Propagandabegriff wie einst die Rede von der 'Dienstleistungsgesellschaft', die angeblich ebenfalls das Ende der 'Fließbandarbeit' eingeläutet hat). Dies gilt erst Recht nicht im globalen Maßstab – und die kapitalistische Arbeitsteilung muss nun mal global gedacht werden.

Statt immer neue 'Begründungen' und Herleitungen für die herrschenden Hierarchien zu suchen (die Selbsteinordnung der Studierenden als "Humankapital" zähle ich ebenfalls dazu, denn gab es jemals eine Arbeitskraft, die kein 'Humankapital' der kapitalistischen Ausbeutung gewesen wäre? Und ist der nicht-akademische Teil der Klasse nicht 'human'???), wäre es doch viel interessanter von den realen Punkten auszugehen, in denen viele Studierende zumindest während des Studiums (und eben oft auch danach) klar Teil der Arbeiter*innenklasse sind, von den jobbenden Kellner*innen und am Fließband (!) schuftenden Student*innen über Sexarbeiter*innen zu den Supermarkt-Kassierer*innen und Lagerarbeiter*innen in Versandhäusern usw. usf. und darüber hinaus Wissen und Bildung aus den Universitäten gesellschaftlich zu verbreiten und die Einrichtungen weiter zu demokratisieren und zu öffnen. Wer sich vor allem über 'Überfüllung' oder gar 'Massenstudierendenhaltung' beklagt, tut das Gegenteil und ruft – auch wenn es nicht intendiert ist – selbst nach neuer Elitenbildung!

Die einst in den (Straßen-) Kämpfen, Streiks und Besetzungen des global gewordenen Pariser Mai 1968 überwundenen (oder überwunden geglaubten) Trennungen zwischen Uni und Fabrik, zwischen Student*innen, ‚Vorstadt-Kids’, Arbeiter*innen, Frauen und Migrant*innen, zwischen akademischem und nicht-akademischem Proletariat wie auch die Kritik an der eigenen Rolle und anderen Herrschaftshierarchien, vom Vorarbeiter auf dem Bau, den Vorgesetzten im Büro, der Tankstelle, Werkstatt oder dem Handwerksbetrieb über Lehrer*innen und Professor*innen in den staatlichen Bildungseinrichtungen bis zu alt- oder auch neumodischen 'Chefs' in der 'blauen', 'weißen' (Krankenhaus / Gesundheitsindustrie) oder anderweitig kolorierten Fabrik – vergessen und wie die Federn alter Kissen vom Wind hinfort geblasen? Puh.

Pferdchen-Fußnote zur "Massenstudierendenhaltung":

Hätte ich nicht bereits früh im Jahr (in meinem Post "Alle faschistischen Deutschen (AfD)...") schon "Protestwähler" zum "Unwort des Jahres" gewählt, "Massenstudierendenhaltung" müsste es sein!

(ich hoffe inständig, das war es dann auch für 2016, ansonsten gehe ich mit Elke Wittich @Elquee den Rest des Jahres Pferdchen spielen!).

[Letzteres eine Art 'Insider' aus unserem bisweilen erheiternden 'Twitter-Leben' und ich möchte betonen, dass ich meine wunderbar rosa-prinzessinnenhafte, journalistische (Jungle World!), pferdchenspielende Kollegin hier nicht vereinnahmen möchte. Wie viele von uns hat sie in letzter Zeit außerdem viel durchmachen müssen, von Puddinghaut essenden Twitter-Ekeln über Cyber-Mobbing bis zur Eselpflege im Pferdchenspiel (wenn er Probleme macht, lass ihn einfach, denn Esel sind cool und mögen keinen Stress). Ich werde ihr daher gleich Bescheid geben! *lach*]

Avantgarde?
Vermutlich weniger studentisch-geprägte Kissenschlacht 'für alle' (?)
~ Kissenschlacht der Trachtenkapelle Göschweiler, Schwarzwald 2009 ~
Screenshot von der Webseite des www.suedkurier.de


Keine Sieger im Wettbewerb!

Das alles ist nicht nur schade, weil ich private und erst recht öffentliche Kissenschlachten durchaus eine feine Sache finde, sondern auch, weil in dem Aufruf weit mehr Erkenntnisse stecken, als die Schlüsse vermuten lassen: etwa die begrüßenswerte Kritik an „Anwesenheitspflichten“, „unkritischen Lehrinhalten“ oder „der marktorientierten Hochschule im Kapitalismus“ als Ort der „Ausbildung unternehmerischer Subjekte“ (= Kapitalist*innen (?)).

Das „Elend im Studentenmilieu“ (Situationistische Internationale) wird vermutlich auch deshalb nicht in seinem ganzen Drama erfasst, weil sich die Protagonist*innen selbst noch gar nicht ganz sicher sind (wer kann das im neoliberalen Kapitalismus schon sein?), ob es wie gewünscht (!?) dafür reichen wird, ein erfolgreiches ‚unternehmerisches Subjekt’ mit „einer unbefristeten Stelle“ oder auch mehr (zum Beispiel einer ‚Führungsposition’) zu werden, oder ob sie sich einreihen müssen (oder dürfen) in die anderen „Arbeitskräfte, die möglichst profitabel vom Kapital eingesetzt werden können“ (= Arbeiter*innen (?)). Ich finde übrigens – da bin ich sicher selbst ganz 'neoliberales Subjekt' – weder das eine noch das andere grundsätzlich 'erstrebenswert' oder 'verwerflich'. Kommt – ja, genau so funktioniert der neoliberale Kapitalismus! – eben drauf an, was mensch (allein oder mit anderen) draus macht. Und ob mensch es sich überhaupt aussuchen kann.

Vor diesem Hintergrund erhält der gutgemeinte Aufruf zu einem "Anti-Wettbewerb-Wettbewerb" einen fahlen Beigeschmack. Wenn ich es richtig verstanden habe, sollten dann konsequenterweise doch noch Sieger*innen der Anti-Wettbewerb-Kissenschlacht gekürt werden, denn so ganz ohne Wettbewerb macht ein studentischer Wettbewerb ja keinen Spaß!
Ist das die "hochschulpolitische" Theorieproduktion 'im Herzen der Bestie' anno 2016? Dann gute Nacht! Auf 'der Straße' ist mensch jedenfalls schon weiter: nicht nur in Frankreich (#NuitDebout), sondern auch in den Kooperativen Rojavas, Basisgewerkschaften und Flüchtlingsinitiativen Berlins und anderswo...

"Nachmacher! Hosenkracher!"?
Flashmob 'Kissenschlacht' in Frankfurt am Main 2010
Laufstegatmosphäre und sexistische Mackersprüche

I-Tüpfelchen des Aufrufes ist eine in ihrer Intention für mich allerdings etwas undurchsichtig bleibende Stelle, in der die Zentralbibliothek als ein Ort kritisiert wird, „in der Laufstegatmosphäre und sexistische Mackersprüche den verbliebenen Spaß an der wissenschaftlichen Betätigung komplett verderben“. Als (auch) Mode-Bloggerin, die „sexistische Mackersprüche“ allzu oft gehört hat, sei mir der Hinweis gestattet, dass Laufstege (also Modenschauen) meiner Erfahrung nach nicht gerade der typischste Ort für diese sind, ganz abgesehen davon, dass sich für das Feld der Mode meist mehrheitlich (wenn auch natürlich keinesfalls ausschließlich) Frauen interessieren.
Es scheint fast, als sollten mit dem Satz ‚binär-aufgespaltet’ (sofern wie ich vermute: 'gender-zuschreibend') sowohl feminin-schick(sig)e Repräsentationsformen (wie wir sie etwa von Laufstegen kennen, und, was mich betrifft, oft auch mögen) etwa von ‚femininen’ Student*innen gleichermaßen (!) kritisiert werden wie sexistische ‚Reaktionen’ männlich kodierter Macker: beides doof. Ist es das, was damit gesagt werden soll?

 
"Enjoying the luxuries of an in home library with all of my faves - Intellect is SEXY"
Ph & text via our Tweep @Met4morphoses
(www.camelotfantasy.com - camelot-poetry-palace)
Original source, model & photographer unknown.

Oder nehmen 'schick gekleidete' Kommiliton*innen den weniger schick gekleideten die „Arbeitsplätze“ in der Bibliothek weg? Sind sie gar selbst schuld an den „sexistischen Mackersprüchen“, weil sie sich kleiden und in der ‚Bibo’ bewegen wie auf dem Laufsteg? Evil.
Oder verspüren Studierende Druck, sich für die Bibliothek schick zu machen, nur weil andere es tun? Ist es schon soweit gekommen, dass sich kein Mensch mehr in einem Ramones-Shirt, mit zerfetzter Jeans und Nietengürtel in die Grimm-Bibliothek traut? Fragen über Fragen. Studentische Probleme allemal. Our bodies, our lives!

 
Laufstegatmosphäre in der Bibliothek?

links:
Model Oktyabrina Maximova in the library by Moscow-based photographer Maxim Guselnikov,
from the series "Vanity-Exposition" (!)
rechts:
Model & Photographer unknown, from the Blog "El Erotismo de las Bibliotecas" (!),
passed along via Twitter by Tweep Jessica Redhead

Oder irre ich mich, und die Kritik an der "Laufstegatmosphäre" hat mit einer oberflächlich-verkürzten 'Sexismus-Kritik' (Mode und / oder 'Sexiness' als einfache Feindbilder zum Abnicken; quasi als Pendant einer verkürzten Kapitalismus-Kritik, die z. B. Banken für alles Böse in der Welt verantwortlich macht) nichts zu tun? Und es handelt sich um eine verkürzte Architektur-Kritik der Sichtbarkeit? Nun, die offiziell Verantwortlichen des Aufrufes heben jedenfalls auch 'kritisch' hervor, dass die Bibliothek "(s)ymbolisch (...) zwischen Bahnhof Friedrichstraße und dem Hauptgebäude der HU (thront) [sic!]", ein Tempel der Bildung also zwischen einem historisch recht 'wilden' Ort der Ankunft und Trennungen, Tränen, Flüchtlinge, Gefangenenaustausche und Spionage (mit vermutlich recht 'feschen', im 'Secretary-Look' gekleideten, beinharten 'russischen Agentinnen'... *lol*) und der besten Uni Berlins, ganz allein deshalb, weil sie jede und jeden Besucher*in mit dem in Marmor gemeißelten Zitat von Karl Marx begrüßt:

"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert,
es kommt aber darauf an, sie zu verändern."

Das ist doch eigentlich kein so schlechter Ort und ein guter Ratschlag.

 
Die richtige Richtung:
Wandzettel gegen Grenzverletzungen aller Art in Toilette und am Tresen des Bethanien am Mariannenplatz, Berlin-Kreuzberg. Allerdings müssen diese eigentlich selbstverständlichen Regeln auch entschieden durchgesetzt werden - das gilt auch für Bars, Clubs, die Grimm-Bibliothek und jeden anderen Ort.
Kissenschlachten dürften dafür gänzlich ungeeignet sein - "Bildet Banden!" schon eher.
~ von mir photographiert am Abend des 2. Sept. 2016 ~
#Blockupy #Macker #Homophobia #Rassismus #Antisemitismus ...
Photo-Credit: STYLE! IT! TAKES! Blog Berlin

Und was die sexistischen Macker betrifft, gehören sie – wie überall sonst – hochkant aus der Bibliothek geworfen (zumindest in diesem Punkt dürften wir uns einig werden). Denn die und ihre widerlichen Sprüche und / oder Anmachen sind – oder sind auch die 'Slut Walks' schon in Vergessenheit geraten? – keine Frage der Bekleidung, sondern eine des Respekts.

Es bleibt also eine fragwürdige Kissenschlacht – ganz ohne mich.

Hochschulpolitisch vermutlich nicht gern gesehen:
Freundinnen von Kissenschlachten in Unterwäsche sollten die Grimm-Bibliothek weiträumig meiden und ihren Vorlieben besser im Privaten fröhnen. Schade.
Photo "feathers" via electru.de


Studentische Dramen:
Entweder zu voll oder abgesperrt!

Passende Fußnote dieser fast schon lustigen Geschichte (ich mag lustig, lustig ist gut und nicht schlecht!) ist, dass die Kissenschlacht im Grimm-Zentrum anscheinend letztlich nicht stattfinden konnte, da die Polizei diese Aktion als so staatsgefährdend betrachtete, dass die Kissen (!!!) konfisziert wurden und das Gebäude abgeriegelt wurde (siehe Photo unten). Mit Kissen freilich ist so ein Polizeikordon nicht zu durchbrechen, und so war es fast wie immer: kein Mensch kommt mehr in die Bibliothek. Schon gar keine Nicht-Student*innen.

"Polizei verhindert #Blockupy-Kissenschlacht an der HU, konfisziert Kissen als 'Gefahrengut' (...)"
Photo & Text by Tim Lüddemann @timluedde 2 Sept 2016


Die Bibliothek stürmen!

Wie mir auffällt, war auch ich noch nie in der Bibliothek. Ich werde das nachholen. Und mir die höchsten Stöckelschuhe und den kürzesten Rock anziehen, die sich in meiner Garderobe befinden. Vielleicht sind ja auch ein paar nette Bücherwürmer da.

Pink T-Strap Pumps with cute glitter ribbons
by Sophia Webster (2014)

xxx
Eure
‚Mode-Bloggerin’ Magenta,
die von den wahrlich unerträglichen Verhältnissen ständig genötigt wird,
über etwas anderes zu schreiben.
Immerhin ist es mir heute gelungen, einen smarten weißen Body, zwei todschicke modische Outfits (und eine tolle Brille!), Lingerie ('Unterwäsche') und ein Paar niedliche rosa HighHeels unterzubringen.
Ich habe mich also zumindest bemüht.
(die schöne Sonne macht irgendwie albern!).
(^.^)

Das nächste Mal in #Blockupy III wird es aufgrund des Themas leider alles andere als lustig, denn dann geht es 'endlich' (this time for real!) um die Rojava-Solidaritäts-Demo vom Freitag, auch wenn sie – soviel sei vorweggenommen – jenseits des bitteren Inhalts als Demonstration betrachtet sehr schön war...


Links
Bilder vom 1. Mai in Berlin (1. Mai 2015)
La Beauté est dans la Rue (1. Mai 2014)
Eine Linkliste zu meiner umfassenden Syrien-Türkei-Kurdistan-Berichterstattung
folgt im nächsten Teil dieser kleinen #Blockupy-Serie.

The STYLE! IT! TAKES! Gender Series:
Girls Loving Girls (2015, #III)
Red My Lips (Sexual Assault Awareness Month) (2015, #II)
Style! It! Takes! Manifesto (2013)

Wer nach schönen Kleidern etc. sucht, am Ende meiner Photo-Artikel
Blumenmädchen * Flower Girls ⊰1⊱ & ⊰2⊱ gibt es eine kleine Linkliste.